VIRTUOSE CHOPIN-RECITALS, KÜNSTLER UNBEKANNT

Deutsche Grammophon und das Chopin-Institut beginnen eine strategische Partnerschaft, die Hörer auf der ganzen Welt mit Chopins Musik und den Besten des Internationalen Chopin-Wettbewerbs vertraut machen wird. Ein Album mit Recitals des Siegers des Internationalen Chopin-Wettbewerbs 2015 erscheint am 6. November


Links nach rechts: Stanisław Leszczynski, Artistic Director of Chopin
and his Europe Festival, Dr. Artur Szklener, The Chopin Institute
Director & Costa Pilavachi, Senior Vice-President, Classical A&R,
UMGI
© Deutsche Grammophon

Der nächste große klassische Pianist wird im Oktober in Warschau entdeckt, davon ist Deutsche Grammophon überzeugt und veröffentlicht, am 6. November, nur zwei Wochen nach dem Klavierwettbewerb, eine Auswahl der Recitals dieses Musikers. Auf dem Programm stehen virtuose Werke von Chopin, so viel ist gewiss. Unbekannt ist jedoch deren Interpret. Es wird der Sieger sein des vom Chopin-Institut veranstalteten renommierten Internationalen Chopin-Wettbewerbs, der ab 3. Oktober in vier Runden ausgetragen wird. Das außergewöhnliche Vorgehen, sich zur Aufnahme eines noch ungenannten Künstlers zu verpflichten, bildet den Auftakt einer neuen künstlerischen Partnerschaft zwischen Deutsche Grammophon und dem Chopin-Institut.

Die Partnerschaft umfasst außerdem eine hochkarätige internationale PR- und Marketingkampagne für das Album des Siegers 2015. Ziel der Zusammenarbeit zwischen dem Chopin-Institut, dem Veranstalter eines der weltweit ältesten und härtesten klassischen Musikwettbewerbe, und Deutsche Grammophon, dem führenden Klassiklabel, ist es, für das Werk des polnischen Komponisten und dessen hochbegabte junge Interpreten zu werben. Die Kooperation wurde auf einer Pressekonferenz in Warschau am 12. August bekannt gegeben und beginnt offiziell im Oktober beim 17. Internationalen Chopin-Wettbewerb.

Der 1927 ins Leben gerufene Chopin-Wettbewerb wird seit 1955 alle fünf Jahre ausgetragen. Er steht für höchste musikalische und künstlerische Maßstäbe und gilt als bedeutendster Wettbewerb für klassische Pianisten. Zugleich ist er ein Sprungbrett für die begabtesten Künstler der Welt. Die Liste der bisherigen Sieger liest sich wie ein Who’s who legendärer Pianisten, darunter die DG-Künstler Maurizio Pollini, Martha Argerich, Krystian Zimerman, Yundi Li und Rafał Blechacz, den zweiten Preis erhielten unter anderem Vladimir Ashkenazy und Mitsuko Uchida, die bei DGs Schwesterlabel Decca unter Vertrag stehen.

»Dies ist eine Zusammenarbeit von zwei Partnern, die bereits eng miteinander verbunden sind«, erklärt Costa Pilavachi, Senior Vice President of Classical A&R von Universal Music Group International. »Kein anderer Wettbewerb hat mit solcher Zuverlässigkeit über so lange Zeit so viele Spitzenkünstler hervorgebracht. Viele dieser weltberühmten Pianisten haben ihre Aufnahme-Karriere der Deutschen Grammophon anvertraut. Alle fünf Jahre warten Musikliebhaber aus aller Welt gespannt auf das Urteil des Chopin-Wettbewerbs. Unser Wunsch ist es, den diesjährigen Preisträger so rasch wie möglich einem möglichst großen internationalen Publikum vorzustellen.«

Artur Szklener vom Chopin-Institut sieht in der Vereinbarung mit Deutsche Grammophon einen wichtigen Schritt für Warschaus Organisation und ihr Anliegen, das musikalische Erbe Polens zu fördern. »Chopins Kunst inspiriert das höchste Streben menschlicher Kreativität. Unser Ziel ist es, Chopins Vermächtnis durch frische, kenntnisreiche Interpretationen sowohl neuen als auch erfahrenen Hörern zu erschließen. Durch die Partnerschaft richtet sich die Aufmerksamkeit einmal mehr auf Chopins zeitlose Musik, und diese erste Veröffentlichung ist eine wunderbare künstlerische und professionelle Visitenkarte für den Sieger des Wettbewerbs 2015.«

Den diesjährigen Chopin-Wettbewerb eröffnet ein Galakonzert mit Martha Argerich am 1. Oktober. Aus den ursprünglich über 450 Bewerbern im Alter zwischen 16 und 30 Jahren aus 45 Ländern wählte die Qualifikationskommission 160 Teilnehmer für die Vorrunde aus, die im April in Warschau stattfand. Die Jury ließ von ihnen 84 Pianisten zu für die drei abschließenden Recital-Runden vom 3. bis zum 16. Oktober. Neben einzelnen Ländern stellen China und Polen mit je 15 Pianisten die meisten Bewerber, 12 kommen aus Japan, neun aus Südkorea, sieben aus Russland, fünf aus den USA und jeweils drei aus Kanada, Italien und Großbritannien. Die ersten zehn aus diesen Runden qualifizieren sich für das Große Finale vom 18. bis zum 20. Oktober.

Deutsche Grammophon hat schon zuvor gemeinsam mit dem Chopin-Institut an wichtigen Projekten zusammengearbeitet, so beim »Chopin-Jahr« 2010 und den renommierten Festivals »Chopin and his Europe« unter der künstlerischen Leitung von Stanisław Leszczyński. Unter der neuen Vereinbarung erscheint Ende des Jahres auch eine historische, 11 CDs umfassende Sammlung mit dem Titel Great Chopin Pianists. Die Box, die aus den Schätzen des DG-Katalogs und des großen Archivs des Chopin-Instituts schöpft, bietet Werke von Chopin in Aufführungen der Preisträger sämtlicher Chopin-Wettbewerbe von 1927 bis 2010.