Zwei Neueinspielungen mit Andris Nelsons und dem Gewandhausorchester knüpfen eindrucksvoll an die Leipziger Bruckner-Tradition an

Bei Deutsche Grammophon erscheinen im Frühjahr 2018 zum 275. Jubiläum des Gewandhausorchesters Leipzig und zum Amtsantritt von Andris Nelsons als dessen Kapellmeister zwei herausragende Einspielungen: Bruckners Vierte und Siebte Symphonie. Sie werden jeweils mit einem Werk von Richard Wagner kombiniert.

Die Veröffentlichungen sind Teil eines umfassenden Bruckner-Zyklus beim gelben Label. Sämtliche Bruckner-Symphonien werden zusammen mit Auszügen aus Wagners Opern live eingespielt vom Leipziger Gewandhausorchester unter Leitung von Andris Nelsons. Das erste Album mit Bruckners Vierter Symphonie erscheint am 16. Februar. Das zweite Album mit Bruckners Siebter Symphonie folgt am 6. April 2018.

Tradition und Gegenwart gehen in Leipzig seit jeher eine gelungene Symbiose ein. Im Jahr 2018 stellen gleich zwei kulturelle Großereignisse diese fruchtbare Mischung unter Beweis. So feiert das Leipziger Gewandhausorchester seinen 275. Geburtstag und veranstaltet vom 18. Februar bis zum 23. März ein großes Konzertfestival zum Jubiläum. Außerdem tritt mit dem lettischen Ausnahmekünstler Andris Nelsons einer der derzeit spannendsten Dirigenten als 21. Gewandhauskapellmeister sein Amt an. Bei Deutsche Grammophon erscheinen zu diesen Anlässen zwei Alben, die Andris Nelsons ebenso wie sein neues Orchester eindrucksvoll in Szene setzen und anknüpfen an die Leipziger Bruckner-Tradition.

Auf dem ersten Album, das am 16. Februar veröffentlicht wird, steht die Vierte Symphonie von Anton Bruckner neben dem Lohengrin-Vorspiel von Richard Wagner. Es zeigt die bemerkenswerte tonsprachliche Verwandtschaft beider Komponisten. Reich an Kontrasten und musikalischen Bildern ziehen beide Werke in ihren Bann und werden von Nelsons empfindsam und dicht durchdrungen.

Die zweite Veröffentlichung gilt Bruckners Siebter Symphonie – ein Werk, das wie kaum ein anderes mit Leipzig und der Geschichte des Gewandhausorchesters verbunden ist. 1884 erlebte die Symphonie, gespielt vom Gewandhausorchester unter der Leitung von Arthur Nikisch, im dortigen Stadttheater ihre Uraufführung; seither stand sie unzählige Male in Leipzig auf dem Programm. So lag es auf der Hand, eben dieses legendäre Stück für das Festkonzert zum 275-jährigen Jubiläum des Orchesters zu wählen, das Andris Nelsons im März 2018 in Leipzig dirigieren wird. Auf dem Album, das am 6. April 2018 in Deutschland und am 20. April international erscheint, wird der besondere Moment festgehalten, außerdem ist »Siegfrieds Trauermarsch« von Richard Wagner zu hören.

Beide Alben sind Teil eines umfassenden Bruckner-Zyklus bei Deutsche Grammophon, für den sämtliche Symphonien des Komponisten vom Gewandhausorchester und Andris Nelsons live eingespielt werden und jeweils ergänzt durch Auszüge aus Opern Wagners. Der Zyklus zeichnet sich nicht nur durch die hochkarätigen Interpreten aus, sondern durch eben diese außergewöhnliche Programmzusammenstellung. Die Gegenüberstellung der Symphonien mit Werken Wagners macht zum einen die unterschiedlichen Persönlichkeiten der Komponisten erkennbar, zum anderen die faszinierenden Parallelen in der Konzeption ihrer Arbeit.

»Wagners Musik geht – ebenso wie Bruckners – weit über den Intellekt hinaus. Beide Komponisten berühren in ihrer Musik existenzielle Fragen und erschließen spirituelle Dimensionen«, sagt Andris Nelsons. Zum Ausdruck kommt dies in der soghaften Dichte und starken Emotionalität der Musik, die den Hörer unmittelbar berührt. Kaum ein Klangkörper vermag dies intensiver umzusetzen als das Gewandhausorchester. Nelsons weiter: »Insbesondere bei Bruckners Kompositionen entfacht das Orchester einen unglaublich variantenreichen Klang. Diese immense Farbenvielfalt und den Sinn für das romantische Repertoire des Orchesters möchte ich mit den Aufnahmen weiter kultivieren und nach außen tragen.«

Andris Nelsons zählt zu den spannendsten Dirigenten der Gegenwart. Als Chefdirigent des Boston Symphony Orchestra hat er bereits bemerkenswerte musikalische Akzente gesetzt; mit dem Engagement als Gewandhauskapellmeister hat er nun eine neue musikalische Herausforderung angenommen. »Das ist ein besonderer Titel«, sagt er, »verbunden mit einer großen Tradition, der ich gerecht werden möchte«. Gleichzeitig sei das Gewandhausorchester aber immer auch innovativ gewesen. Sein Ziel sei deshalb, neben der Werkpflege der großen Meister auch neue Werke zur Aufführung zu bringen.

Bereits in den vier Festwochen wird dies deutlich, das Programm vereint Werke aus den verschiedensten Epochen – von Bach über Tschaikowsky bis hin zu Jörg Widmann. Kurz darauf führt Nelsons die erste Europatournee mit dem Gewandhausorchester an renommierte Konzerthäuser, darunter die Elbphilharmonie, das Concertgebouw Amsterdam sowie den Wiener Musikverein.

Ein vielversprechender Start für eine neue musikalische Ära in Leipzig.