Lisa Batiashvili

Von der Londoner Times als »vollkommene Musikerin« bezeichnet, nimmt Lisa Batiashvili mit ihren tiefgehenden, ausdrucksvollen Aufführungen einen festen Platz in der Riege der größten internationalen Künstler ein. Die georgische Geigerin wird von den Kritikern für ihre Virtuosität, Sensibilität und charismatische Ausstrahlung gerühmt. Die wurde von Musical America zur »Instrumentalistin des Jahres 2015« gewählt ‒ eine Auszeichnung, die nur Künstlern ersten Ranges zuteilwird ‒ und sie ist Gewinnerin des angesehenen internationalen Preises der italienischen Accademia Musicale Chigiana. Batiashvili pflegt eine enge Partnerschaft mit vielen Spitzenorchestern wie den New Yorker Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin, den Berliner Philharmonikern, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Chamber Orchestra of Europe.

Batiashvilis Verpflichtungen während der Saison 2016/17 zeigen ihre herausragende Stellung im internationalen Konzertleben. Sie spielte im Oktober 2016 die Uraufführung von Anders Hillborgs Violinkonzert Nr. 2 mit dem Philharmonischen Orchester Stockholm und später die deutsche Erstaufführung des Werks mit dem Gewandhausorchester Leipzig. Geplant sind zudem Auftritte mit der Staatskapelle Dresden und Christian Thielemann, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra und Gustavo Dudamel, dem London Symphony Orchestra und Michael Tilson Thomas sowie den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle. Sie wird als artist-in-residence mit dem Concertgebouworkest in Amsterdam auftreten und als »Porträt-Künstlerin« bei den Bamberger Symphonikern eine Reihe von Konzerten geben. Darüber hinaus spielt sie in der Eröffnungswoche des neuen Pierre Boulez Saals in Berlin im März 2017, gibt eine Reihe von Recitals mit dem georgischen Jazzpianisten Beka Gochiashvili und wirkt ein einem hochklassig besetzten Konzert zu Ehren von Alfred Brendel in Berlin mit.

Lisa Batiashvili ist seit 2010 Exklusivkünstlerin der Deutschen Grammophon. Ihr erstes Album für das gelbe Label, Echoes of Time (Februar 2011) erhielt einen Echo Klassik-Preis. Im Januar 2013 folgte eine CD mit Brahms’ Violinkonzert und Clara Schumanns Romanzen op. 22. Begleitet von Yannick Nézet-Séguin nahm sie Arrangements für Violine und Klavier von mehreren Romanzen aus Tschaikowskys Opp. 6 und 73 auf, die dann zusammen mit der Symphonie Nr. 6 »Pathétique«, gespielt vom Philharmonischen Orchester Rotterdam unter Leitung von Nézet-Séguin, veröffentlicht wurden (September 2013). Im Album Bach (August 2014) widmete sich Batiashvili Werken von Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach, ihre Partner waren Françoix Leleux, Emmanuel Pahud und das Kammerorchester des Bayerischen Rundfunks. Auf ihrem jüngsten Album, veröffentlicht im November 2016, spielt sie die Violinkonzerte von Tschaikowsky und Sibelius. Es entstand infolge der fruchtbaren Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim. Im März 2013 arbeitete sie erstmals mit diesem Dirigenten und seinem Orchester, und seither ist sie jeden Sommer mit ihnen beim alljährlichen Open-Air-Konzert »Staatskapelle für alle« in der Berliner City vor jeweils 40 000 Zuhörern aufgetreten. Mit denselben Partnern wurde sie im April 2015 in der Londoner Royal Festival Hall stürmisch gefeiert für ihre Aufführung von Tschaikowskys Violinkonzert.

Lisa Batiashvili wurde in Tiflis geboren und ging im Alter von elf Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Dort studierte sie bei Mark Lubotsky und Ana Chumachenco. 1995 kam der Durchbruch, als sie als jüngste Teilnehmerin in der Geschichte des Internationalen Jean-Sibelius-Geigenwettbewerbs den zweiten Preis errang. 2003 erhielt sie den Leonard Bernstein-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals, 2006 den Beethoven-Ring des Bonner Beethovenfests. Seither hat sie zwei MIDEM Classical Awards, einen Choc de l’année und zwei Echo Klassik-Preise gewonnen. Zu den Höhepunkten der letzten Jahre gehörten eine Saison als artist-in-residence bei den New Yorker Philharmonikern (2014/15) und eine ertragreiche Zeit als Capell-Virtuosin der Staatskapelle Dresden (2012/13), während der Lisa Batiashvili verschiedenste Konzerte unter Leitung des Chefdirigenten Christian Thielemann aufführte.

Lisa Batiashvili lebt in München und spielt eine Guarneri »del Gesù« von 1739, die großzügige Leihgabe eines privaten Sammlers.

11/2016