ANNA PROHASKA Sirène 4779463

Was die schöne Stimme angeht, braucht Anna Prohaska den Vergleich mit der kleinen Seejungfrau nicht zu scheuen . . . Überall scheint sich Anna Prohaskas Stimme gleich wohl zu fühlen: Mit silberhellem, leicht einschwingendem Glockentimbre geht sie die Lieder an und konzentriert sich ganz auf einen leichten, lyrischen Melodienfluss. Das ist alles sehr schön gesungen . . .

Für die lockende, verführende und vernichtende Fatalité der Sirenen und der Nixen, der Fischerinnen und der Loreley findet die auf dieser CD noch voller klingende, oft geradezu aufblühende Stimme ein in allen Farben changierendes Spektrum. Auch die Diktion ist prägnanter und deutlicher: sowohl in den eher deklamatorischen Liedern (etwa von Wolf: "Die Geister am Mummelsee" oder "Nixe Binsefuß") als auch in den kantabel fließenden von Schubert, Mendelssohn oder Dvořák ("Lied an den Mond" aus "Rusalka"). Ein Clou der per Synchronisierung erreichte zweistimmige Gesang von Henry Purcells "Daughters of an aged stream". Ein facettenreiches Recital, das mit den Liedtexten vor Augen zu hören den Genuss verdoppelt.

Die fast ungehemmte Möglichkeit des Können, Wollens, Dürfens. Bei kaum einer jungen Sängerin teilt sie sich so unmittelbar mit wie bei der Wahlberlinerin aus Wien, die durch ihre strahlend saugende, gläserne und doch leicht verhangene Stimme begeistert.

Anna Prohaska betört den Hörer mit einem in der Mittellage sehr warmen Sopran und sauber gesetzten Spitzentönen. Die junge Sängerin fasziniert . . . In diesem Liedprogramm aus vier Jahrhunderten merkt man, dass es sich bei der jungen Sängerin nicht mehr um einen Insidertipp innerhalb der Klassikwelt handelt. Die junge Österreicherin, die bisher gern als quirliger Bühnenfeger mit glockenreiner Stimme bezeichnet wurde, hat durchaus das Potenzial zur Weltkarriere.

Mit ihrem glockenhellen Sopran ist die Sängerin für diese Interpretation geradezu prädestiniert.

. . . sie singt wie eine kleine Meerjungfrau, wasserklar, messerscharf. Unwiderstehlich erotisch im Pianissimo, in leicht erreichter Höhe. Und mit einer großen Portion sonorer Schmerzlust in den tieferen Registern.

Am überzeugendsten ist die Sängerin, wo sie sich auf den Spuren Emma Kirkbys den Gesängen von Lawes, Dowland und Purcell widmet, in dessen Oper "King Arthur" sie sehr reizvoll mit sich selbst im Duett singt. Auch die gregorianische Hymne "Ave, maris stella" zeugt von ihrer hohen Musikalität . . . Eric Schneider erweist sich als einfühlsamer, in allen Stilarten sicherer Klavier-Begleiter.

Sie ist jung, sie hat Talent, ihre Stimme ist farbig und interessant und sie weiß spannende Geschichten zu erzählen.

. . .[Anna Prohaska] verfügt über eine der leuchtkräftigsten Sopranstimmen unserer Zeit . . . mit welcher Souveränität Prohaska ihrem Goldsopran wechselnde Farb- und Tongebung abgewinnt, das fesselt über die gesamte Spieldauer der CD, die Eric Schneider am Klavier subtil begleitet . . . der Klangverführung sind keine Grenzen gesetzt.

Unter den jungen, gut aussehenden Sopranistinnen . . . sticht Anna Prohaska aus zwei Gründen heraus. Erstens hat sie für ihr Debütalbum ein originelles Programm aus lauter Sirenenliedern von Purcell bis Honegger zusammengestellt. Zweitens besitzt sie eine Stimme, die weit übers Hübsche hinausgeht. Geheimnisvoll klingt sie, dunkel und hell zugleich, souverän in etlichen Stilen und Sprachen. Ein Versprechen für die Zukunft.

. . . Prohaska singt all die Nummern wunderschön. Ihr schlanker, heller, ausdrucksstarker Sopran passt perfekt zu den Stimmungen der einzelnen Piecen; am Klavier fügt sich Eric Schneider gut und diskret in den verinnerlichten Gesang ein.

Ein Sopran mit Charakter . . . beruhigend robust: Ein lyrischer Sopran auf dem Weg zum Koloratursopran, zielklar, biegsam, experimentierfreudig, vielseitig . . . In Joseph Haydns "Mermaid's Song" gießt sie liedgemäße Innigkeit aus; Franz Schuberts "Fischers Liebesglück" . . . wird mit Dynamik aufgeladen; in Hugo Wolfs "Nixe Binsefuss" ist ihre Quecksilbrigkeit und exakte Textverständlichkeit zu bewundern . . . bei Anna Prohaska [klingt es] wahrhaftig, glaubwürdig: immer.

. . . die Dramaturgie der Lieder von John Dowland bis Karol Szymanowski . . . [ist] bestrickend intelligent . . .

Prohaska lehrt die Kunst der Verführung vom Wasserwesen, das auf der Jagd nach einer Seele und vielleicht auch der großen Liebe ist . . . In der Tiefe firm, in der Höhe klar, ganz schön verführerisch. Schnitte wurden hörbar vermieden, die Aneinanderreihung der Tracks erfolgt mit kluger Rücksicht auf Tonartenverwandtschaften. Absoluter Bonus: Anna Prohaska versteckt sich nicht hinter einem Orchester, sie lässt die Stimme mit der kongenialen Klavierbegleitung von Eric Schneider pur wirken. Faszinierend.

Einfühlsam begleitet wird sie von dem Pianisten Eric Schneider. Entstanden ist ein Album, auf dem Prohaskas schlanker Sopran mal warm-verführerisch schmeichelt, mal in kühler Brillanz erklingt. Wahrhaft eine Sirene.

Voix claire, diction incisive, la jeune soprano y est proprement ensorcelante, dans un programme construit avec intelligence . . .