FABELHAFTER FAGIOLI

Deutsche Grammophon verpflichtet erstmals einen Countertenor: Superstar Franco Fagioli wird Mitglied der Künstlerfamilie des Labels


Franco Fagioli
Foto: © Rosanna Sibora / DG

»… der Eindruck bleibt bestechend: Mit ihrem durchaus ungewöhnlichen Timbre schmiegt und schmeichelt sich die Stimme des argentinischen Counters durch die zehn Minuten lange Linie, legt sie butterweich in Alttiefen, um sich gleich darauf aufzuschwingen in reine Höhen, ein Symbol von gefährdeter, gleichwohl gelungener Freiheit. Das gilt umso mehr, wenn Fagioli eine der schnellen Koloraturarien singt, bei denen er in halsbrecherischem Tempo durch die sensationellen drei Oktaven seiner Stimme rasen kann.« 

Süddeutsche Zeitung, Juni 2015

Berlin, 2. Juli 2015. Franco Fagioli, international gefeiert für sein Können und seine stimmliche Gewandtheit, hat als erster Countertenor einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon unterzeichnet. Die gestern in Berlin bekannt gegebene neue Bindung des Sängers an das gelbe Label unterstreicht Fagiolis Rang als Star der Barockoper und des Belcanto-Repertoires des frühen 19. Jahrhunderts. Seinen Platz unter den besten Interpreten unserer Zeit konstatieren auch die jüngsten Rezensionen zu Aufführungen des aus Argentinien stammenden Künstlers. So rühmt Forum Opéra Fagioli als den »größten Countertenor der Gegenwart: differenziert, sensibel und virtuos«. Fagiolis umfangreiches, ständig wachsendes Repertoire zeigt die Vielfalt des Künstlers, es umfasst das ganze Spektrum – von Monteverdi und Frescobaldi bis zu Mozart und Rossini.

Im Frühjahr dieses Jahres machte Fagioli mit den hervorragenden Sopranistinnen Malin Hartelius und Emmanuelle de Negri eine Liveaufnahme der ursprünglichen Fassung von Glucks revolutionärer Oper Orfeo ed Euridice, die 1762 in Wien uraufgeführt wurde. Zum Team zählten außerdem das auf Originalinstrumenten spielende Orchester Insula und der Kammerchor Accentus unter Leitung von Laurence Equilbey. Die Aufnahme, die am 11. September weltweit veröffentlicht wird, ist Fagiolis erste Gesamteinspielung der Titelpartie einer Oper. Zugleich erscheint mit ihr Glucks Meisterwerk erstmals in der Wiener Fassung im Katalog des DG-Labels Archiv Produktion.  

Franco Fagioli – berühmt für einen Stimmumfang, der drei Oktaven umspannt, für seine meisterhafte Technik und seine charismatische Bühnenpräsenz – studierte Gesang am Instituto Superior de Arte des Teatro Colón in Buenos Aires. Seinen Durchbruch erreichte er 2003 als Gewinner des internationalen Gesangswettbewerbs »Neue Stimmen«. Seither ist er ein gefragter Konzert- und Opernsänger, der mit renommierten Dirigenten wie Rinaldo Alessandrini, Gabriel Garrido, Nikolaus Harnoncourt, Mark Minkowski und Riccardo Muti zusammengearbeitet hat. Sein Debüt bei den Salzburger Pfingstfestspielen gab er 2007 unter Leitung von Muti, der ihn umgehend auch für das folgende Jahr einlud. Bei den Sommerfestspielen trat er erstmals 2012 auf, als er unter Minkowski den Andronico in Tamerlano sang. 2014 debütierte er am Royal Opera House, Covent Garden als Idamante in Mozarts Idomeneo. 

»Es ist eine große Ehre für mich, mit Deutsche Grammophon zu arbeiten«, sagt Franco Fagioli. »Ich bin sehr glücklich über Orfeo ed Euridice und freue mich auf viele andere künftige Projekte.«

Ute Fesquet, Vizepräsidentin Artist & Repertoire von Deutsche Grammophon, begrüßte Fagioli beim gelben Label. »Franco Fagiolis außergewöhnliche Stimme kann die Zuhörer in Staunen versetzen, beglücken und zu Tränen rühren. Ihm gebührt ein besonderer Platz in unserer Künstlerfamilie, und zwar nicht nur als erster Countertenor bei DG überhaupt, sondern auch als Interpret höchsten Ranges.«

Fagioli wird später im Jahr im Studio sein erstes Soloalbum für Deutsche Grammophon aufnehmen. 2016 steht es zur Veröffentlichung an. 


Franco Fagioli & Holger Groschopp (Klavier)
Foto: © Rosanna Sibora / DG