BACH The Well-tempered Clavier / Aimard 4792784

. . . [a] brilliant pianist -- one of those daunting Frenchmen clearly born with three brains . . . the C major prelude starts us off, the notes light and limpid, the graceful pace ebbing when Bach's harmonies veer from the straight and narrow . . . Aimard has clearly thought deeply about the collections's kaleidoscopic structure . . . The F sharp minor fugue is a mysterious wonder, as if the music were feeling its way in the dark; the G major prelude sparkles with gaiety . . .

. . . [Bach's Well-Tempered Clavier] represents the absolute pinnacle of keyboard writing . . . there's something hugely satisfying about the complete set . . . Pierre-Laurent Aimard's intelligent, tasteful account of Book One has certainly done a lot to convince me further . . . It's an austere, almost self-effacing performance in which Aimard is ensuring that Bach is the real star. It's also relatively low on overt emotion and rubato -- though by no means mechanical or dead . . . Although the instrument is one of course Bach would never have seen, one gets the impression that this is still Bach played like Bach, so to speak -- and that the great master wouldn't object to the innovation if he heard Aimard's playing . . . he manages to capture on the piano the spirit of a work designed to showcase the harpsichord. If you think you don't like Bach on the piano, I think Aimard may just convert you -- and if you don't have a recording of the Well-Tempered Clavier yet then I can heartily recommend this one as a starting-point for getting to know these beautiful miniatures better.

. . . Pierre-Laurent Aimard is such a distinguished musician . . . the finish in his account of Book 1 is near immaculate . . . Clarity of texture and of part-playing are the virtues which predominate, plus a cool atmosphere . . .

. . . a sinewy contrapuntal approach that emphasizes the little dissonances that are so much a part of the experience of playing Bach or listening to him closely . . . Aimard is aided by fine studio sound from Deutsche Grammophon that captures all the shades of what he is doing.

. . . [Aimard bietet eine Melange aus den Prinzipien der historischen Aufführungspraxis] und dem Respekt für das moderne Klavier als Instrument des romantischen Pathos. Aimard ist berühmt für seine in Klangfarben verliebten Messiaen-Einspielungen, und auch im "Wohltemperierten Clavier I" findet sich viel davon. Hier ist ein Klaviermeister am Werk, der es hörbar gewohnt ist, Komponistenlogik in Klang zu verwandeln.

Exzellente Einspielung. Wie auf Samtpfoten betritt Pierre-Laurent Aimard den C-Dur-Tastenhimmel, als wäre jeder Ton für ihn etwas Kostbares. Trotz des eher zügigen Tempos wirkt dieses erste Präludium beinahe wie eine Meditation, auch wenn Aimard sich nicht streng an ein festes Tempo hält. Aber er schafft eine große Ruhe, ein "Alles wird gut"-Gefühl. Doch nicht nur das macht diese Einspielung so exzellent. Es ist Aimards Gespür für Nuancen, mit dem er sowohl emotional als auch rational dem Inhalt der Musik gerecht wird. Mal imitiert er durch einen getupften, klanglich zurückgenommenen Ton das Clavichord, mal das Zupfen wie bei einem Cembalo, ganz so wie Bach es den Stücken zugedacht hatte. Aimards Bach ist streng und schwebend zugleich. Er spielt häufig mit leichten Temporaffungen, als würde der Fluss der Musik ihn mitreißen. Dann hält er mit festem Ton dagegen. Und gerade in den Fugen gelingt es Aimard, jeden Stimmeneinsatz ohne Fingerzeig-Charakter hervorzuheben, dezent und beiläufig und dennoch dem Ganzen Form gebend. Es gelingt Wenigen, so genau zu spielen und trotzdem nicht akademisch zu klingen. Das, was Aimard mit der Musik ausdrückt, hat eine ungeheure menschliche Tiefe, und trotzdem sind seine Interpretationen weit davon entfernt, pathetisch zu sein. Alles dient ausschließlich dem Inhalt der Musik. Da ist nichts Hinzugefügtes und nichts Stilfremdes . . . Aimard hat mit dieser Mischung aus Genauigkeit, Anschlagskultur und Emotion eine neue Einspielung vorgelegt, die sich einreiht in die Liste der Aufnahmen, die man von diesem Werk kennen sollte.

. . . [eine] sehr besondere Version des systematisch angelegten [Zyklus] . . . [Aimard] zelebriert die 24 Präludien und Fugen des Ersten Buchs auf einem modernen Konzertflügel, hauchzart mit weichem Anschlag, das C-Dur-Präludium schon fast bemerkenswert zurückhaltend. Aimard findet die richtige Balance, Präludien wie Fugen sind voll Energie, nie aber energetisch überladen, nie dramatisch überzogen. Er hat die Polyphonie exakt unter Kontrolle, die einzelnen Stimmen im Gesamtgefüge sind bestens aufeinander abgestimmt. Bei jedem Takt scheint er sich des großzügigen Gefüges dieser architektonisch anmutenden Musik bewusst, trotzdem geht kein einziger Ton unter.

Das sollte man gehört haben: Glasklar formt sich der erste Band von Bachs "Wohltemperiertem Klavier" in Pierre-Laurent Aimards Interpretation . . . diese Einspielung spielt souverän mit den Mitteln der Aufnahmetechnik. Was da . . . von versierten Tontechnikern aufgezeichnet und verarbeitet wurde, verdient besondere Erwähnung. Überhaupt aber bereitet dieses "Wohltemperierte Klavier" auch mit Blick auf die Vielzahl seiner Interpretationen ein spannendes Vergnügen -- ohne aber die Menge von kleinen, feinen Besonderheiten im Spiel des spät zu großen Ehren gelangten Pianisten im Detail zu benennen: Was Aimard heute anfasst, das erscheint einmal mehr als in sich logisches, geschlossenes Werk. Eine präzise und doch lebendig gefühlvolle, bemerkenswert selbstverständliche Darstellung.

Sein Interesse gilt der Klarheit der Musik, insbesondere der Fugen mit ihren drei bis fünf Stimmen. Diese unabhängig geführten Linien lässt Aimard so leicht wie möglich fließen, der Ausdruck ordnet sich bei ihm ganz dem Kontrapunkt unter. Erstaunlicherweise wirkt dieser Ansatz nicht trocken, sondern erhöht die Aufmerksamkeit für die Musik. Sie drängt sich nicht durch offen zur Schau gestellte Virtuosität auf, sondern scheint als reiner Notentext selbst zu sprechen. Eine elegante Art, die Arbeit, die hinter dem Ergebnis steckt, zu verbergen.

. . . jetzt spielt er auch Bach -- und das ganz großartig . . . Aimard ist nicht nur ein brillanter Techniker, sondern auch Philosoph . . . Und das hört man: Aimard spielt unprätentiös, konzentriert, legt mit elegantem Anschlag die Strukturen frei. Objektives Klavierspiel, wenn es so etwas überhaupt gibt . . . man freut sich jetzt schon auf den nächsten Bach, den sich Aimard vornimmt.

Uneingeschränktes Lob verdienen . . . die Balance und Ausgewogenheit von Aimards Spiel, das auch in den polyphonen Verdichtungen der vier- oder fünfstimmigen Fugen noch rund und klar durchhörbar bleibt.

Jetzt hat sich der französische Pianist Pierre-Laurent Aimard auf einem modernen Konzertflügel an den ersten Band des gewaltigen Werkes gewagt -- und das Ergebnis ist schlichtweg großartig. Aimards Interpretation zeichnet sich durch Phantasie, Konzentration und große Intimität aus, und das Klangbild der Neuproduktion ist ganz auf Klarheit und Transparenz angelegt. Eine unbedingt hörenswerte Interpretation und eine absolute Bereicherung im Werkkatalog!

Selbstverständlich wird, wer von Aimard allerhöchstes Niveau erwartet, nicht enttäuscht. Technisch makellos und mit einem schon erhaben zu nennenden Sinn für strukturelle Deutlichkeit glänzt der Experte für Neue Musik mit einer subtilen Note für melodische Wendungen. Es ist ein bisschen so, als würde Bach in die Zeitlosigkeit enthoben vom Himmel herabschauen und ein heller Strahl auf Aimard am Flügel fallen. Bar aller Erdenschwere entwirren sich sogar die verschachteltsten Fugen wie von selbst und verstrahlen noble Klangsinnlichkeit. Der anscheinend unaufdringlich von der Tontechnik angereicherte Hall fügt der Akustik des Funkhauses Berlin einen Hauch des Sakralen hinzu.

. . . Aimard analyse et creuse le dialogue dans une lecture personnelle et clivante. En effet, la rigueur de la décomposition du langage de Bach, dosée et réfléchie dans ses moindres recoins et nuances, surprendra les tenants d'un Bach philologue. Mais Pierre-Laurent Aimard n'est jamais froid et distant et sa lecture marque les contrastes et conserve le sens narratif dans une pureté des équilibres. Ecoute après écoute, on découvre la force de cette interprétation qui touche l'essence même de la musique de Bach, l'art d'un compositeur tourné vers l'avenir. Un très grand moment de musique!