VON OTTER I let the music speak 4775901

Ms. von Otter sings her popular music unpretentiously and endearingly, as she does everything else . . . there's something great about hearing singers ¿ especially great ones ¿ sing what they love to sing.

Andersson is unlikely to find a more persuasive advocate . . . Listening carefully, one hears clearly that she is a woman with plenty of voice at her disposal, but the tone remains relaxed and intimate throughout. She never once makes the opera singer's mistake of signaling emotion by intensifying the tone; instead, she makes her expressive effects through subtly gauged inflection . . . simply the sound of gifted performers making music in a real space. "I Let the Music Speak" is as successful as it is unexpected.


The results are serious, earnest, reflecting well on Andersson's songs . . . sounds like she's enjoying herself in "Money, Money" . . . The high production values of the record (not least Andersson's piano-playing on a couple of tracks) add merit . . .

Wenn Opernstars in die vermeintlichen Niederungen der Popmusik herabsteigen, dann verirren sie sich leicht . . . Doch wenn jetzt die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter "Abba"-Lieder und andere Songs von Benny Andersson intoniert, darf man der Sache gelassener entgegenhorchen. Immerhin hat die ungemein vielseitige Sängerin bewiesen, dass sie auch für Elvis Costello, für schwedische Folklore, für Jacques Offenbach und für Kurt Weill den rechten Ton findet . . . dies [ist] kammermusikalischer Pop der Edelklasse. Nicht zuletzt die beiden schwedischen Songs aus "Kristina Från Duvemåla" sind schlichte und doch eindringliche Volks-Lieder. Und wenn in "I Am Just A Girl" sanfte Tubaklänge das zurückhaltende Arrangement bereichern, glaubt man, das Schmunzeln aller Beteiligten zu hören.

Die schwedische Mezzosopranistin Anne Sofie von Otter hat bereits 2001 mit ihrem Elvis-Costello-Album "For the stars" eindrücklich unter Beweis gestellt, auf welch befruchtende Weise klassische und so genannte U-Musik einen musikalischen Dialog miteinander eingehen können. Die CD gehört fraglos zu den schönsten "Cross-Over-Veröffentlichungen" überhaupt. Von Otters Liebe für musikalische Grenzgänge hat nun eine nicht minder bemerkenswerte Veröffentlichung hervorgebracht. "I let the music speak" bietet Kompositionen von Benny Andersson . . . Von und mit Andersson hat von Otter bereits auf "For the stars" den Titel "Like an angel passing through my room" kongenial eingespielt, ein Stück von bezwingender Intimität. Und wenn die Sängerin erklärt, wie sehr sie Anderssons Kompositionen berühren und sie als "richtig gut", "einfach fantastisch" klassifiziert, so mag man ihr nach dem Hören des Albums nur zustimmen. Ähnlich wie in dem Costello-Album geht hier die Stimme von Otters mit der so genannten Pop-Musik eine ideale Symbiose ein, die keine bloße Reproduktion des ABBA-Sounds vermittelt -- und so auch erst gar keine Vergleiche aufkommen lässt -- sondern ganz eigenständige Kunstwerke hervorzaubert . . . Abermals, wie schon beim Costello-Album, ist die traumwandlerische Sicherheit zu bewundern, mit der sich die Sängerin dieses Genre aneignet, es interpretiert und verkörpert, als sei es ihr ureignes Metier . . . Sie bietet Werke mit natürlicher Stimme und feiner Ausdeutung dar, so dass man als Fazit mit dem Titel eines (leider!) nicht aufgenommenen Songs schließen möchte: "Thank you for the music" . . .

In den mal leicht jazzigen, mal eher folkartigen, dabei immer durchsichtigen Arrangements gewinnen diese Hits plötzlich an verinnerlichter, zart durchscheinender Qualität . . . Die stilgewandte . . . Anne Sofie von Otter, die von Monteverdi und Dowland bis Stenhammer und Cécile Chaminade quer durch die Jahrhunderte immer wieder auf vokale Entdeckungsreise gegangen ist, macht sich freilich auch für das Musiktheater von Anderson und Ulvaeus stark: für das popige Chess und die hinreißende, fast wie eine Volksoper anmutende Auswanderer-Saga "Kristina fran Duvemala". Ihrer . . . leicht raspeligen Stimme steht das sehr gut an. So ist es ein entspanntes Album unter Freunden geworden . . .

Ach, wäre das Leben nur so einfach und logisch, wie es klingt, wenn Anne Sofie von Otter Lieder von Abba singt. Es ist die konsequente Weitung eines musikalischen Panoramas, das ihr ganz allein gehört. Die schwedische Mezzosopranistin, auf der Opernbühne zu Hause in Hosenrollen, im Liedgenre einsamer Leuchtturm im selbstentworfenen schwedischen Fach . . . Abba ist inzwischen also ernsthaft Kunst, schwedische dazu, und damit kennt sich von Otter quer durch die Epochen aus. In guter Erinnerung sind ihre Alben "Wings in the Night" von 1997 und "Watercolours" von 2004 . . . Schon die Eröffnung des Reigens zeigt die Entschiedenheit der Sängerin, kein Abba-Huldigungsalbum einzusingen: "The Day Before You Came" war der letzte Song, den die Band vor ihrer Trennung herausgebracht hatte. Er wurde kein Hit. Anne Sofie von Otter macht daraus einen Spaziergang mit hochgezogenen Schultern im Streicherflockenwirbel. Auch die beiden Beispiele aus dem außerhalb Schwedens erfolglosen Musical "Kristina Från Duvemåla" zeigen nicht die Hitmaschine Abba, sondern delikate Liedgestaltungskunst, nachgezeichnet mit schlanker Gesangsstimme und dezent agierendem Kammermusikensemble.


. . . au fil d'un disque sage et maîtrisé, Anne Sofie von Otter pose un regard un brin mélancolique sur sa jeunesse, bien déterminée à réhabiliter Andersson, qui, selon elle, a sa place parmi les plus grands songwriters du XXe siècle. Le débat reste ouvert, l'essentiel est ailleurs, dans cette voix qui semble chanter la pop depuis toujours. Voix naturelle, claire, chaude -- Joni Mitchell ou Joan Baez ne sont pas si loin --, sans l'affectation des sopranos en goguette qui, à peine passé le mi dans une chanson de Legrand . . .

... no es difícil dejarse llevar por este estadio mucho más relajado de su voz.