ORFF Carmina Burana Harding

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CARL ORFF

Carmina Burana
Patricia Petibon
Hans-Werner Bunz
Christian Gerhaher
Chor & Symphonieorchester des
Bayerischen Rundfunks
Daniel Harding
Int. Release 06 Aug. 2010
1 CD / Download
CD DDD 0289 477 8778 5 GH
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DDD GH
Daniel Harding Leads Orff’s Carmina Burana into the 21st Century


Lista de temas

Carl Orff (1895 - 1982)
Carmina Burana

Fortuna Imperatrix Mundi

1. Primo vere

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding, Chor des Bayerischen Rundfunks, Robert Blank

Christian Gerhaher, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding, Chor des Bayerischen Rundfunks, Robert Blank

Uf dem Anger

6.
0:00
1:44

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding, Chor des Bayerischen Rundfunks, Robert Blank

9.
0:00
1:55

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding, Chor des Bayerischen Rundfunks, Robert Blank

2. In Taberna

Christian Gerhaher, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding

Hans-Werner Bunz, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding, Chor des Bayerischen Rundfunks, Robert Blank

Christian Gerhaher, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding, Chor des Bayerischen Rundfunks, Robert Blank

3. Cour d'amours

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding, Chor des Bayerischen Rundfunks, Robert Blank

Patricia Petibon, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding, Der Tölzer Knabenchor, Gerhard Schmidt-Gaden, Ralf Ludewig

Christian Gerhaher, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding

Patricia Petibon, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding

Christian Gerhaher, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding, Chor des Bayerischen Rundfunks, Robert Blank

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding, Chor des Bayerischen Rundfunks, Robert Blank

Patricia Petibon, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding

Patricia Petibon, Christian Gerhaher, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding, Chor des Bayerischen Rundfunks, Robert Blank, Der Tölzer Knabenchor, Gerhard Schmidt-Gaden, Ralf Ludewig

Patricia Petibon, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding

Blanziflor et Helena

Fortuna Imperatrix Mundi

27.
2:35

Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Daniel Harding, Chor des Bayerischen Rundfunks, Robert Blank

Tiempo total de reproducción 1:01:15

Patricia Petibon is, for my money, the best soprano soloist the work's ever had on disc, while Christian Gerhaher is gloriously robust and fulsome and only a shade less commanding than Fischer-Dieskau -- but simply because Daniel Harding's interpretation is so radically different from the others . . . Harding, through his paring down of the orchestral textures to the bare bones, seems almost to be getting into the sound-world of the jazz ensemble, a collection of individual instrumentalists all doing their own thing around a very basic musical pattern; and much of Orff's writing is just about as basic as you can get. For me, it is this quality in this new recording that makes it stand out from the crowd.

The soloists give good accounts of themselves, Petibon achieving a nicely judged emotional progression from innocence in "Amor volat undique" to ecstasy in "Dulcissime" . . . Gerhaher is superb as the Abbas Cucaiensis . . . a definite front-runner and strongly recommended.

. . . a notably tight and disciplined performance . . . I like the way that Harding gets precision in the difficult choral staccato rhythms without being irritatingly punctilious. Impressive, too, is the rapt account of "Veris leta facies" as spring awakens, a draft of melancholy wafting through the forest. Christian Gerhaher is quality casting in the baritone solos . . . The choir is excellent throughout . . . The dances in "Uf dem anger" are attractively springy and light-textured, with delightfully fresh-toned . . . singing from the women's voices. Harding secures fine orchestral playing too ¿ the snap and thrum of plucked strings in "Swaz hie gat umbe" is crisply projected.

Statt in den üppigen Bildern zu baden, setzt er ganz auf die rhythmische Kraft als Triebfeder der "Carmina Burana". Den Chor des Bayerischen Rundfunks und den Tölzer Knabenchor lässt er die Texte prägnant und oft staccato-artig singen. Auch mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks konzentriert er sich über weite Strecken mehr auf akzentuierte, scharf gezeichnete Rhythmen als auf Klangfülle und Farbenreichtum. Auf dieser klar strukturierten Basis sind es vor allem die herausragenden Solisten, die dem ganzen die zusätzlich nötige Würze verleihen -- von Pfefferschärfe bis Honigsüße. Der Bariton Christian Gerhaher füllt die verschiedenen Rollen des Liebhabers, des Abts und des verzagten Mannes absolut überzeugend aus. In der tragikomischen Partie des gebratenen Schwans brilliert der Tenor Hans-Werner Bunz. Patricia Petibon kann ihre Sopran-Stimme fast knabenhaft rein klingen lassen -- das passt bestens zu dem jungfräulichen Mädchen, das sich zum ersten Mal einem Mann hingibt. Daniel Hardings Konzept, Chor und Orchester vor allem als Rhythmusgruppe einzusetzen, geht insgesamt sehr gut auf.

Die jüngste "Carmina Burana"-Einspielung unter Daniel Harding hat ihre Höhepunkte denn auch dort, wo sich der englische Dirigent sehr genau an Orffs Anweisungen hält und sich darauf beschränkt, die vorantreibenden Ostinati deutlich zu machen. Was in den meisten Chornummern perfekt gelingt . . . [glänzend] Hans-Werner Bunz als grotesker gebratener Schwan. Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sind perfekt.

. . . äußerste Präzision und ein ganz fein ziselierter Klang, eine feine Transparenz, sodann eine Agogik und eine Fülle von Akzenten, die neues Leben in Orffs oft malträtierte Musik bringen. Kein Zweifel, hier hat ein Dirigent die Partitur genau unter die Lupe genommen und den Staub weggesaugt, der sich in den über siebzig Jahren ansetzen konnte, die seit der Uraufführung im Jahre 1937 vergangen sind. In den beiden Einleitungsliedern kommt bei Harding die rhythmische Kraft der Musik wunderbar zum Ausdruck. Die Chöre singen ungemein prägnant und präzise artikulierend vor dem akzentreichen, rhythmisch sehr genauen Orchesterklang. Aber Harding macht noch viel mehr: Die langsamen Tempi und die sehr sorgfältige Führung der Musiker in 'Primo Vere' ergeben eine bezaubernd sensuelle Wirkung. Welchen Gewinn Christian Gerhaher für diese Einspielung darstellt, zeigt sich schon mit seinem 'Omnia sol temperat'. Er singt intelligent und nuanciert und gibt jeder Strophe einen ganz eigenen, subtilen Charakter, immer dem Text entsprechend. Von unwiderstehlichem Charme ist die Szene 'Uf dem Anger', wo man einmal mehr die reich akzentuierte, rubatogeführte Interpretation bewundert, die für überragende Orchester- und Chorleistungen sorgt. In den deftigen 'In Taberna'-Liedern brilliert einmal mehr Gerhaher, der chamäleonartig seinen Gesang differenziert: so nahe am Text, so darstellerisch und klangmalerisch habe ich noch keinen Sänger in den verschiedenen Bariton-Stücken der 'Carmina' gehört . . . Exzellent ist Hans-Werner Bunz in der Rolle des gebratenen Schwans. Ein weiteres Showstück von perfekt ausbalancierter und staccatoartig in einer Wahnssinnspräzision ausgeführten Rhythmik ist 'In taberna', mit dem die zweite Abteilung der Komposition abgeschlossen wird. In völligem Kontrast dazu steht der wunderbar abgetönte, von sensuellem Raffinement und purer Klangschönheit nur so überquellende dritte Teil, 'Cours d'Amours'. Hier sorgt Patricia Petibon für weitere Vorzüge. Sie singt ihren Part zunächst mit der Reinheit und der Unschuld des jungen Mädchens, das mit Erstaunen die Liebe entdeckt und am Ende der Lektion in voll entfalteter Fraulichkeit das 'süße Joch' genießt, um in der Liebe 'zu vergehen'. Fazit: diese Neuaufnahme der 'Carmina Burana' ist Dank eines tollen und hoch musikalisch agierenden Dirigenten, eines wunderbaren Sängertrios und einer prächtigen Formation aus Chören und Orchester ein Meilenstein in der Aufnahmegeschichte der Orffschen Komposition und für mich, nach vielen guten und noch mehr mittelmäßigen bzw. schlechten und schlampigen Einspielungen die ultimative 'Carmina'-Interpretation. Hardings Verdienst ist es, in dieser Partitur viel mehr Raffinement und anspruchsvolle Musik entdeckt zu haben, als man gemeinhin in den 'Carmina Burana' hört. Diese enorme Sorgfalt, die der Dirigent dem Text angedeihen lässt, mag ein Werk, das ich persönlich seit mehr als vierzig Jahren, also seit meiner frühesten Jugend, liebe und schätze, sogar bei Leuten rehabilitieren, die darüber immer nur die Nase rümpfen konnten.

Daniel Harding apporte aux Carmina burana une ingénuité inattendue . . . retenons surtout Patricia Petibon, tour à tour sensuelle, virginale et séraphique . . . Le baryton Christian Gerhaher compense le manque de graves par un beau timbre et un goût irréprochable.

“MAGISTERIALLY MERETRICIOUS”?
Daniel Harding in conversation with Bernhard Neuhoff

Orff’s Carmina Burana is one of the most widely performed works of the 20th century. Do you have any explanation for its incredible success?

There’s certainly something mysterious about it, but I think it may have to do with the ritual character of the piece and with its primeval qualities, even if these qualities are created by what are arguably artificial means. I also think that its success has something to do with its monumen-tality and overtly ritualistic character. I think there are obvious parallels with early Stravinsky. There is an obvious relationship between the sound world of Carmina Burana and Stravinsky’s Les Noces, and in regard to its content, the rather brutal depiction of the arrival of spring for example, with The Rite of Spring. Of course, Stravinsky’s Rite is a far more complex and revolutionary work, but both Orff and Stravinsky unleash powerful rhythmic forces, and these appeal to the listener on what may be an instinctive level. The popularity may have a lot to do with Carmina being simply enormous fun to play and to sing. It is hugely popular with amateur choirs and orchestras everywhere and is a very rewarding piece to perform in this context.

The baritone Christian Gerhaher, who is appearing in this recording with you, has described Carmina Burana as “magisterially meretricious”. Is it a manipulative work?

Yes, the music is undeniably manipulative. Paradoxically I find myself also thinking of it as honest. By that I mean that if you listen very carefully you can grasp almost all of it at an initial hearing. One of the most common observations about great art is that the more one gets to know it, the more one discovers. We all know the feeling of hearing or studying a piece we have known for years and suddenly hearing it in a new way or noticing something, now seemingly obvious, that we had never noticed before. Carmina is, at times, a very subtle piece and must be played with great care and attention. Like anything of stature it is very hard to perform it well and to do justice to it, but there is a sense in which it presents itself to us on first hearing. I certainly don’t mean this in a negative sense. The old argument over whether this is really great music gets us nowhere, for the piece never claims to be anything other than what it is.

To return to the manipulative . . .

I think the musical language of the piece is highly manipulative, not to mention the text. What Orff has done is to combine the medieval and the modern in an artificial musical language. The treatment of the orchestra and the whole approach to rhythm clearly point to the early 20th century; a huge part of the melody, harmony (or lack of it) and development (or lack of it) of the musical material points much further back. I think most people have a great weakness for things that appear to stretch far back into the past, a weakness for ritual, often without wondering from where the ritual springs. It lends authority. Orff combines this assumed authority with a modern musical language that 20th-century listeners could understand much more easily than the original music of the Middle Ages. The effect is equally strong today and discussing it does nothing to diminish the power that this music has.

So it is a typically modern attempt to escape from the modern age and to return to an earlier period . . .

Yes, and at the same time he makes the old easier to grasp, he gives it an attractive packaging. I don’t think you can object to that. In many respects the piece is more complicated than it sounds, above all on the level of rhythm. Orff follows the text in an apparently very natural way, which is why even fairly tricky types of beat are so memorable. The harmonic writing and the form, conversely, are deliberately kept very simple. There is no thematic development, the music creates its effect simply through the power of repetition.

This presumably represents a particular challenge for the performers – especially when the text deals with two completely different things, while the music remains exactly the same.

That’s true, but this problem exists with every strophic setting of a text. Every musician deals with it differently. Christian [Gerhaher] is meticulous about shading the repetitions to express the changing message of the text in the different strophes, even though the notes themselves remain the same.

And you?

In many places I have tried to produce different tone colours depending on what the text is all about. On the other hand, one has to be careful not to undermine the power that comes from the repetition. After all, Orff had good reason for writing it in the way he did.

The work’s subtitle is “Stage Pictures”, and Orff himself spoke of a “scenic cantata”. How much theatre is there in this piece?

I have never seen a stage performance of the piece. But it would be fascinating to know exactly how Orff imagined the work on stage. There are moments when the music triggers powerful vis-ual impressions – the dying swan, for example, has something incredibly visual about it. But at the same time there are also relatively abstract sections. Orff’s music is so evocative that you really don’t need a stage performance: the images arise before our inner eye simply by dint of our hearing them.

7/2010

CD/Download 477 8778

Live recording: Munich, Philharmonie im Gasteig, 4/2010

A co-production with BR-Klassik (Bavarian Radio)
Executive Producer: Christian Leins (DG)
Producer: Wilhelm Meister (BR)
Recording Engineer: Peter Urban (BR)