WEISHEIT DER JUGEND

Jan Lisiecki erweitert seine Diskografie mit Schumanns Gesamtwerk für Klavier und Orchester, darunter auch die erste DG-Aufnahme von Opus 134

»… musikalisches Spiel voll Integrität und Substanz von einem Mann, der in der Aufführung klassischer Musik Zukunft repräsentiert«  (The Independent, Juli 2015)

Jan Lisiecki widmet sich in seinem dritten Album für Deutsche Grammophon der Musik Robert Schumanns und interpretiert die konzertanten Werke des Komponisten für Klavier und Orchester. Das Album Jan Lisiecki: Schumann – Works for Piano and Orchestra, das am 8. Januar 2016 international veröffentlicht wird, beginnt mit dem beliebten Klavierkonzert a-moll op. 54. Es enthält außerdem Introduktion und Allegro appassionato op. 92, Träumerei op. 15 Nr. 7 sowie das selten gehörte Introduktion und Allegro op. 134, das damit zum ersten Mal in der 117-jährigen Geschichte des gelben Labels im DG-Katalog erscheint. Begleitet wird der 20-jährige kanadische Pianist vom Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia und Sir Antonio Pappano. Bereits 2013 waren sie seine Partner in Schumanns Klavierkonzert, als Lisiecki bei den BBC Proms debütierte. »... eine außergewöhnlich vollendete Aufführung«, urteilte der Guardian damals.

Jan Lisieckis persönliche Auffassung von Schumanns poetischen Kompositionen hat sich über mehrere Jahre entwickelt. Dabei profitierte seine Interpretation des Klavierkonzerts und der anderen konzertanten Werke auch von Antonio Pappanos Führung und Anregung. Das Album spiegelt diese enge Beziehung. Die im September 2015 unter Studiobedingungen in Rom entstandene Aufnahme erneuert eine musikalische Partnerschaft, die drei Jahre zuvor begann. Damals  war der erst 17-jährige Lisiecki abwechselnd mit Martha Argerich Solist in Schumanns Klavierkonzert während einer fünf Aufführungen umfassenden Europatournee mit Pappano und dem Orchestra di Santa Cecilia.

»Diese Werke verlangen eine unglaublich enge Zusammenarbeit, um die Wirkung zu erreichen, die Schumann sich vorstellte«, erklärt Lisiecki. »Ich glaube, der Klang des Orchestra di Santa Cecilia und mein eigener Ton passen ideal zusammen.« Im Klavierkonzert und den anderen konzertanten Werken gehe es vor allem um feine Nuancen des Ausdrucks und des intimen Dialogs zwischen Solist und Orchester, führt Lisiecki aus. »Natürlich ist das Klavierkonzert virtuos. Aber die Virtuosität bleibt im Hintergrund, und genau das gefällt mir.«

Antonio Pappano, selbst ein ausgezeichneter Pianist und Förderer junger Musiker, erinnert sich noch an seine ersten Empfindungen, als Lisieckis Klavierspiel hörte. »Ich muss gestehen, dass mich der Neid überkam, als ich Jan zum ersten Mal spielen hörte. Keine aufgesetzte Patina – einfach Jugend«, sagt er. »Wir haben jetzt oft zusammengearbeitet. Dieses Schumann-Projekt bot die Möglichkeit, an zwei Stücken zu arbeiten, die selten im Konzertsaal zu hören sind, und uns erneut mit einem Konzert zu befassen, das wir alle lieben.«

Jan Lisieckis bisherige Veröffentlichungen als DG-Exklusivkünstler – Klavierkonzerte von Mozart sowie Chopins Etüden op. 10 und op. 25 – fanden große Zustimmung in der Presse und sind internationale Bestseller. 2013 erhielt Lisiecki beim Schleswig-Holstein Musik Festival den Leonard-Bernstein-Award und wurde von der Fachzeitschrift The Gramophone zum »Nachwuchskünstler des Jahres« gewählt.

Zu den künftigen Verpflichtungen des Pianisten gehören zwei USA-Tourneen im kommenden Januar: die erste mit dem Toronto Symphony Orchestra und Peter Oundjian, die zweite mit dem Philadelphia Orchestra und Yannick Nézet-Séguin. Während der zweiten gibt Lisiecki mit Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 sein Debüt im Großen Saal der Carnegie Hall in New York. Sein Programm für den Rest der Saison 2015/16 umfasst unter anderem eine ausgedehnte Tournee durch Deutschland und die Schweiz mit dem Zürcher Kammerorchester sowie Konzertaufführungen mit dem Cleveland Orchestra und dem San Francisco Symphony Orchestra.


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