MOZART La clemenza di Tito Mackerras 4775792

This new recording comes with the advantage of Charles Mackerras's stylish conducting, and a commanding performance of the central role of Sextus by Magdalena Kozená. Her singing of the great Act II rondo 'Deh per questo istante' is deeply affecting. The smaller parts of Sextus's sister Servilia, his friend Annius and the prefect Publius are well sung, too, by Lisa Milne, Christine Rice and John Relyea.

. . . the cast is exceptionally fine. Ko¿ená's limpidly sung Sesto -- ravishing in 'Parto, parto' and the even more beautiful 'Deh, per questo istante solo' -- is up there with Berganza (Kertész and Böhm), Minton, and Graham on Paris DVD, an immaculately sung and touching performance . . . and Lisa Milne has a timbre uncannily similar to that of Lucia Popp, the benchmark in the role of Servilia. Their little duet is one of the loveliest on disc . . . It is Mackerras's wise and wonderful conducting -- truly majestic . . . that makes this issue an essential acquisition for "Clemenza"-spotters (like me!). His decorations of the vocal lines have become more discreet over the years and, stylishly executed by his singers, they give his "Clemenza" a distinctive quality which marks it out from the rest . . . excellent release.

The result here is extremely satisfying, already placing this new set high among currently available recordings of the piece. This is certainly, too, an even and impressive cast . . . Hillevi Martinpelto has the necessary energy and attack for the proud and unscrupulous Vitellia, while Magdalena Kozená's richly imagined interpretation emphasises the depths of Sesto's divided personal loyalties. Rainer Trost's clean and eloquent singing makes Tito himself into more of a three-dimensional character than usual, while Christine Rice (Annio), Lisa Milne (Servilia) and John Relyea (Publio) are all expressive and technically inimpeachable. Mackerras also presents the work, rightly, as a fully dramatic one, and the opera's reputation as a late Mozartian masterpiece is entirely vindicated.

There are unequivocally good things on offer: Mark Padmore's smooth-toned Tito has unforced purity, his arias are eminently civilised and his two accompanied recitatives make the Emperor's anguish and inner conflict regarding his treasonous friend's fate transparent. He brings agile coloratura and a sweet top A flat to 'Se all'impero, amici Dei'. Alexandrina Pendatchanska's dark timbre, dramatic conviction and ambitious ornaments in 'Deh se piacer mi vuoi' make her villainous Vitellia formidable . . . There are few Mozartians of Mackerras's standard: every aria, ensemble, march, chorus and recitative is steeped in absorbing Mozartian rhetoric, colour, personality and style. There are no traces of artificiality or idiosyncrasy. Period bass and timpani lend precision and idiomatic colour, and the modern strings and woodwind are stirring, balanced and lyrical. From the first few minutes of the stirring yet immaculately judged overture, he delivers something special . . . [Rainer Trost's] richly textured coloratura and Mackerras's flowing grandeur are marvellous companions in the opera's jubilant final chorus . . . Hillevi Martinpelto's seductuve Vitellia makes Sesto's obsesseion thoroughly convincing: 'Deh, se piacer mi vuoi' has the perfect synthesis of power, passion and purity . . . She magnificently conveys Vitellia's voyage from vulnerability to penitent heroism in 'Ecco il punto', and follows it with a radiant 'Non più di fiori' . . .
However, Magdalena Kozená's Sesto steals the show. She is an outstanding Mozart singer; she sings her heart out in the dynamic accompanied recitative 'Oh Dei, che smania è questa' . . . and her arias are consistently marvellous.

Partly translated:
Magdalena Kozená ist eine überragende Mozartsängerin. Sie singt die Arien einfach herrlich.

Rainer Trost . . . is a dignified Titus . . . Best of all is Magdalena Ko¿ená, in glorious voice as Sextus, and making the scena ¿Deh, per questo istante¿ the poignant climax of the whole opera . . . if you want the grandeur and nobility of ancient Rome, go for Mackerras.

For those who attended Washington National Opera's recent production of Mozart's "La Clemenza di Tito" and discovered that the music really wasn't the hurried hackwork it has sometimes been called, there is a new recording that will only deepen your admiration . . . Sir Charles Mackerras, a Mozartean of the most tender and lyrical order, leads a strong cast ¿ tenor Rainer Trost, mezzo-soprano Magdalena Kozená and sopranos Hillevi Martinpelto and Lisa Milne ¿ and coaxes bright, firm and vigorous playing from the Scottish Chamber Orchestra and Chorus in a three-CD set from Deutsche Grammophon.

. . . a finely paced, and beautifully executed performance that captures the dignity and ebb and flow of the drama . . . glorious singing.

. . . an erster Stelle [ist] der Dirigent zu rühmen. Mackerras bietet, bei radikaler Kürzung der nicht von Mozart stammenden Secco-Rezitative, eine zupackend dramatische Lesart. Klanglich eindrucksvoll und stilistisch überzeugend spielt er mit dem mit Naturhörnern und -trompeten versehenen formidablen Scottish Chamber Orchestra und dem exzellenten Chor den Widerspruch zwischen Pomp und Pathos des "offiziellen" Gepränges am Hof des römischen Kaisers und den zutiefst anrührenden privaten Qualen der Akteure auch im Instrumentalen aus . . . die Neuaufnahme [bietet] eine illustre Sängerbesetzung . . . Die mit beeindruckenden Tiefen ausgestattete . . . Hillevi Martinpelto ist eine expressive, ihre private Hölle glaubhaft ausdrückende Vitellia. Superb und berührend ist der Annio von Christine Rice, nicht minder die Servilia von Lisa Milne, profund der Publio von John Relyea. Überragend, auch verglichen mit den (sehr guten) Vorgängerinnen anderer Aufnahmen, ist Magdalena Kozenás Sesto in den beiden leidenschaftlich und brillant gesungenen Arien, auch in allen ihren sonstigen Beiträgen in den Ensembles und Rezitativen. Sie vermag mit schlanker, modulationsfähiger Stimme berückend schön zu singen und dennoch den Eindruck zu vermitteln, daß Sestos Nerven ständig blank liegen.

Ihr . . . Mezzosopran eignet sich hervorragend für diese Hosenrolle. Kontrolliertes Vibrato, klangschönes Piano und Stilgefühl prädestinieren die Sängerin geradezu für Mozart . . . Stilistisch macht dem Dirigenten niemand etwas vor, das zeigen die differenzierte Orchesterbehandlung ebenso wie die geschmackvollen Verzierungen, die er seine Solisten ausführen lässt.

Wie Mackerras die Abstufungen der Holzbläser untereinander hinbekommt, ist meisterlich. Das Fagott wird beglückend aus seiner vermeintlich zweiten Reihe hervorgeholt, Oboen und Klarinetten treffen sich oft zu herrlichen Dialogen. Es scheint, als würde das Orchester ständig ein Lächeln bereithalten, denn dieser Mozart klingt wunderbar schwere-, aber weiß Gott nicht substanzlos . . . Der Publio dieser Einspielung, John Relyea, ist deutlich energischer, direkter aber auch kantiger. Vor allem in den Rezitativen, aber auch im "Tardi s'avvede" zeigt er, dass bei Mozart nie eine Note ereignislos ist. Sein Gesang trägt stets ein virtuelles Ausrufezeichen in sich. Dagegen kommt Christine Rice als Annio ohne ein solches aus. Ihr Vortrag hat etwas natürlich Schwebendes. Sie leuchtet quasi von innen. Ihr zarter, lyrischer, flexibler Ton trägt den Hörer insbesondere durch selige Momente wie in "Torna di Tito". Um Nuancen feiner, in ihrer dynamischen Ausdruckskraft vielleicht sogar eine Spur farbiger singt Lisa Milne die Servilia. Ihrer Arie im zweiten Akt verleiht sie vom Beginn des "S'altro che lacrime" über das energische "La crudeltà" bis zum finalen "non gioverà" einen wunderbaren Spannungsbogen. Sie zaubert sich durch diese zweiundfünfzig Takte mit herrlicher Noblesse . . . Magdalena Kozená . . . stellt ihr dramatisches Vermögen nie plakativ zur Schau, sie reduziert und erreicht dadurch viel, etwa wenn sie in "Deh per questo" das "il tuo sdegno" erst bei der Wiederholung mit glaubhaft energischem Nachdruck singt. Kozená trägt nie zu dick auf und bewahrt sich dadurch vor allem in der Höhe eine fein kalkulierte gestalterische Qualität. Sie besitzt die nötige Ruhe und Prägnanz, um diese Partie glaubhaft auszufüllen. Kozená braucht keine Tricks, um aufwühlende Momente mit Erregung zu füllen wie im Allegro assai von "Parto, ma tu ben mio".

Hier beweist der erfahrene Sir Charles Mackerras sein Gespür für repräsentativen Auftritt und vitales Musizieren . . . Mackerras hält alle und alles unter Spannung. Der Klang ist dicht und durchhörbar zugleich.

Die Neueinspielung der "Clemenza di Tito" durch Sir Charles Mackerras bietet eine weitere, nicht zu verpassende Gelegenheit, das Werk für sich neu zu entdecken. Mackerras arbeitet mit dem Scottish Chamber Orchestra und dessen Chor und hat prominenteste Solistinnen verpflichtet, darunter Magdalena Kozená als Sesto . . . Magdalena Kozenás Sesto kann unvergleichlich flehen. In der Arie Nr. 9 "Parto, ma tu ben mio" streichelt sie im Wechselspiel mit der Klarinette zärtlich ihre Töne und imponiert mit leuchtendem Pianissimo, im Accompagnato Nr. 11 zündet sie ein Feuerwerk wechselnder Stimmungen. Christine Rice verleiht dem Annio Wärme und Natürlichkeit, John Relyea dem Publio Autorität. Und die Servilia von Lisa Milne steigert sich zu großer Dringlichkeit, als sie in Nr. 21 ("S'altro che lacrime") der Vitellia ins Gewissen redet. Rainer Trost als Titus verfügt über einen disziplinierten, wandlungsfähigen, sanft strahlenden Tenor . . . Mackerras erzielt Wirkung nicht durch Tempo und Dramatik um jeden Preis, sondern durch Tempo- wie Farbschattierungen. Dies ist keine "straffe" Version der Oper, sondern eine, die dem introvertierten Charakter des Werks Rechnung trägt.

Der sonst übliche Primat der Oberstimmen existiert nicht, jedes Instrument ist hier deutlich zu hören. Unterstützt wird dieser Ansatz von der hervorragenden Leistung der Tontechniker: Die räumliche Abbildung ist vorzüglich, sowohl was die Höhenstaffelung der Instrumente angeht als auch die Darstellung in der Breite.

[Magdalena Kozená] gelingt ein sehr sensibles, genaues Porträt des Sesto. Die halsbrecherischen Koloraturen in "Parto, parto" sind selten so präzis und perlend zu hören.

Eine erfreuliche Bereicherung ist der kernige, markante Bass von John Relyea in der meist vernachlässigten Nebenrolle des Publio.

Ganz anders das Scottish Chamber Orchestra, das unter Sir Charles Mackerras mit brachialen Blechbläser-Akzenten, "sprechenden" Pausen, plappernden oder seufzenden Holzbläsern, dynamischen Streicher-Spannungsbögen bereits in der Ouvertüre Geschichten erzählt -- auf der zweiten "Titus"-Aufnahme dieser Tage, die bei der Deutschen Grammophon erschienen ist. Das Orchester als eine Art antiker Chor, der den Sängern auf der Nase herum tanzt, ihre Seelenabgründe aufdeckt, erklärt. Magdalena Ko¿ená gibt den Sextus mit wunderschön rundem, aber zartem Sopran . . . Die Vitellia der stimmlich brillanten Hillevi Martinpelto ist hier mehr einfühlsam-schmeichlerische Kokotte als Intrigen-Zicke. Titus¿ Milde scheint abgefärbt zu haben -- so mohair-weich gleichmäßig wie Rainer Trost ihn singt, kann man sich ihm kaum entziehen.

. . . Mackerras [wartet] mit einer glanzvollen Sängerparade auf . . . Magdalena Ko¿ená gibt einen schönen, ebenmäßigen . . . Sesto . . .

. . . Magdalena Ko¿ená zeichnet . . . ein sensibles, liebevolles Porträt des Sesto . . .

. . . le chef investit chaque détail orchestral, donne un sens à toutes les ruptures rythmiques, dont il tente de tirer de puissants effects de contraste . . . Rien à redire au couple formé par l'Annio de Christine Rice et la Servilia de Lisa Milne, deux belles voix au charme typiquement mozartien . . . il y a Kozená, son timbre si chaleureux, sa présence fémissante.

Le Sesto de Kozená . . . ne constitue guère une surprise, tant il confirme nos meilleurs espoirs. La belle Tchèque le traverse d'un pas dansant, sans toucher terre, s'inscrivant d'emblée aux côtés de Berganza et de Bartoli parmi les plus belles titulaires au disque.

Puede decirse que . . . [Magdalena Kozená] dota al personaje [Sesto] de una sugerente y velada ambigüedad, en unas ocasiones turbia y en otras de una luminosa simetría, en consonancia con el espíritu racional de la única época en la que un drama así pudiera tener su encaje. Rainer Trost es un Tito de extraordinaria ecuanimidad tanto en lo vocal como en la consistencia psicológica que consigue conferir al emperador romano . . . He aquí sin lugar a dudas una versión histórica que se convertirá en indispensable para comprender esta partitura mozartiana.

La versión del octogenario Sir Charles Mackerras al frente de un espectacular elenco de solistas y de «su» magnífica Scottish Chamber Orchestra es una pura delicia. ... Como era de esperar, el Sextus de Magdalena Kozená es una auténtica maravilla, impresionante en el «Parto, parto ... » y emocionante e intimista, conmovedor, en esa maravilla de aria que es el rondó «Deh, per questo istante solo ... » ... En suma, una recomendación plena ... Un regalo para los mozartianos.