Piotr Beczala – Biografie

Der polnische Tenor Piotr Beczala, weltberühmt wegen der einzigartigen Schönheit seiner Stimme, steht in einer reichen musikalischen Tradition. Er studierte an der Musikakademie von Katowice, wo große Sänger wie Pavel Lisitsian und Sena Jurinac zu seinen Lehrern gehörten. Seine internationale Karriere nahm ihren Anfang, als er Ensemblemitglied am Opernhaus Zürich wurde, und er festigte seine Präsenz auf den großen Opernbühnen 2004 mit Debüts am Royal Opera House, Covent Garden und der San Francisco Opera. Schon bald gehörte er weltweit zu den gefragtesten lyrischen Tenören.

2006 sang er den Herzog in Rigoletto an der Mailänder Scala und trat in derselben Rolle erstmals an der Metropolitan Opera auf. Mit der Met absolvierte er im Juni 2011 deren Japantournee im Anschluss an den Tsunami, und 2013 kehrte er triumphal an die Met zurück, wo er erneut den Herzog in Rigoletto und zudem die Titelrolle in Gounods Faust sang.

Er war als Alfredo in La traviata in München zu hören, als Roméo in Roméo et Juliette in Wien sowie in Verdis Requiem in Paris und Salzburg. Zu seinen weiteren Opernrollen zählten der Prinz in Rusalka in München, Edgardo in Lucia di Lammermoor in Wien, des Grieux in Laurent Pellys Produktion von Manon mit Anna Netrebko an der Met und Gustavo in Un ballo in maschera am Opernhaus Zürich. Darüber hinaus war er unter anderem an De Nederlandse Opera zu hören, am Théâtre de la Monnaie, an der Hamburgischen Staatsoper, der Deutschen Oper Berlin, der Berliner Staatsoper Unter den Linden, am Grand Théâtre de Genève, Teatro Comunale di Bolgna, Teatr Wielki (Warschau) und am Mariinski-Theater.

Piotr Beczala ist seit 2012 Exklusivkünstler der Deutschen Grammophon. Seine lyrische Stimme kam hervorragend in mehreren Aufnahmen zur Geltung, darunter zwei Alben mit Christian Thielemann: eine Operettengala und eine Lehárgala, beide aus Dresden. Der Sänger, der sich mühelos zwischen Operette und Oper bewegt, hat auch La bohème und Lucia di Lammermoor als Partner von Anna Netrebko aufgenommen. Für seine Rolle in Rigoletto erhielt er 2014 den ECHO Klassik-Preis als »Sänger des Jahres«. Er sang ebenfalls auf Netrebkos Album Souvenirs, und die russische Sopranistin erwiderte das Kompliment durch ihre Mitwirkung bei Beczalas Einspielung von Richard Taubers Liedern, Heart’s Delight. Im Februar 2015 erscheint The French Collection, sein erstes Solo-Opernalbum bei Deutsche Grammophon. Zu hören sind beliebte Opernarien von Berlioz, Gounod, Massenet, Verdi und anderen – Musik, die im Mittelpunkt seines Repertoires steht.

Beczala gastiert regelmäßig an der New Yorker Metropolitan Opera und bei den Salzburger Festspielen. Im Januar 2015 singt er in New York Vaudemont in Jolanthe mit Anna Netrebko unter der Leitung von Valery Gergiev, und im April verkörpert er dort König Gustavo in Un ballo in maschera. Es ist an der Met sein erster Auftritt in dieser Rolle und zugleich seine erste Zusammenarbeit mit James Levine, dem Musikalischen Direktor des Hauses. Bei den Salzburger Festspielen singt er im August 2015 die Titelpartie in Werther. Im Dezember 2014 und Januar 2015 war Beczala als Herzog in Rigoletto an der Wiener Staatsoper zu hören. Im März 2015 tritt er in Faust an der Pariser Opéra Bastille auf und im Juli gastiert er in La bohème am Royal Opera House, Covent Garden.

Die Fachzeitschrift Opera bescheinigte Piotr Beczala »eine der faszinierendsten Männerstimmen unserer Zeit«. Opera News in New York sagte: »Groß, schlank, gut aussehend und mit einem Hollywoodlächeln ausgestattet, verfügt er über eine der schönsten Stimmen, die zurzeit auf der Opernbühne zu hören sind ... Das alles verbindet er mit jenem glorreichen Gesang, wie man ihn heute nicht mehr von einem lyrischen Tenor erwartet.« ClassicsToday.com rühmte »... den herrlichen Piotr Beczala. Was für ein glänzender Sänger und Schauspieler! Die Stimme ist wunderschön, der Ausdruck echt, das Augenmerk auf stimmliche und textliche Details überzeugend.« Beczalas Fähigkeiten sind nicht auf das Opernrepertoire beschränkt. Er ist auch ein gefeierter Liedersänger, der häufig deutsche und slawische Lieder in seinem Programm hat und allem, was er singt, einen einzigartigen Ausdruck verleiht. Die Wiener Zeitung nannte ihn schlicht einen »der absoluten lyrischen Tenöre unserer Zeit«.

Passende Worte für einen Tenor, dessen Zeit zweifellos gekommen ist und dessen Zukunft noch so vieles verspricht.

1/2015

Share