TONIGHT Welthits von Berlin bis Broadway 4792483

. . . ein perfekt inszenierter Abend . . . musikalisch überzeugend . . .

. . . Christian Thielemann hatte allen Grund, sich abermals vor der Diva dirigierend zu verbeugen, während sie Robert Stolz, George Gershwin und vor allem Frederick Loewes "I Could Have Dances All Night" hinreißend sang . . . Die Staatskapelle verband das Festliche mit dem Meisterhaften, begleitete die Sänger sensibel und spielte dazwischen lustvoll auf. Viel Schwung steckte im Intermezzo von Eduard Künnekes "Tänzerischer Suite". In Gershwins Ouvertüre zu "Strike Up the Band" schliffen die Posaunen die Töne meisterlich. Und beim abschließenden "Tonight" holte Thielemann aus Leonard Bernstein den Klangmaler hervor.

Star-Dirigent Thielemann ist der Quotensieger . . . Faszinierend: US-Sopranistin Renée Fleming (54) und [Welt-Tenor Klaus Florian Vogt (43)] . . .

. . . wie die bestens aufgelegte Staatskapelle das Oeuvre von Paul Lincke und Robert Stolz bis hin zu George Gershwin und Leonard Bernstein sowie wieder zurück zu Johann Strauß Sohn adelte, es gleichsam perlend frisch auf Champagner-Qualität zog, das war den Besuch wert. In dieser Besetzung und mit solcher Hingabe muss diese Musik aufgeführt werden, dann macht sie Spaß . . . [in Sachen Qualität] war auf Nummer sicher gesetzt und mit der amerikanischen Sopranistin Renée Fleming sowie dem am Hause bestens bekannten Tenor Klaus Florian Vogt ein Duo perfekter Stimmen verpflichtet worden. La Fleming, schon wiederholt als Thielemanns Liebling wie auf Händen getragen, gab ganz die Diva, mal lasziv, dann wieder energisch als Temperamentsbündel, und stets mit wohlgeführtem Organ. Vogt . . . [punktete] mit Anmut und Textverständlichkeit . . . Mit sprichwörtlichem Kapellmeister- Handwerk vermittelte Thielemann als Tonabnehmer zwischen Solisten und Orchester, aus dem ebenfalls funkelnde Soli aufblitzten und das sich in einer Filmmusik von Leo Leux gar als swingende Big Band erwies . . . Eine Abfolge von musikalischen Kostbarkeiten, die so in keinem anderen Programm zu hören sein dürfte . . .

Im deutschen Repertoire mit Werken von Lincke, Künneke, Stolz und anderen waren die Protagonisten gut aufgelegt. Thielemann und die Staatskapelle produzierten einen vielschichtigen, nie zu sehr gefühligen Sound. Renée Flemings "Du sollst der Kaiser meiner Seele sein" aus der Operette "Der Favorit" von Robert Stolz geriet in allen Facetten berückend schön . . . Überhaupt Renée Fleming: Die US-Amerikanerin war das künstlerische Pfund des Programms, zeigte sich in beiden Fächern, Operette wie Musical, als Könnerin.

. . . mit zwei Ausnahmekünstlern wie der amerikanischen Sopranistin Renée Fleming und dem Tenor Klaus Florian Vogt . . . sind die Zutaten für ein schwungvolles und mitreißendes Konzert [gegeben] . . . [Renée Fleming]: Sie spielt und flirtet mit dem Publikum, bringt Farbe und Ausdruck in den Gesang, und es ist klar, Fleming ist wirklich in jeder Hinsicht eine große Diva. Großartig ihre Interpretation von Kurt Weills "Foolish Heart", beschwingt als Zugabe ihr "Fascinating Rhythm" von George Gershwin . . . Die Sächsische Staatskapelle Dresden unter Christian Thielemann spielt einen heiteren, einen beschwingten und pfiffigen Sound. Großartig die Interpretation von Künneckes Intermezzo aus der Tänzerischen Suite. Als ob sie nie etwas anderes gespielt hätten, ertönen Jazzklänge vom Feinsten. Und das Thielemann gerne zu seinen Berliner Wurzeln zurückkehrt, ist für jeden bei Paul Linckes Marsch "Berliner Luft" hörbar. Ob man will oder nicht, man muss einfach mitklatschen, weil Thielemann hinreißend dirigiert. Doch er ist vor allem ein wunderbarer Begleiter, insbesondere Renée Flemming trägt er förmlich auf Händen . . . Das Publikum ist sichtbar begeistert. . .

. . . ein mehrheitlich tanzbares, zum Teil sogar überragend schönes Potpourri zwischen Operette und Musical . . . Besonders Renée Fleming mit "Foolish Heart" von Kurt Weill, "Fascinating Rhythm" und "The Loreley" von Gershwin kann mit groovigen Jazzkeller-Erfahrungen punkten . . . Mit silbrig flittrigem, fast möchte man sagen: mit feinem "Lametta-Ton" prunkt die Staatskapelle Dresden bei den hier durchweg gelungenen Instrumentalstücken . . . Gute Laune macht diese CD . . .

Die Meriten beim Servieren der leichten Muse . . . [lagen] vor allem bei dem amerikanischen Opernshowwunder Renée Fleming. Wie gekonnt und facettenreich und dabei stets charmant sie jede einzelne Solonummer mit einer Vielfalt an stimmtlichen Ausdrucksmitteln "verkaufen" kann, ist . . . faszinierend. Zum Bigband-Sound der Staatskapelle etwa in Gershwins "The Loreley" klingt ihr Sopran ebenso temperamentvoll idiomatisch wie in Robert Stolz schmachtendem "Du sollst der Kaiser meiner Seele sein". Vollends begeistern kann sie dann als um den Tenor Klaus Florian Vogt in populären Duetten (Robert Stolz: "Zwei Herzen im Dreivierteltakt" und Bernsteins "Tonight") in einer fulminaten Gesangskür vokal geradezu herumtanzende Partnerin. Lustiger und mit sinngebender Betonung hat man Irving Berlin "Anything you can" bislang kaum erleben können. Fleming beherrscht die deutsche Sprache ausgezeichnet und schlägt aus dem dramaturgisch geschickten Wechsel zwischen Englisch und Deutsch während der Strophen regelrecht Kapital . . . Christian Thielemann als lasziver und dann wieder zupackender Vorstand des Orchesters ist ein ausgebuffter und versierter Stilist . . . Wie wandlungsfähig man sein muss für den großen Effekt, den die leichte Muse machen kann, demonstriert die auf Thielemann eingeschworene Staatskapelle auf höchst eindrucksvolle Weise . . . Dabei gerät die erforderliche Leichtfüßigkeit in faszinierender Weise niemals aus dem Fokus.

. . . [der "Star" dieses Neujahrskonzertes] ist das vorzügliche Orchester: die Staatskapelle Dresden, die diese Musik mit einer Spielkultur adelt, die keinen Vergleich zu scheuen braucht . . .

Der "Star" dieses Neujahrskonzertes aus Dresden ist . . . das vorzügliche Orchester: die Staatskapelle Dresden, die diese Musik mit einer Spielkultur adelt, die keinen Vergleich zu scheuen braucht.

Grande straussienne et adepte du crossover . . . Renée Fleming est très à l'aise dans l'univers de l'opérette germanique, qu'elle interprète avec les mêmes moyens vocaux que le répertoire le plus classique, mais avec le piquant et l'esprit qui convient . . . La réunion des deux voix fonctionne malgré leurs différences . . . et l'on se laisse emporter par la grande valse de Robert Stolz, "Zwei Herzen im Dreivierteltakt" ou par le comique du duo "d'Annie Get Your Gun", interprété mi en anglais, mi en allemand ! Et c'est un régal de voir le d'ordinaire très sérieux Christian Thielemann se déboutonner et fléchir les genoux pour donner plus de swing à l'excellente Staatskapelle de Dresde, ainsi qu'au non moins impeccable choeur du Semperoper. Voilà donc un concert du Nouvel An hautement recommandable (et également disponible en CD).