HOROWITZ IN HAMBURG The Last Concert

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HOROWITZ IN HAMBURG
The Last Concert

Werke von / Works by
Frédéric Chopin · Franz Liszt
Wolfgang Amadeus Mozart
Franz Schubert · Robert Schumann
Moritz Moszkowski
Vladimir Horowitz
Int. Release 02 Jun. 2008
1 CD / Download
CD ADD 0289 477 7558 4 GH
Live recording, Hamburg 1987


Track List

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Rondo in D major, K.485

1.
0:00
6:35

Piano Sonata No.13 In B Flat, K.333

Franz Liszt (1811 - 1886)
Soirées de Vienne: 9 Valses-Caprices after Schubert

Robert Schumann (1810 - 1856)
Kinderszenen, Op.15

Frédéric Chopin (1810 - 1849)
Mazurka No.25 in B minor Op.33 No.4

19.
0:00
4:45

Polonaise No.6 in A flat, Op.53 -"Heroic"

20.
0:00
7:30

Franz Schubert (1797 - 1828)
6 Moments musicaux, Op.94 D.780

Moritz Moszkowski (1854 - 1925)
Étincelles, Morceau caractéristique Op.36, No.6

Vladimir Horowitz

Total Playing Time 1:13:10

As for the "Kinderszenen", in 1987 Horowitz continued to amaze with his ability to imbue this work with renewed freshness and spontaneity. His affection for the music is clear and in many ways this is the highlight of the programme . . . this CD represents a significant musical occasion -- one at which Horowitz again demonstrated his unique mastery in cannily-chosen repertoire, delivered with his typical élan, his resources still impressive. As a permanent document of the farewell event from a long, sometimes tormented career, this disc will hold a valued place in the catalogue.

The pianist's admirers will surely be attracted to this new disc for its sentimental value . . . it is also instructive to hear these performances against the 'official' versions and thereby to be reminded of both the extent and the limits of Horowitz's spontaneity . . . his inimitable sorcery is still evident . . . In short, this recital is manifestly typical of Horowitz's playing in his old age . . .

. . . the Mozart Rondo sparkles and sings in a way that the New York version does not; the haunting first movement of K. 333 is played, unlike in New York, without the repeat of the development section . . . "Kinderszenen" remains as fresh and beguiling as ever and, for once, Horowitz does not overcomplicate his beloved "Träumerei". The "Moment musical", too, is preferable to the "home recording" -- simpler, more direct -- benefiting, as does the whole concert, from the superior acoustics of Hamburg's Musikhalle . . . one still comes away dazzled by the unique sonority, imagination and élan of this extraordinary musician.

. . . Horowitz demonstrates that the incredible gifts that won him adoration over a lifetime of performing had not lessened . . . one can only marvel at the charismatic sparks that still flew from his fingers in his eighth decade . . . bearing in mind that this is a live recording, there is an extra measure of interest. The maintenance of Horowitz's keyboard technique is in itself quite astonishing; his fingers fly over the keys in Moszkowski's "Etincelles" as lightly and accurately as they did when the first recorded it in 1951 . . . The recording has the magic immediacy and excitement typical of a live performance . . . The handsome booklet, filled with photos and some Horowitz quotations, adds to the splendid production of this CD . . . it is all the more refreshing to have this extraordinary last testament of the man whose name personifies the glorious heights of 20th-century pianism.

The Schubert-Liszt "Valse-Caprice", Chopin Mazurka op. 33:4 and Polonaise op. 53, come up totally fresh . . . I am struck by his delicate approach in the first several minutes of the Polonaise . . . Schubert's 'Moment Musical in F minor" and Moritz Moszkowski's "Etincelles" complete the portrait of this great artist, still able to mesmerize us at age 83 with his musicianship and technical skills.

Der Altmeister war . . . gut in Form. Schon das Eingangsstück, Mozarts Rondo K 485, wurde dank subtil gedämpfter Vorschlagnoten und artiger Launenwechsel zum Kabinettstück, ähnlich wie . . . Liszts "Soirées de Vienne" . . . Schumanns "Kinderszenen", einen seiner Paradezyklen, tauchte Horowitz ins milde Licht der Weisheit . . .

. . . die herrische Attitüde, mit der er den Valse-Caprice aus den "Soirées de Vienne" von Liszt darbot, oder gar der energisch-federnde Vortrag der noch einmal alles fordernden As-Dur-Polonaise von Chopin -- es sind äußerst eindrucksvolle Zeugnisse einer bis zuletzt an Sternstunden reichen Künstlerlaufbahn.

. . . der Charme, die Poesie, der nostalgische Zauber einer damals schon Geschichte gewordenen Klavierepoche teilt sich unverwelkt mit -- von der ersten Mozart-Note -- bis zum letzten Verwehen der zugegebenen Moskowski-"Etincelles" des verehrungswürdigen 83-jährigen.

Er "sang" auf dem Klavier wie kein anderer Pianist seiner Generation. Verborgene Nebenstimmen konnte er in musikalische Feuerwerke verwandeln und jedem Werk, das ihm unter die Finger kam, Balance verleihen. Vladimir Horowitz . . . war einer der größten Klaviervirtuosen des 20. Jahrhunderts . . . sehr abgeklärt erscheint sein Spiel, ohne jegliche Tastendonnerei und Virtuosen-Mätzchen.

Das Echo der Legende ist so unsterblich, wie der Beifall endlos war . . . alle sehnen sich zurück: nach Horowitzens Lust am Chopin-Risiko, nach seinem Schubert-Witz, der tiefen Pointenweisheit in Schumanns "Kinderszenen"; für Letzteres gibt es bis heute keine Nachfolger.

Wer Horowitz' Kunst noch nicht kennt, dem kann diese CD ans Herz gelegt werden als Dokument eines Pianisten, der mit 83 Jahren noch einsame Spitze seiner Zunft war. Der hervorragende Mitschnitt des NDR fing getreu die unzähligen Farben ein, die Horowitz seinem Steinway entlockte. Für die technischen Herausforderungen . . . hatte er noch genug Stehvermögen. Was aber im Gedächtnis hängen bleibt, ist aber das Gesangliche seines Spiels. Und das Geschmackvolle . . .: [Schumanns "Träumerei"] wird durch ihn von jedem Kitschverdacht befreit.

Vladimir Horowitz war der letzte Vertreter einer ganz besonderen Spezies charismatischer Klavierkünstler, die den Konzertflügel zum Schweben, zum Singen brachten und das Publikum buchstäblich verzaubern konnten . . . mit geradezu jugendlichem Optimismus und tiefer Zuversicht legte er die enormen Lebensenergien dieser Musik frei: Geradlinig, prägnant und zärtlich klang das, fern von falscher Gefühligkeit. Schumanns "Kinderszenen" spielte er mit der unerschütterlichen Klarheit und Wahrhaftigkeit eines Kindes. Und in der h-Moll-Mazurka Chopins und bei den kurzen Zugaben von Schubert und Moszkowski ließ er noch einmal "Weltironie" und Dämonie aufblitzen . . . Kaum eine von Horowitz' späten Aufnahmen verströmt solch eine elektrisierende Aura und Intensität.

Jede Horowitz-Aufnahme war ein musikalisches Ereignis. Und wenn jetzt, fast 20 Jahre nach des Meisters Tod, ein Rundfunk-Live-Mitschnitt aus Hamburg erstmals auf einem Tonträger veröffentlicht wird, dann ist auch das wieder ein Ereignis. Man kann sich dem nuancenreichen, spannungsvoll verspielten Spiel nicht satt hören. Seinem Spätstil entsprechend spielt Horowitz Mozart, Chopin, Schumann und Liszt, kammermusikalisch, mit unforciertem, schönem Ton, mit durchgefeilter Klanglichkeit, eher intimistisch als brillant. Kantabilität und Gefühlsausdruck bestimmen die einzelnen Interpretationen gemäß dem Hausrezept von Horowitz: "Das Publikum reagiert nicht auf gedankliche Konzepte, sondern nur auf die Übermittlung von Gefühlen". Aber es gibt da auch noch andere Gefühlsmomente, die faszinieren, die Verschmitztheit und der augenzwinkernde Humor des Pianisten etwa, die die Schumannschen Kinderszenen so reizvoll machen, oder die Horowitz plötzlich selber mitreißende Sonorität seiner Chopin-Polonaise. Eine Klavierstunde, die sich kein Musikliebhaber entgehen lassen sollte.

Horowitz mit seinem typischen federleichten Anschlag und dem extrem obertonreichen Klang seines Steinway verlieh auch den abgespieltesten Klavierstandards wie Schumanns "Kreisleriana" buchstäblich Flügel. Geradlinig, kristallklar, nuanciert, humorvoll bis zur Verspieltheit, aufrichtig, dämonisch und manchmal unfassbar zärtlich, regelrecht intim, nie forciert oder verkopft -- hier lebt Musik . . . wenn er traf -- und er traf fast immer -- dann mitten ins Herz.

. . . Horowitz au jeu adouci et incontestablement plus profond que celui des années antérieures. Suspendus entre ciel et terre, d'une émotion impalpable, allant droit au coeur . . . c'est bien Horowitz le musicien, au naturel profondément sensible . . . tout compte fait, l'Horowitz que nous préférons.

Le meilleur moment du récital, ce sont probablement les "Scènes d'enfants", très subtiles, sobres, intériorisées mais vivantes. Intéressante Polonaise "héroique" également, où la puissance semble constamment tenue en bride et où le son, toujours "un cran en dessous" n'est jamais écrasé. Ce dernier concert porte le témoignage d'un art épuré mais toujours personnel.