R.STRAUSS Vier letzte Lieder / Netrebko, Barenboim

RICHARD STRAUSS

Vier letzte Lieder
Four Last Songs

Ein Heldenleben
Anna Netrebko
Staatskapelle Berlin
Daniel Barenboim
Int. Release 24 Nov. 2014
1 CD / Download
Hardcover Edition:
0289 479 3964 1 CD DDD GH


Tracklisting

Richard Strauss (1864 - 1949)
Vier letzte Lieder, TrV 296

Anna Netrebko, Staatskapelle Berlin, Daniel Barenboim

Ein Heldenleben, Op.40, TrV 190

Staatskapelle Berlin, Daniel Barenboim

Wolfram Brandl, Staatskapelle Berlin, Daniel Barenboim

Staatskapelle Berlin, Daniel Barenboim

Gesamtspielzeit: 1:08:21

I spent most of the first song, "Frühling" (Spring) enjoying the marvellous homogeneity of the string sound, as much a function of the acoustic as the playing. By the second and third songs, my focus was on the rich-voiced soloist, Anna Netrebko, admiring how well she could calibrate her vocal tone. The final line of "September" was simply magical (admittedly, it is one of Strauss's greatest phrases) . . . ["Beim Schlafengehen"]: [she] warmed the final suspended note in this song deliciously . . . In Barenboim's hands, "Ein Heldenleben" was a revelation. I've never felt so strongly that the orchestra was an extension of the conductor . . . there was a palpable sense of engagement from them. However, they were highly responsive to the conductor, shaping their phrases according to his gestures . . . Barenboim has clearly built up a strong rapport with the players, allowing for all manner of subtle tempo fluctuations. From the first upward-leaping arpeggio (which sounded as connected as a stream of water), this piece was heroic without ever being bombastic (always a risk in "Heldenleben"!) . . . The appreciative audience gave a long ovation and many bouquets besides . . . Bring together much-loved musical works, the unbelievable acoustics of the Philharmonie, committed playing and superb direction, and a magic alchemy results. Simply outstanding, or as they say over here: ganz ausgezeichnet.

Anna Netrebko rides the music's ebbing German Romanticism with skill . . .

This performance of "Four Last Songs" is beautifully and sensitively sung . . .

. . . [Netrebko sings "Four Last Songs" with much individuality and] opulence of voice and colour . . . Daniel Barenboim and his Staatskapelle Berlin accompany her eloquently and then add a performance of "Ein Heldenleben" that revels in understated, "echt" German musicianship of long tradition -- an unusual treat.

. . . a most desirable release . . . ["Ein Heldenleben"]: opulent strings, burnished brass, mellifluous woodwinds . . .

. . . [R. Strauss / "Ein Heldenleben"]: [Barenboim's] performance revels in the colours that this fabulous orchestra draws from the score . . . It's the orchestral playing -- the solo horn and violin especially -- that's the real treat in the "Four Last Songs", too; still, the selling point of the disc is that it¿s Anna Netrebko¿s
first foray into singing German on disc . . . the sound is consistently gorgeous . . .

Netrebko sings the "Four Last Songs", which, it must be admitted, is one of the prime reasons why music lovers will be drawn to this disc. She radiates a gorgeous tone, beautifully calibrated in mood and inflection, floating divinely in "Beim Schlafengehen" and powerful in conveying the nub and the modulations of the poetic images throughout the cycle . . . [Daniel Barenboim is] thoroughly at one in finding the music's natural contours and the significant points of instrumental detail . . . he directs a dramatic but reasoned interpretation, by no means grandstanding or overinflated but following the musical narrative . . . Whether in passages of affecting sensibility or those of more theatrical mien, the Staatskapelle . . . play superbly.

. . . what a voice and she's quite touching. Wonderful accompaniments too. "Ein Heldenleben" (Barenboim's second version) is also splendid, both works illustrating the artistry of the new leader Wolfram Brandl, notably of course in his very individual depiction of Pauline in the tone-poem.

. . . a rapt, luminous account of the elegiac "Vier Letzte Lieder" . . . Her voice of unique colour, sumptuous beauty, lovely intonation and musical intelligence makes her interpretation stand up favourably to the formidable competition of great German sopranos of the past, not to mention the tremendous contribution of Barenboim's lush and luxurious orchestral support . . . ["Ein Heldenleben"]: [Barenboim] chooses understatement, clarification of orchestral detail and, with each part subservient to the whole, emphasizing compositional strengths (rather than weaknesses). Unquestionably first choice.

. . . [R. Strauss / "Ein Heldenleben"]: Barenboim approaches the score with distinctive changes from the norm. First and most appealing are the violin solos by concertmaster Wolfram Brandl, which are very closely miked . . . [Staatskapelle Berlin]: The playing here is exuberant and exciting . . .

[Vier letzte Lieder]: Barenboim hält seine Staatskapelle . . . dazu an, sehnigen Schmerz und unerbittliche Trauer in die üppig schwelgende Klangpracht zu mischen. In dichter Vertrautheit ragt die Netrebko neben dem Dirigierpult empor, führt ihre wunderklingende Stimme edel und aufrichtig.

Dem Thema "Frühling" entlockt sie ein Girren und Aufstrahlen, malt die Herbstfarben des "September", die noch die Sommerglut beschwören, plastisch aus. "Beim Schlafengehen" und "Im Abendrot" kommt die gutturale Tiefe ihres wunderbar wendigen Soprans -- von feinsten Pianissimi begleitet -- zu angenehmer Wirkung . . . Sie singt diese "Vier letzten Lieder" auf ihre Weise, in warmen, aber nie auftrumpfenden Tönen. Und das ist gut so. Dirigent Daniel Barenboim behütet sie derweil hochkonzentriert und mit väterlicher Sorgfalt, bettet seinen Stargast gemeinsam mit der weich zeichnenden Staatskapelle Berlin auf ein Daunenbett . . . Mit Bravos bedankt sich das Publikum.

. . . rührend, wie er dem Orchester behutsame, liebevolle leise Töne entlockte. Die Schallglocke, die er über die Instrumente legte, hatte eine Weltabschiedsstimmung zur Folge, die diesen späten Liedern von Richard Strauss gut tat . . . ["Ein Heldenleben"]: Kein anderer als der Komponist selbst ist hier die Hauptperson, und für dieses übersteigerte Selbstbewusstsein an der Grenze zu dekadenter Arroganz fand die Staatskapelle . . . den richtigen Tonfall, eine Süffigkeit, einen breit dahinfließenden Lavastrom. Daniel Barenboim liebt diese klangliche Intensität und kostet sie mit Genuss aus . . . Die Staatskapelle präsentierte sich zum Saisonbeginn in Bestform . . .

Alles ist Gold, was hier glänzt und klingt . . . Anna Netrebko ist nicht nur eine sehr gute, auch eine kluge, vielseitige Sängerin, die vorsichtig umgeht mit ihrer Gottesgabe . . . ihre volle Stimme mit dem unverwechselbar sonnenerfüllten Timbre, die in der Tiefe so direkt und sinnlich orgeln kann, scheint [wie gemalt] . . . [wie sie auf] "Lüften" und "Vogelsang" die endlosen, chromatischen Melismen sich winden und kringeln lässt, perfekt in leicht erreichter Höhe, ist auch das von betörender Künstlichkeit . . . die Staatskapelle mit ihren cremeweichen Hörnern, ihren blühenden Streichern, den singenden Holzbläsern bettet die Singstimme freundschaftlich auf einen endlosen und nie abreißenden Legato-Teppich. Und als dann am Ende das letzte Wort "Tod" mit einem Fragezeichen verklärt wird, der alte Strauss den jungen Strauss zitierend, wo er in den Querflöten noch einmal, ein letztes Mal, die lieben Lerchen aufsteigen lässt, da sind alle so ergriffen, dass es selbst die Strauss-Banausen unter den Netrebko-Fans . . . in andachtsvoller Stille bannt. Wunderbar . . . ["Ein Heldenleben"]: Saftig und bunt wurde das präpotente Selbstporträt des Komponisten durchmusiziert, Oboen und Fagotte zickten und zwickten herrlich nach allen Regeln der Kunst als des Helden Widersacher, und der junge Konzertmeister Wolfram Brandl verlieh der Gefährtin des Helden die allerkapriziösesten Züge.

. . . es könnte sein, dass jetzt mit der . . . angetretenen Combo Anna Netrebko und Daniel Barenboim, die eine dunkel-strahlend, der andere seine geschmacksichere Staatskapelle zu zurückhaltend-weichem, gar nicht langsamem Klangfluss anhaltend, eine weitere Idealkombination an der Spree festgehalten wurde . . . Die Netrebko leuchtete nicht nur stimmlich . . . die Diktion war makellos, ebenso die innig geführte Stimme mit genau sitzenden Vokallinien, schön ausbalanciert zwischen Texttransport und kantilenenzarter Emphase. Die Töne waren perfekt gesetzt, anrührend fast die ein wenig keusche Zurückhaltung der Debütantin . . . [die Netrebko hielt] die konzentrierte, doch flexible regierende Stimmung. Bei ihr haben diese wie aus der Zeit gefallenen, in seidigsten Orchesterschein gekleideten spätromantischen Reflexionen über Sein und Vergehen, Werden und Verdämmern, Herbst und Tod eine existenzielle Tiefe. Weil die Stimme nicht nur Glanz, ja Glamour, und positive, fein fokussierte Helle besitzt, sondern auch eine abgetönte, schattige Farbe der Vehemenz, ja unabänderlichen Schwere. Das steht dieser Musik sehr gut, und wird sich bei weiteren Aufführungen nur noch differenzierter ausgestalten. Und Daniel Barenboim . . . legte ein süffiges, sattes "Heldenleben" nach, das sich einmal mehr als ein Referenzstück des Orchesters erwies, vor dem auch Richard Strauss sehr oft gestanden hat. Barenboim mag es zackig oder zärtlich . . . die Staatskapelle und ihr . . . [Chefdirigent] klangen bestens aufgestellt.

. . . es könnte sein, dass jetzt mit der Combo Anna Netrebko/Daniel Barenboim, die eine dunkel-strahlend, der andere seine geschmackssichere Staatskapelle zu weichem, gar nicht langsamem Klangfluss anhaltend, eine weitere Idealkombination an der Spree festgehalten wurde . . . Die Netrebko leuchtet nicht nur stimmlich . . . Die Diktion war makellos, ebenso die innig geführte Stimme mit genau sitzenden Vokallinien, fein ausbalanciert zwischen Texttransport und kantilenenzarter Emphase. Bei ihr haben diese wie aus der Zeit gefallenen spätromantischen Reflektionen über Stein und Vergehen existenzielle Tiefe. Weil die Stimme nicht nur Glanz, ja Glamour und positive, fein fokussierte Helle hat, sondern auch eine abgetönte, schattige Farbe der Vehemenz, ja unabänderlichen Schwere.

. . . [Netrebkos Stimme war] nie dunkler als heute: ein stark wirkendes Narkotikum. Die Russin hat aber mittlerweile noch eine merkliche Reife dazu gewonnen, welche diesen Abgesängen eines greisen Genies anrührende menschliche Glaubwürdigkeit verleihen. Dass also diese Interpretation eine solche Tiefe aufbrechen lässt, hebt sie aus der Fülle der exzellenten Einspielungen heraus. Am Pult der Staatskapelle Berlin geht Barenboim auf's Ganze. Er macht auch die Erdenschwere dieser Lieder erfahrbar. Und seiner Sängerin mutet er zu, ihr Organ voll auszuschöpfen und dabei auch ihre Physis, ihre Körperlichkeit zu offenbaren. Die Tiefe, etwa zu Beginn des "Frühlings", wirkt geradezu schwarz, der unnachahmliche Aufschwung der Stimme, den Strauss hier komponierte, geschieht ohne Oberflächenglanz, sondern wird mit existentieller Bedeutung aufgeladen. Und "Im Abendrot" wird in elegischem Tempo ein Abschied vom Leben gefeiert, der in keiner Sekunde ästhetisiert würde, sondern im Gesang auch und gerade Selbstzweifel und Erschrecken des singenden Subjekts hörbar macht . . . eine wichtige und ernste Deutung . . .

Ihre Aufnahme des melancholischen Spätwerks von Richard Strauss enthält wunderschöne Sopranklänge, grundiert von einem edlen Orchestersound . . . Deutlich merkt man, dass ihr Sopran dunkler und schwerer geworden ist . . . Aber Netrebko ist eine so gute und gewissenhafte Musikerin, dass sie daraus Kapital schlägt und nicht nur glanzvoll auftrumpft, sondern auch verhalten leuchtende Farben malt, wenn im dritten Lied "die Seele" in freien Flügen schwebt -- ähnlich im "stillen Land" der abschließenden Eichendorff-Vertonung. Dazu nutzt sie auch Atem-Zäsuren, passt notfalls den Text ein wenig an. Ihr Partner in dieser Einspielung ist Daniel Barenboim mit seiner Staatskapelle Berlin -- ein vorzügliches Orchester, das auch den virtuosen Anforderungen des anschließend musizierten "Heldenlebens" nichts schuldig bleibt. Da Barenboim ebenfalls die pastos aufgetragenen oder sanft schimmernden Farben mehr liebt als die fein gezeichneten Konturen, passt hier alles zusammen.

. . . [die Russin führt] die satten Herbstfarben ihres dunklen Soprans ins Felde -- gut zu hören am Beginn von "Im Abendrot": Rubinrot leuchtet die Stimme hier. Expansiv entfaltet sie sich dann auf der Phrase "So tief im Abendrot!" . . . wie beeindruckend gestaltet sie die gewaltige Expansion auf "Und die Seele unbewacht", wie schön koloriert sie das "will in freien Flügen schweben" . . . Trotz einer großen Konkurrenz schlägt Anna Netrebko sich . . . hervorragend.

. . . Netrebko zeigt auch hier professionelle Souveränität, was Intonation, Stimmführung, Pianokultur und Höhensicherheit anbelangt. Es gelingt ihr sogar, die fragilen Gedichttexte für ihre Interpretation fruchtbar zu machen . . . Barenboim begleitet mit seiner Berliner Staatskapelle ausgesprochen subtil und klangsinnlich, liebevoll im instrumentalen Detail und gleichzeitig souverän die grossen Bögen spannend. Das bekommt auch dem "Heldenleben" famos. Der wunderbar dunkle Sound der Berliner Staatskapelle ist für Strauss ideal, und Barenboim entwickelt seine Klangvorstellungen immer wieder aus den Mittelstimmen heraus. Umwerfend, der kernige Verwöhnklang der Cellogruppe sowie die Präsenz der Holzbläser. Das alles macht grosse Lust auf eine Strauss-Fortsetzung.

. . . [die Stimme der Netrebko ist ein Sog], verbal nur mit Metaphern zu umreißen. Man könnte sagen: wie ein geerdeter, perfekt gerundeter Rotwein. So klangsatt hat das auf CD bislang nur Leontyne Price gesungen . . . Nach allem, was wir über den Dirigenten Strauss wissen, ist das die richtige Richtung.

Netrebko allège au maximum sa voix. Lumineuse, sensuelle, d'une admirable souplesse, elle plane au-dessus du tissu orchestral nous enchantant notamment par la beauté de ses aigus filés. Evidemment, la couleur bronze de son timbre souligne le côté automnal et crépusculaire de ces lieder -- et Barenboim la suit sur cette voie en accentuant à son tour les couleurs sombres de la Staatskapelle Berlin . . . En deuxième partie du programme, Barenboim et son orchestre offrent une lecture énergique du poème symphonique "Ein Heldenleben" . . . la Staatskapelle Berlin brille de tous feux.