Trifonovs Tribut an den Letzten der Romantiker

Pianist Daniil Trifonov glänzt in seinem ersten Studioalbum für Deutsche Grammophon mit Rachmaninows Paganini-Rhapsodie und Klaviervariationen. Zudem präsentiert er Rachmaniana, eine eigene Komposition.

 

»… fraglos der erstaunlichste junge Pianist unserer Zeit …« (The Times, Juli 2015)


Rachmaninov Variations heißt Daniil Trifonovs erstes Studioalbum. Der Titel ist Programm. Trifonovs jüngste Aufnahme für Deutsche Grammophon ist ein Tribut an sein musikalisches Idol, an Sergei Rachmaninow. Der 24-jährige russische Künstler beschwört Seele und Geist der Kunst seines Landsmanns.

In zwei Bravourstücken des Soloklavierrepertoires, den Variationen über ein Thema von Chopin und Variationen über ein Thema von Corelli, taucht Trifonov ein in die romantische Gefühlswelt im Werk Rachmaninows. Mit Rachmaniana, der Ersteinspielung einer eigenen Komposition, zollt er dem legendären Pianisten und Komponisten seine Hochachtung. Und mit der Rhapsodie über ein Thema von Paganini – begleitet vom Philadelphia Orchestra und Yannick Nézet-Séguin – begibt er sich auf die Lebensspuren des Musikers. Die Verbindung zu Rachmaninow ist hier besonders stark, das Philadelphia Orchestra war Rachmaninows nordamerikanisches Lieblingsorchester. Es spielte 1934 die Uraufführung des Werks mit dem Komponisten am Klavier. »Rachmaninows Musik ist Teil der DNA des Orchesters«, erklärt Trifonov, »fast scheint es, als spiele es die Musik ohne Anstrengung.«

Nachdem Daniil Trifonov im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspiel und bald darauf auch mit eigenen Kompositionen begann, dauerte es nicht lange, bis er seine Leidenschaft für die ausdrucksvolle Musik Rachmaninows entdeckte. »Kulturell identifiziere ich mich vor allem mit Rachmaninow«, sagt er. »Seine russische Seele und seine Vorliebe für die Musiksprache der Romantik sind mir sehr nah.«

So komponierte Trifonov das fünfsätzige Rachmaniana als »eine Art Hommage an den Komponisten«. Es ist ein Werk für Soloklavier voller Virtuosität und Lyrik und »sehnsüchtigem Verlangen«, wie er es nennt, durchdrungen von der »musikalischen Poesie« Rachmaninows, die das Spiel in allen Stücken dieses Albums prägt.

Hörbar für das Publikum: »Wie in Trance spielte Trifonov den Traum eines langsamen Satzes, eng verbunden mit … der emotionalen Seele von Rachmaninow selbst«, schreibt die Times nach seiner Aufführung des Klavierkonzerts Nr. 1 in der Royal Festival Hall im April. Und der San Francisco Chronicle berichtet über die »draufgängerische, höchst unterhaltsame Darbietung« der Rhapsodie über ein Thema von Paganini in der Davies Symphony Hall in San Francisco, während die Washington Post eine Aufführung des Werks schlicht »ein Wunder« nennt.

»Diese Interpretationen, die so voller Originalität und visionärer Kraft sind, bestätigen Daniil Trifonovs Rang als einer der größten Pianisten der Gegenwart«, erklärt Ute Fesquet, Vice President Artist and Repertoire der Deutschen Grammophon, »und als Erbe der reichen Tradition der russischen Klavierschule.«

Daniil Trifonov kehrt im Oktober nach Philadelphia zurück, um Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 4 aufzuführen. Anschließend spielt er in Großbritannien und Island das Klavierkonzert Nr. 2 des Komponisten mit dem Philharmonia Orchestra. Weitere Werke von Rachmaninow bringt er in der Saison 2015/16 in Japan mit der Tschechischen Philharmonie auf die Bühne sowie mit den New Yorker Philharmonikern in New York, wo die Klavierkonzerte Nr. 2, 3 und 4 auf dem Programm stehen. 




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