MENSCHENsKIND / DAGMAR MANZEL / HOLLAENDER

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MENSCHENsKIND
DAGMAR MANZEL

singt Friedrich Hollaender
Orchester der Komischen Oper Berlin
Michael Abramovich
Int. Release 14 Feb. 2014
1 CD / Download
0289 479 2328 2 CD DDD GH
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Lista de temas

Friedrich Hollaender (1896 - 1976)
Lieder eines armen Mädchens

Lieder eines armen Mädchens

Lieder eines armen Mädchens

5.
2:44

6.
3:39

Lieder eines armen Mädchens

Lieder eines armen Mädchens

10.
2:37

Rudolf Nelson (1878 - 1960)
Friedrich Hollaender (1896 - 1976)
12.
3:36

Lieder eines armen Mädchens

14.
4:49

15.
4:05

Rudolf Nelson (1878 - 1960)
Friedrich Hollaender (1896 - 1976)
Lieder eines armen Mädchens

Dagmar Manzel, Orchester der Komischen Oper Berlin, Michael Abramovich

Tiempo total de reproducción 1:00:30

Manzel kann's. Sie besitzt das Hollaender-Gen, das ihr die augenzwinkernde Melancholie, die verruchte Unschuld und traurige Zuversicht verschafft, die in nahezu allen Hollaender-Liedern zu spüren ist. Klug ist darüber hinaus ihre Auswahl. Zusammen mit dem Pianisten . . . Michael Abramovich, hat die Schauspielerin ein Programm zusammengestellt, das nicht nur Allbekanntes und Allbeliebtes versammelt wie "Das Nachtgespenst", das Manzel in großer Frische neu und originell interpretiert, sondern auch Lieder aus dem alten und armen Berlin mit seinen Mansarden, Kellerwohnungen und den nach Kohl riechenden Portierslogen, in denen junge, hungrige Mädchen an Selbstmord denken ("Wenn ick mal tot bin") oder erfrieren ("Das Mädchen mit den Schwefelhölzern"). In all diesen Liedern trifft die Berlinerin Manzel den Ton der Tragödien, wird -- während sie singt -- nie rührselig, eher trocken und trotzdem oder gerade deswegen so traurig. Freilich gelingt es Dagmar Manzel schon im nächsten Lied und oft mithilfe des Orchesters der Komischen Oper, die Kurve aus dem Trauertal zu kriegen und dann wieder ganz kess wie in "Die hysterische Ziege" aufzutreten.

. . . ein beachtliches Debüt . . . Menschenskind! Der Titel von Manzels erster CD darf uneingeschränkt für ihre Leistung stehen. Von der vielschichtigen Programmauswahl bis zur Tiefe, die sie in Hollaenders Liedern auslotet. Alle Farbschattierungen sind da, auch alle Welten, in denen Hollaender gelebt und geschrieben hat: Kabarettlieder, Revuesongs, der Blick ins Hinterhofleben der kleinen Leute. Manzel schlüpft mit Leichtigkeit in hysterische, exaltierte Rollen ebenso wie in lebensmüde Charaktere . . . Er sei ein lachender Melancholiker, sagte Hollaender oft über sich selbst. Manzel macht sich das zu eigen; dadurch kommt sie dem Komponisten ganz nah . . . Manzel lässt einen ganzen Kosmos mitschwingen und ist am Ende ganz sie selbst. Mit dieser CD erweist sie sich als späte und doch originäre Hollaender-Interpretin.

. . . [ein] Album, über das mein Urteil bereits nach dem ersten flüchtigen Anhören feststand: Es ist ein wunderbares. MENSCHENsKIND heißt diese CD . . . mit ihm beginnt dieses Album . . . und "Menschenskind!" möchte man auch bewundernd nach dem letzten Ton ausrufen . . . sie setzt ganz auf die Ausdruckskraft der Texte, sie vermeidet grelle Effekte, die den Hörer oder die Hörerin von heute allzusehr verstören könnten, sie spielt nicht das kleine Mädchen, sondern entwickelt Mädchenhaftigkeit aus ihren reichen, aber stets ökonomisch eingesetzen Ausdrucksmitteln, sie überzeugt vor allem mit ihrer exzellenten, nie übertrieben wirkenden Diktion, mit großer Musikalität und gar nicht wenig Stimme. Man spürt die Sorgfalt bei der Gestaltung . . . , und doch wirkt nichts unangenehm kalkuliert oder akademisch kühl, sondern dringt sehr natürlich ans Ohr. Würden doch alle Aufnahmen mit solcher Sorgfalt, mit solcher Liebe, mit solchem Wissen um die Erfordernisse des Genres gemacht! . . . eine gereifte Künstlerin . . . Die "Ruins of Berlin" singt Dagmar Manzel sehr langsam, so dass man einmal viel mehr auf die Melodie achtet -- man freut sich auch hier, dass sich ein Team Gedanken gemacht hat über verschiedene Möglichkeiten und sich souverän-bewusst für eine entschieden hat . . . Dagmar Manzel überzeugt schließlich in "Circe" . . . , weil sie sehr sorgfältig singt und nicht nur spricht, sie ist keine laut schreiende "Hysterische Ziege", sondern auch hier leise, ironisch, spöttisch und hintergründig wie in der "Kleptomanin" oder dem "Nachtgespenst" . . . eine sehr repräsentative Selektion . . .

. . . [Manzel klingt] souverän und unverwechselbar. Also das, was man von einer richtigen Diva erwartet.

Sie ist einfach sie selbst, wenn sie mit den Chansons von Friedrich Hollaender einerseits ihren berühmten Vorgängerinnen Reverenz erweist, andererseits ihre eigene -- heutige -- Version der nach wie vor aktuellen Lieder singt -- mit einer teils samtigen, teils rauchigen Stimme, die den Zuhörer die Versionen, die er vorher kannte, nicht vermissen lässt . . . Manzel trifft die zarten, sehnsuchtsvollen Töne aus "Currendemädchen", "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" oder auch "Oh Mond" ebenso wie die frechen, spritzigen aus "Die Kleptomanin" oder "Das Nachtgespenst". Und auch den Ohrwürmern . . . wie "Ich bin von Kopf bis Fuß" oder "Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre" verleiht die Sängerin ihre eigene Note. Sie überzeugt mit ihrer tiefen, weichen Stimme, ist ganz Frau, aber eben die aus den 2010er-Jahren . . . ["Circe"]: Manzel singt diese Erzählung von der Zauberin und dem Helden Odysseus, der hier so gar nicht heldenhaft rüberkommt, humorvoll und verleiht ihr die alberne Note, die dem Text innewohnt . . . Manzel gelingt es sofort, die melancholische Stimmung zu erzeugen, die Holländer mit vielen seiner Lieder hervorruft . . . Dagmar Manzels Interpretation von 2014 geht unter die Haut. Begleitet wird die Sängerin von Musikern des Orchesters der Komischen Oper Berlin, die -- unter der Leitung des überaus präsenten Pianisten Michael Abramovich -- diese Aufgabe bestens meistern.

. . . eine bemerkenswerte Sängerin . . . [in Dagmar Manzels Lesart schwingt] stets die wissende Ironie eines schon lange erwachsenen Kellerkinds. Oder dann auch wieder das maliziöse Lächeln durch und durch zeitloser Rollenmodelle, wie Hollaender sie immer wieder in seinen Liedern verewigt hat.

Manzel kann diese Lieder singen, ohne sich bei den berühmten Uraufführungsinterpretinnen [irgendeine Attitüde zu borgen] . . . Auf der CD singt Manzel die Lieder intimer als auf der Bühne . . . Die Begleitung von Abramovich am Klavier und vom Orchester beweist ihre Delikatesse durch Verzicht auf fast jedes Espressivo. Manzels Diseusen-Alt ist . . . geradlinig, aber niemals kalt.

. . . sie kann alles: das Ernste und Heitere, das Tragische, das Verrückte, Arie, Lied, Chanson, Song . . . [das Orchester der Komischen Oper (Michael Abramovich) begleitet sie leicht, fast beiläufig. Und die raffinierte Beiläufigkeit, gemischt mit einer Grazie aus Skepsis und Ironie, gehört zu den Geheimnissen von Manzels Kunst . . . Dagmar Manzels frivol-spöttische Töne und Untertöne geben Friedrich Hollaender die Ehre, der selbst gern als der "lachende Melancholiker" erschien.