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  • Cover: Beethoven: Symphonies Nos. 3 & 6 (00028947923442)
  • Cover: Beethoven: Symphonies Nos. 2,4 & 8 (00028947923459)
  • Cover: Beethoven: Symphony No. 9 (00028947923466)
  • Cover: Haydn: Military Symphony, Farewell Symphony (00028947923473)
  • Cover: Mozart: Symphonies Nos. 39, 40,41 (00028947923480)
  • Cover: Holst: The Planets (00028947923497)
  • Cover: Tchaikovsky: Nutcracker (00028947923503)
  • Cover: Bruckner: Symphony No. 8 (00028947923527)
  • Cover: Mahler: Symphonies Nos. 1 & 2 (00028947923534)
  • Cover: Gliere: Ilya Mourometz (00028947923565)
  • Cover: Scherchen conducts Music for Multiple Orchestras (00028947923572)
  • Cover: Mozart: Piano Concerto No. 20 (00028947923589)
  • Cover: Mozart: Piano Concerto No. 22 (00028947923596)
  • Cover: Rachmaninov: Piano Concerto No. 2 (00028947923602)
  • Cover: Brahms & Tchaikovsky: Violin Concertos (00028947923619)
  • Cover: Mozart: String Quartets (00028947923626)
  • Cover: Beethoven: String Quartets (00028947923633)
  • Cover: Schubert: String Quintet (00028947923640)
  • Cover: Schubert: Octet (00028947923657)
  • Cover: Mendelssohn: Octet in E Flat Major op. 20 (00028947923664)
  • Cover: Dvorák: String Sextet in A major & String Quintet in E flat major (00028947923671)
  • Cover: Beethoven: Hammerklavier Sonata No. 29 (00028947923688)
  • Cover: Schubert: „Wanderer“ Fantasie (00028947923695)
  • Cover: Franck: Prélude, choral et fugue (00028947923701)
  • Cover: Spanisch Guitar Music (00028947923718)
  • Cover: Schumann: Frauenliebe und Leben, Liederkreis (00028947923725)
  • Cover: Duparc: 14 Songs (00028947923732)
  • Cover: Beethoven: Christ on the Mount of Olives (00028947923763)
  • Cover: Bach: Mass in B minor (00028947923756)
  • Cover: Mozart: Requiem (00028947923770)
  • Cover: Handel: Rodelinda (00028947923787)
  • Cover: Berlioz: Roméo et Juliette (00028947923817)
  • Cover: Bellini and Donizetti Heroines (00028947923831)

Das Vermächtnis von Westminster

Die Gründung der Westminster Recording Company in New York im Jahre 1949 erfolgte zum denkbar günstigsten Zeitpunkt. Nach dem Trauma des Zweiten Weltkrieges und seiner Folgen herrschte Aufbruchstimmung in Europa und Amerika, und das Musikleben normalisierte sich allmählich wieder. Das Musikhören daheim – ein halbes Jahrhundert lang verbunden mit unhandlichen 78er-Schellackplatten mit maximal fünf Minuten Spieldauer pro Seite – veränderte sich von Grund auf. 1948 hatte American Columbia die 33er-Langspielplatte auf den Markt gebracht, deren Spieldauer vier bis fünf 78er-Platten entsprach. Aber es gab ein weites Betätigungsfeld für Konkurrenten, denn EMI hielt weiterhin an den 78ern fest, und RCA Victor verrannte sich eifrig in die Sackgasse der 7-Zoll-Platten mit 45 Umdrehungen pro Minute. Und da die Plattenfabrikation buchstäblich wieder bei Null anfing, konnte das gesamte Repertoire neu erschlossen werden. In Amerika waren Neuaufnahmen sehr teuer, aber wie EMI bereits erkannt hatte, gab es in Wien Scharen von versierten Sängern, Instrumentalisten und Orchestermusikern, die dringend Geld brauchten; zudem war Österreich ein weniger heikler Standort als das in Ungnade gefallene Deutschland.

James »Jimmy« Grayson, britischer Staatsbürger mit Wohnsitz in New York, leitete Westminsters diesbezügliche Aktivitäten in die Wege und begann im Herbst 1949 mit Aufnahmen in Wien. Schaltzentrale seiner Arbeit war das Konzerthaus, das 1913 als letzte große Kulturleistung der alten K.-u.-k.-Monarchie eingeweiht worden war. Mehrmals diente der im Stil der Wiener Secession gehaltene Große Saal als Studio, und anfangs arbeitete man gern mit den Wiener Symphonikern unter Leitung von Henry Swoboda zusammen, die mit ihrem Symphonia-Studio über eigene Aufnahmemöglichkeiten verfügten. Noch häufiger fanden die Aufnahmesitzungen jedoch im mittelgroßen Mozartsaal statt, wo von 1913 bis 1935 das Busch-Quartett residiert hatte; 1937 wurde es abgelöst vom hauseigenen Konzerthaus-Quartett, einem der beiden Weltklassequartette aus den Reihen der Wiener Philharmoniker. Gegründet 1934 von Mitgliedern der Symphoniker, war es alsbald in den Philharmonikern aufgegangen und feierte in der ursprünglichen Besetzung seine größten Erfolge in den zehn Jahren nach dem Krieg; Westminster griff gern auf sein Können zurück. Als weiterer Coup gelang es, die Bläsergruppe der Wiener Philharmoniker zu verpflichten, darunter zwei Musikerlegenden: der Klarinettist Leopold Wlach und der Hornist Gottfried von Freiberg, der Richard Strauss’ Zweites Hornkonzert uraufgeführt hatte.

Im April 1950 lagen fünf Schallplatten zur Veröffentlichung bereit. Die allererste Katalognummer (WL5001) war eine Kopplung des Te Deums und der Theater-Ouvertüre von Kodály – von Anfang an legte Westminster größeren Wert auf Repertoire und Komponisten als auf Interpreten. Unter den ersten 25 Platten befanden sich 14 Veröffentlichungen mit Orchestermusik. Auf einer spielte, unter Mitwirkung der Philharmonischen Bläsersolisten, das Orchester der Wiener Staatsoper, das über keinen eigenen Spielort verfügte, denn das Opernhaus war ausgebombt und wurde erst 1955 wiedereröffnet; so kam die Staatsoper einstweilen im Theater an der Wien unter (obwohl sie ihre Musiker oft auch der Volksoper zur Verfügung stellte, die den Krieg besser überstanden hatte). Aus diesem Pool von Musikern rekrutierte sich das Orchester, das so viele Westminster-Aufnahmen machte – freilich ohne jene Stars, die an den ersten Pulten saßen, wenn das Opernorchester als Wiener Philharmoniker im Konzertsaal auftrat.

DIE WESTMINSTER LEGENDE
Intern. Veröffentlichung: Januar 2014

40 CD Box