HAPPY NEW YEAR Operettengala Dresden Blu-ray 0734941

. . . wenn Schwergewichte wie Christian Thielemann Operette und Walzerseligkeit an prominentem Ort wie der Semperoper in Dresden mit erlesener Besetzung und detailverliebt einstudiert präsentieren, schlägt das Herz des Liebhabers höher . . . Operettenmusik unprätentiös auf Weltklasseniveau . . . das kurzfristige Einspringen der geballten Operettenkompetenz von Ingeborg Schöpf, erste Solistin der Staatsoperette Dresden, erwies sich als Glücksgriff, konnte ihr routinierter Sopran doch servieren, servieren, servieren, ganz so, wie man sich diese Gratwanderung des Gesangs -- ganz gleich ob von Sopran, Bariton oder Tenor -- wünscht mit der gefühlvollen Betonung einer jeden Phrase und das, ohne dabei sentimental zu werden. In einem Riesenprogramm war sie in den Ohrwürmer-Duetten Kálmáns nicht nur stets eine Partnerin für Piotr Beczala auf Augenhöhe, sondern konnte auch mit dem heiklen Auftrittslied der Csardásfürstin Stimmglanz in das Rund der Staatsoper schmettern, der den ersten großen Jubelsturm des gut gelaunten Silvesterpublikums [hervorrief] . . . [ein] wunderbarer Streifzug durch das kompositorische Schaffen des unvergleichlichen Emmerich Kálmán . . . Ein Glücksfall, dass die Schöpf sich auch auf die kaum aufgeführten Nummern aus der "Herzogin von Chicago" oder der "Kaiserin Josephine" verstand wie auf das temperamentvolle "Carambolina, Caramboletta" aus dem "Veilchen vom Montmartre". Das machte Stimmung ebenso wie die abwechslungsreichen Tempovarianten, die Christian Thielemann in brillanter Fahrt mit der Staatskapelle aufnahm . . . Schnell hatte auch Tenor Piotr Beczala den Bogen raus für seinen Part am Gelingen dieses fulminanten Konzerts: einschmeichelndes Timbre mit Höhenglanz und effektvollen Schlusstönen -- das Temperament dazu kam von Kálmán und Thielemann, der Esprit vom Sopran . . . wenn Thielemann nun schon im dritten Jahr den Strauß-Walzer op. 477 "An der Elbe" zum Abschluss erklingen lässt, scheint eine Tradition begründet. Die neueste Interpretation ist am subtilsten gelungen, was Dynamik und Temporückungen betrifft, die die Mitglieder der Staatskapelle mit Delikatesse umsetzen . . . eine besondere Empfehlung wert.