MOZART Piano Quartets  Fauré Quartett

Share

W. A. MOZART

Klavierquartette
Piano Quartets KV 478 · KV 493
Fauré Quartett
Int. Release 02 Jan. 2006
1 CD / Download
CD DDD 0289 477 5885 3 GH
The phenomenal Fauré Quartett interprets both of Mozart’s rarely-played Piano Quartets – and delivers a musical discovery!


Tracklisting

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Piano Quartet No.1 in G minor, K.478

Piano Quartet No.2 in E flat, K.493

Fauré Quartett

Gesamtspielzeit: 52:28

. . . diese Aufnahme der beiden Klavierquartette durch das Fauré Quartett [wird] zu den wertvollsten diskographischen Taten des Jahres gehören . . . die Spielart des Fauré Quartetts ist ungemein prägnanter; hier läuft ab der ersten Sekunde ein hochenergetisches Geschehen ab, das der Mozart eigenen Vielzahl der Perspektiven gerecht wird und auch in sensiblen und heimlich-leisen Passagen von einem feurigen Temperament durchdrungen ist.

It is always impeccably coiffured, not a note out of place, ensemble precise . . . The Fauré Quartet are supremely proficient . . .

. . . the flawless fingerwork of the piano . . . contributes great brilliance . . . the E flat Quartet is well handled . . . There is a good response to the longer lines that characterize the work, and . . . sensitive and very effective exchanges between the bright, forward tone of the piano and the string trio answers . . . The players also help to articulate Mozart¿s structures with greater variety of tone and with rather more flexibility of tempo. This is a bright . . . performance . . .

The slow movements are the best . . .

The performances by this group of young German musicians, which have received positive reviews elsewhere, offer highly proficient, modern Mozart-playing. The first movement of No. 1 . . . showcases the group's strengths . . . dynamics are used effectively for shape and contrast, intonation is flawless, and articulations are clean as so many whistles.

Ihnen sitzen die Werke wie angegossen. Mit Ruhe und Gelassenheit reizen sie alle klanglichen Möglichkeiten aus, die diese Konstellation musikalisch für sie bereithält . . . an Interpretationen des Fauré-Quartetts [hört man] sofort ganz konkret, was hier den Unterschied ausmacht: der Feinschliff kammermusikalischer Transparenz. Die Kunst, höflich hinter dem anderen zurückzutreten, und zwar ohne im Mindesten hinter diesem zu verschwinden. Sich klein zu machen, um desto schöner zu leuchten. Dialog bestand immer schon in der Kunst des Zuhörens. In der Fähigkeit, ausreden zu lassen, ohne zugetextet zu werden. Genau diese symmetrische Kunst zeigt sich in der neuen CD mit Brahms' Klavierquartetten Nr. 1 und 3 mit überraschendem Ergebnis: Indem die vier ebenso dezenten wie brillanten Musiker sich ins Musik-Gespräch vertiefen, wächst sich ihr Klang sinfonisch aus. Er gewinnt an Größe und Dimension, ohne Klarheit und Durchsichtigkeit einzubüßen. Dies scheint zunächst vor allem das Verdienst des molluskenhaft wendigen Pianisten Dirk Mommertz zu sein. Mommertz trippelt und koloriert, stachelt an und zieht sich dann diskret murmelnd in eine Ecke der Musik zurück. Er gibt nicht den pianistischen Motor der Formation . . . Aber er klärt, analysiert und vernetzt die Klänge, die so orchestral miteinander verschmelzen können.

Das Fauré Quartett würdigt Mozarts 250. Geburtstag 2006 mit einer sehr geschmackvollen Einspielung der beiden Klavierquartette KV 478 und KV 493 . . . Martha Argerich sagte über das Fauré Quartett: "Wer dieses Quartett gehört hat, der möchte es wieder hören!" Wenn das kein musikalischer Ritterschlag ist!

Mit dem Fauré Quartett wird der Esprit und der Humor von Mozart zu einer befreienden Erkenntnis.

. . . den vier Interpreten ist ihr jahrelanges Zusammenspiel ganz deutlich anzumerken: Jede Phrase ist da gemeinsam geatmet, jeder Gedanke gemeinsam formuliert und jedes Piano gemeinsam in die Saiten und Tasten gestreichelt. Hier klingt das Miteinander von Streichern und Klavier wirklich wie aus einem Guss . . .

"Wer das Fauré-Quartett einmal hört, muss es wieder hören." (Martha Argerich)

. . . die neue Aufnahme mit dem Fauré-Quartett ist Kammermusik auf allerhöchstem
Niveau . . . Kontraste auf engstem Raum und das Fauré-Quartett kostet sie genüsslich
aus. Die Aufnahme präsentiert ein durchsichtiges Klangbild, präzise bis in die letzte Note.

Das Quartett meistert die Hürden mozartianisch perfekt. Dahinschwebende Nachdenklichkeit, stellenweise Verzweiflung gehen über in kurzen Frohsinn, der flugs zum wehmütigen Ausgangspunkt zurückkehrt. Vielleicht eine Widerspiegelung des Charakters, der Mozart nachgesagt wird. Bei Lichte besehen, eher fernab dem zu erwartenden Mainstream des Jubiläumsjahres und eher "mozartuntypisch", sollten die beiden Stücke gerade deshalb breiteres Gehört finden.

Die wunderbaren Mozart-Aufnahmen sprechen für sich, bieten geistreiches Zusammenspiel und prickelnde Kammermusik vom Feinsten -- und dies anhand zweier Gipfelwerke der Gattung . . .

Hier agieren sie ungeheuer feinsinnig, duftig, delikat ¿ ganz adäquat der eingespielten Musik. Mit schlackenloser Klarheit, perfekt ausgewogen in der Balance der Einzelstimmen und mit viel Liebe zum Detail arbeiten Erika Geldsetzer (Violine), Sascha Frömbling (Viola), Konstantin Heidrich (Violoncello) und Dirk Mommertz (Klavier) das fragile Mit- und Gegeneinander in Mozarts kühnen Partituren plastisch heraus. Ein gelungenes Debüt beim Gelbetikett!

"Wer das Fauré-Quartett einmal hört, muss es wieder hören." (Martha Argerich)
Das Fauré-Quartett wird derzeit als Deutschlands weltbestes Klavierquartett gehandelt . . . die neue Aufnahme mit dem Fauré-Quartett ist Kammermusik auf allerhöchstem Niveau . . . Kontraste auf engstem Raum und das Fauré-Quartett kostet sie genüsslich aus.

Dem Fauré-Quartett ist eine hervorragende Aufnahme gelungen, die sich einerseits durch ihren Reichtum an dynamischen und farblichen Differenzierungen auszeichnet, aber auch mit einem großen, kräftigen Gesamtklang überzeugt, der stets durchsichtig bleibt. Pianist Dirk Mommertz formuliert seinen Part mit solistischer Prägnanz; Mozart verlangt in den Klavierquartetten nicht weniger als vom Solisten in seinen Klavierkonzerten. Zudem hat die Homogenität des Klanges mit der fein austarierten Balance der Streicher unter sich und zum Klavier beim Fauré-Quartett ein Niveau, das von nur sporadisch zusammen musizierenden Ensembles nicht immer erreicht wird . . .

. . . wunderbar schlank und transparent musiziert, lebendig in der Phrasierung, perfekt in der Balance zwischen Virtuosität und Intimität . . . das Fauré Quartett [bestätigt] mit diesem Debüt bei der Deutschen Grammophon . . . seinen außerordentlichen Rang.

"Zehn Jahre Fauré-Quartett" -- das bedeutet im vorliegenden Fall unglaublich homogene und zugleich komplexe Musizierqualität. Dieser Mozart ist ein "Mozart von heute" ohne den Gewaltbruch des "alles anders Machens", ohne Aufgesetzt- oder Gewolltheiten, transparent, leuchtend, je nach Erfordernis als Quartett oder als Solo-Klavier mit Trio-Gegenpart agierend . . . Faszinierend ist dabei immer wieder die klangfarbliche Korrespondenz mit der Klavierstimme. Wichtiger als alle diese unverzichtbaren Einzelqualitäten für sich genommen ist ihre Frucht: ein facettenreicher, mehrdimensionaler Mozart, der wieder durch sich selbst wirkt, den Hörer vom ersten Ton an nie mehr losläst, hineinzeiht, überrascht, zum Mitfreuen und manchmal ein wenig zum "Mitleiden" verführt -- und der bei aller Begeisterung für den künstlerischen Ansatz auch klangtechnisch den Eindruck hinterlässt: Es geht ja doch! Den Faurés und dem Aufnahmeteam der Deutschen Grammophon scheint ein überzeitlicher Wurf gelungen zu sein.

Soviel feinste Nuance, soviel Sensibilität und ein solches Aufeinanderhören bringen die beiden einzigen Werke, die Mozart für diese Konstellation schrieb, hervorragend zur Geltung: Ein echter Glücksfall, zumal auch aufnahmetechnisch Vorzügliches geleistet wurde.

Das Fauré Quartett ist ein "echtes" Klavierquartett und das bereits seit über zehn Jahren. In dieser Aufnahme mit Mozarts beiden Klavierquartetten steckt also zweifellos ein Höchstmaß an Erfahrung im Zusammenspiel. Das hört man der Aufnahme von der ersten Sekunde an. Kontrastreichtum, Buntheit ist die oberste Tugend. Nach düster emphatischen Moll-Akkorden tauchen die Streicher im 1. Satz des g-Moll Quartetts, KV 478, schüchtern weg. Es klingt, als wollten sie das Klavier, das eben so kraftvoll einsetzte, wieder zur Ruhe und Besonnenheit auffordern. So organisch und ausbalanciert das Spiel der Vier ist, so konfliktreich (im positiven Sinn) ist es in der Folge. Das Fauré Quartett findet nicht nur die adäquaten Tempi, es findet auch die perfekte Dynamik. Es scheut sich nicht, die typischen Mozart-Wendungen, gerade die Kadenzschlüsse, das Floskelhafte so weit es geht zurückzudrängen und das (übertrieben formuliert) Spektakel dieses raren, meisterhaften Mollsatzes zu inszenieren. Dagegen dominiert schlichter Schönklang das lichte, freundliche Andante. Kunstvoll verwoben und in schmerzlich edlen Linien hat dieser Satz den Charakter eines Opernensembles. Die Tontechnik ist solcher Interpretation wohl gesonnen und zeichnet den Streicher- und Klaviersound leicht weich. Ebenfalls weit von den Verwerfungen des 1. Satzes entfernt, ist das Rondo im glänzenden Dur. Spielfreude und Witz beherrschen diesen Satz. Das Fauré Quartett hat sich selbst nach vielen vielen Interpretationen dieses Stücks nicht daran müde oder ideenlos gespielt . . . [Es-Dur Quartett]: . . . Hier trübt nichts die Heiterkeit. Die Detailverliebtheit des Fauré Quartetts hebt diese Musik jedoch weit über das Klischee vom braven hübschen Mozart hinaus.

Le clavier . . . de Dirk Mommertz s¿acquitte de sa tâche avec une grande rectitude . . . Les cordes qui l¿accompagnent sont volontiers acérées . . .

. . . le Quatuor Fauré propose des articulations intéressantes, fait vivre le développement, prépare très bien la réexposition . . . Ensemble constitué, le Quatuor Fauré aborde ces deux ¿uvres comme uniquement chambriste ; l¿entente est donc parfaite, l¿équilibre instrumental évident.

"Aquel que haya escuchado al Cuarteto Fauré querrá volver a oír-lo de nuevo''. (Martha Argerich)

El Cuarteto respeta la perfecta ecuanimidad que Mozart otorga a los cuatro instrumentos, logrando una maravillosa síntesis de cada una de sus voces al dejar el espacio necesario para que la música respire y se desprenda de ella la clara luminosidad que irradian ambas obras. Un conjunto con mucho futuro.

La interpretación del Fauré Quartett refleja limpieza y seguridad al enfrentarse a un compositor y un género que impone respeto a cualquier intérprete por su transparencia . . . Su perfección y conjunción dan a estos cuartetos esa sensación de naturalidad y espontaneidad que requieren las grandes obras de cámara. Un magnífico disco para celebrar con Deutsche Grammophon el 250 aniversario.


Mozart's Piano Quartets: A Synthesis of Chamber Music and Concerto


In Mozart's handwritten catalogue of his works, the first of his piano quartets - K.478 in Gminor - follows immediately after his Masonic Funeral Music, while the second - K.493 in E flat major - is entered immediately after Le nozze di Figaro. In each case this juxtaposition is more than mere chance. Completed in July 1785, K.478 in G minor - a key that Mozart used only rarely but which had very specific expressive associations for him - inhabits a world of emotion which at least in the case of its opening Allegro is related to that of the Masonic Funeral Music. Its companion piece was completed on 3 June 1786, its brighter major tonality creating a far more relaxed impression and evoking the mood of an operatic scene pulsating with vitality.

Both works - they are Mozart's only contribution to the medium of the piano quartet - share the same artistic aspirations, even if their basic characters are very different. From a historical point of view, it is Mozart whom we have to thank for establishing the hybrid combination of string trio and piano on a convincing footing, although it has to be said that with the exception of Schumann, Brahms and Reger, no other composer followed him down this road and wrote piano quartets of such merit. In the second half of the 18th century, chamber works with keyboard accompaniment still belonged for the most part to the world of galant entertainment. This thought was no doubt uppermost in the mind of the publisher Franz Anton Hoffmeister when he commissioned three piano quartets from Mozart. The precise details of this commission are shrouded in mystery, and a later report on the fate of this commission has likewise come down to us only at second-hand in the form of a remark by Georg Nikolaus Nissen to the effect that the first quartet "initially appealed to so few people that the publisher Hofmeister [sic] made the composer a present of the advance on condition that the latter did not write the other two quartets that had already been agreed to; the publisher would then be released from his contract". This report may well be true in essence, as Hoffmeister did indeed publish only the Gminor Quartet, although we now know that he also spent some time working on its successor: he had already engraved the viola, cello and piano parts in his own workshop before the score passed into the hands of his rival in Vienna, Artaria & Co., who engraved the missing violin part and published a full set of parts in 1787.

The failure of these two works to make any impression on their audiences may seem incomprehensible to us today, given their outstanding musical qualities. But we must remember that in Mozart's day chamber music was still addressed for the most part to performers, rather than to passive listeners in the concert hall. Even if the amateur musicians of the period were often astonishingly accomplished, they generally expected works that were technically not too difficult, works that were easy to understand and agreeably entertaining - performing music together was a prime opportunity for social intercourse. (Not until a later date did it become customary for listeners to immerse themselves in the music in a spirit of rapt contemplation.) The instant appeal of this kind of tuneful memorability was never really of interest to Mozart, but nor did he deliberately flaunt his artistic stature by writing complex music. Yet his creative curiosity and boundless artistic abilities released an enormous potential for discovering new solutions in the challenges that he made his own, giving many of his compositions the stylistic uniqueness that renders otiose all comparisons with similar works by other musicians. This is certainly the case with these two piano quartets, which tower above their age, unequalled as expressions of an utterly personal compositional language.

They owe their individuality in essence to the experiences that Mozart gleaned during his early years in Vienna when he was working on a series of keyboard concertos and string quartets. In the case of the latter he had to contend with the technical challenges involved in creating a balance between four equal voices, while in the case of the former he had to establish a relationship between solo virtuosity and symphonic ensemble within the framework of a tension-laden dramaturgical structure. The style of writing appropriate to the intimacy of the string quartet, with its densely detailed contrapuntal textures, was now combined with a concertante dialogue between solo and tutti, a dialogue transferred to the public arena. In 1785 and 1786 - and even as early as 1783 with the Quintet K.452 for piano and winds - Mozart must have been extraordinarily attracted by the idea of creating a synthesis of chamber music and the concerto, a synthesis that he will have viewed as a compositional challenge.

One condition for the success of such an experiment lay in Mozart's ability to grant all four instruments equal rights within the musical argument, while at the same time allowing each of the musical partners to come into his or her own. For this, the music needed space in which to unfold, which is why Mozart takes his time in setting forth the full range of combinations of such varied musical ideas. The opening movements of both quartets are cast in regular sonata form. In the Gminor work the unison opening phrase dominates virtually the whole of the movement's musical argument, lending it its sense of tension, whereas a veritable kaleidoscope of themes and motifs is expounded in its companion piece. The slow movements, conversely, are both built around clearly contrasting tonalities and moods: in the Gminor Quartet the contrast is with Bflat major, the relative of Gminor (in his other works in this key, Mozart prefers the relative of the subdominant, Eflat major), while in K.493 the contrast is between Eflat major and its subdominant, Aflat major. In both works, moreover, these middle movements are islands of peace and melodiousness, with moments of unease and disquiet remaining the episodic exception. And both give way to the cheerful joviality of lively rondo finales in the major. These multi-sectional final movements are both built along similar lines, combining the vibrant effortlessness of an envoi with very real musical wit.

Ulrich Konrad

11/2005