Mojca Erdmann – Biographie

»Mojca Erdmann sang die Susanna mit lieblicher, betörender Stimme und unprätentiöser Ehrlichkeit.«
Opernrezension zu Le nozze di Figaro an der Met, The New York Times, 29. Oktober 2012

»Mojca Erdmann ist eine ätherische, federleichte Lulu, präzise wie ein Laser . . .«
Opernrezension zu Lulu in Berlin, Financial Times (London), 10. April 2012

In Hamburg geboren, erhielt Mojca Erdmann im Alter von sechs Jahren ersten Geigenunterricht und sang im Kinderchor der Hamburgischen Staatsoper. Mit 14 begann sie ein Gesangsstudium bei Evelyn Herlitzius und arbeitete anschließend mit Hans Sotin an der Kölner Musikhochschule, wo sie auch Geige studierte. Beim Bundeswettbewerb Gesang gewann sie 2002 einen ersten Preis sowie den Sonderpreis für Zeitgenössische Musik. Im August 2005 erhielt sie den NDR Musikpreis beim Schleswig-Holstein Musik Festival und den Luitpold-Preis beim Musikfestival Kissinger Sommer.

Schon als Studentin gehörte Mojca Erdmann zum Ensemble der Komischen Oper Berlin und trat zudem an der Deutschen Oper Berlin sowie in Basel und Mannheim auf – zu ihren Rollen gehörten Oscar (Un ballo in maschera), Blonde (Die Entführung aus dem Serail), Zerlina (Don Giovanni), Norina (Don Pasquale) und Humperdincks Gretel. 2006 gab sie ihr Debüt bei den Salzburger Festspielen mit der Titelpartie von Mozarts Zaide unter Leitung von Ivor Bolton (erschienen bei Deutsche Grammophon auf DVD) und sang dort im Jahr darauf ebenfalls unter Bolton die Rolle der Zelmira in Haydns Armida. Mit den Berliner Philharmonikern unter Leitung von Sir Simon Rattle wirkte sie in der Aufführung und Aufnahme von Ravels L’Enfant et les sortilèges mit. Rattle lud sie zudem ein, den Waldvogel in einer Neuinszenierung von Wagners Siegfried in Aix-en-Provence und bei den Salzburger Osterfestspielen zu singen. In der Spielzeit 2009/10 gab sie jeweils ihr Rollendebüt als Sophie in Strauss’ Der Rosenkavalier in Stuttgart und als Ännchen in Webers Freischütz am Theater an der Wien.

Als gefragte Interpretin von Werken des zeitgenössischen Musiktheaters gab Mojca Erdmann ihr Debüt an der Berliner Staatsoper in der Uraufführung von Takemitsus My Way of Life unter Leitung von Kent Nagano. Sie genießt darüber hinaus großes Ansehen als Konzert- und Liedersängerin. Nikolaus Harnoncourt lud sie ein, in Schumanns Das Paradies und die Peri im Wiener Musikverein sowie in Schumanns Szenen aus Goethes Faust im Amsterdamer Concertgebouw zu singen. 

2010 feierte die Sopranistin einen großen Erfolg bei den Salzburger Festspielen, als sie in der Uraufführung von Wolfgang Rihms neuer Oper Dionysos die führende Sopranpartie sang. Zu ihren Verpflichtungen in der Saison 2010/11 gehörten Despina in Così fan tutte und Zerlina in Don Giovanni in Baden-Baden – beide geleitet von Yannick Nézet-Séguin und von Deutsche Grammophon aufgenommen – sowie ihr Debüt an der Oper von Nizza als Marzelline in Fidelio, Pamina in Die Zauberflöte in Köln und ihr Debüt an der Bayerischen Staatsoper als Adele in Die Fledermaus. 2011 trat sie erstmals an der Metropolitan Oper auf, wo sie Zerlina in einer Neuinszenierung von Don Giovanni und den Waldvogel in Siegfried sang. Die letztgenannte Aufführung erschien im September 2012 auf DVD bei Deutsche Grammophon. In der folgenden Spielzeit kehrte sie als Susanna in Mozarts Le nozze di Figaro an die Met zurück. 2012 gab sie ihr viel gerühmtes Rollendebüt als Bergs Lulu in einer Neuinszenierung der Berliner Staatsoper unter Leitung von Daniel Barenboim und wirkte in der Uraufführung von Rodion Schtschedrins Kleopatra und die Schlange bei den Salzburger Pfingstfestspielen unter Leitung von Valery Gergiev mit.

Mojca Erdmann begann die Saison 2013/14 mit Galakonzerten in Aarhus, es folgten ihre ersten Auftritte beim Internationalen Kammermusik-Festival in Jerusalem und beim Zermatt Festival. Sophie in Strauss’ Der Rosenkavalier singt sie bei ihrem Debüt an der Wiener Staatsoper sowie an der Met, der Bayerischen Staatsoper in München und am Théâtre des Champs-Elysées in Paris. Als Mozarts Zaide ist sie in einer konzertanten Aufführung beim Reutlinger Mozartfest zu hören. Konzerte und Recitals gibt sie darüber hinaus im Berliner Konzerthaus, im Grazer Musikverein, in der Frankfurter Oper und Alten Oper, im Musikzentrum Helsinki, im neuen Konzertsaal in Aalborg, im Wiener Musikverein, im Madrider Auditorio Nacional und im Festspielhaus Baden-Baden. Hinzu kommen Aufführungen von Orffs Carmina Burana in Tokio und eine Recital-Tournee durch mehrere japanische Städte mit dem Harfenisten Xavier de Maistre. Für den Sommer 2014 sind Auftritte als Strauss’ Sophie bei den Salzburger Festspielen und in Rihms Fremdes Licht beim Mozartfest Würzburg geplant. 

2010 wurde Mojca Erdmann Exklusivkünstlerin von Deutsche Grammophon. Ihre erste Studioaufnahme unter dem neuen Vertrag – Mozart’s Garden mit dem La Cetra Barockorchester Basel unter Leitung von Andrea Marcon – erschien im April 2011. Im Oktober des Jahres folgte Mozarts Konzertarie Ch’io mi scordi di te mit der Pianistin Hélène Grimaud und dem Kammerorchester des Bayerischen Rundfunks. Die Baden-Badener Aufführungen von Don Giovanni und Così fan tutte wurden im September 2012 bzw. August 2013 veröffentlicht. Die Lulu der Berliner Staatsoper kommt im Mai 2014 auf DVD heraus.

10/2013

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