BERLINER PHILHARMONIKER / CENTENARY EDITION 4791049

. . . eine grandiose Box . . . eine seit 100 Jahren bestehende Verbindung zwischen einem Orchester und einer Schallplattenfirma, in deren Verlauf beide zu "global players" aufstiegen und auf ihrem Gebiet weltweit über Jahrzehnte Maßstäbe setzten . . . Faszinierend etwa . . . [A. Nikischs] unvergleichlich hochgestimmten Interpretationen von Schumanns Vierter und der Nr. 88 von Haydn . . . Es findet sich derzeit im Angebot so leicht keine große CD-Edition mit Aufnahmen eines Jahrhunderts, die so viele Jahrhundert-Aufnahmen bündelt -- oder weniger vollmundig gesagt: die so viele künstlerisch so weit ausstrahlende Spitzeninterpretationen vereint.

. . . Sternstunden der Schallplattengeschichte . . . schon die Furtwängler-Aufnahmen vermitteln ein klares akustisches Bild von der Art, wie der für seine auratische Intensität berühmte Maestro mit dem Orchester musiziert hat. Faszinierend, welche Tempo-Freiheiten sich Shura Cherkassy 1951 bei Tschaikowskys 1. Klavierkonzert nimmt. Überwältigend der wild entschlossene Zugriff von Igor Markevitch auf Mussorgskys "Bilder einer Ausstellung" 1953. Nichts von seiner mitreißenden Kraft hat die Einspielung des Ravel-Klavierkonzerts aus dem Jahr 1967 mit Martha Argerich und Claudio Abbado verloren. Beglückend, wie französisch Karajans "Carmen" von 1982 klingt, im Sprachlichen wie Musikalischen absolut authentisch. Und auch bei der 1977er Aufnahme von Strawinskys "Sacre du printemps" greift das Vorurteil vom Schönklang-Maestro nicht: Expressionistisch-scharfkantig dirigiert Karajan hier, absolut modern. Viel wäre noch zu berichten, zu schwärmen über einzelne Aufnahmen aus dieser "Jahrhundertedition". Das Beste an der schwergewichtigen Box aber ist am Ende doch: der Preis . . . noch nie war es so günstig, Philharmoniker-Fan zu werden.