VIVALDI Motezuma Curtis 4775996

. . . this opera is one of his most exotic and ambitious . . . It has been reconstructed and edited by Alan Curtis, who has also hired outstanding soloists for this landmark recording of a work whose great demands of its musicians are thrillingly rewarded.

It is a pretty enjoyable Baroque opera experience . . . Alan Curtis directs an assured and stylish performance, thoroughly convincing in its dramatic approach . . . much care has been taken to ensure it gets a vital delivery. The younghish cast give strong vocal accounts of themselves . . . So many 'real' Vivaldi operas are appearing on disc right now that this partly concocted one may seem a luxury, yet for sheer quality of music and performance it gives nothing but pleasure.

In an exemplary presentation, Alan Curtis pays tribute to Jean-Claude Malgoire whose conjectural pasticcio and recording of ¿Motezuma¿ 14 years ago used the same overture and final chorus as the present version . . . Curtis has assembled a vocally accomplished cast. Motezuma, a bass role, is sung with resonant authority by Vito Priante while that of Mitrena, his wife, is projected with feminine charm by Marijana Mijanovic . . . Roberta Invernizzi in the role of Teutile, their daughter, is experienced in Baroque style . . . The instrumentalists of Il Complesso Barocco are on excellent form as indeed is Vivaldi himself in a rewarding score.

Curtis and his Complesso Barocco are by now well versed in the operatic music of this period and it almost goes without saying that, from the point of view of the performance, this is a very fine issue indeed. The American conductor invites his listeners to ignore 'the notion that Vivaldi's (vocal) writing is incorrigibly instrumental and that his dramatic sense is nearly nil' . . . Vito Priante makes light of Motezuma's blustering coloratura and presents pride and vindictiveness . . . Roberta Invernizzi and Romina Basso are entirely charming as the lovers Teutile and Ramiro, but the star of the set is the gorgeous Spanish mezzo Maité Beaumont in the role of the tyrannical invader, Fernando. Beaumont's tone seems to grow in lustre with every recording ¿ she sounds like a half-way 'house' between Teresa Berganza and Cecilia Bartoli; I can't think of higher praise ¿ and is equal to all the bravura and expressive demands of the music . . . with these singers, the music flies. Committed Vivaldians shouldn't hesitate.

Alan Curtis provides expert direction to a strong group of instrumentalists, and the relatively unknown singers provide vivid characterizations . . . abundant Vivaldian charms, real and fabricated . . .

Violinist Giuliano Carmignola plays with a polish that strikes some listeners as breathtaking . . . Andrea Marcon's Venice Baroque Orchestra plays with as much assurance as the soloist.

The performance is superb . . . since Alan Curtis demonstrates convincingly that Vivaldi's operas can carry a high-octane charge without resorting to the infuriatingly exaggerated mannerisms perpetrated by many of his younger contemporaries in Italy and France. Throughout, the drama is conveyed with fervent intensity, now smoldering, now bursting into flame with a barely concealed passion that never threatens to transcend idiomatic style . . . his singers delivering it with an attention to detail that makes every word relevant . . . there's far more than enough to suggest that it is one of Vivaldi's strongest and most original operas. All those concerned with its rebirth deserve the heartiest thanks and congratulations.

In der Kategorie "Oper und Operette" gehören gleich zwei Vivaldi-Werke zu den ausgezeichneten Produktionen: "Motezuma" mit Il Complesso Barocco unter Alan Curtis . . . .

Kaum ist die Partitur entdeckt worden, liegt bereits eine Gesamtaufnahme vor . . . Ganz vollständig ist das in Berlin aufgetauchte Manuskript allerdings nicht, eine Herausforderung für den Violinisten und Musikologen Alessandro Ciccolini, Fehlendes zu ergänzen. Das gelang ihm so überzeugend, dass es nicht möglich ist festzustellen, wo Vivaldi endet und Ciccolini beginnt . . . An Alan Curtis Dirigat fasziniert . . . die dramatische Verve seiner Orchesterführung, mit der es ihm gelingt, die manchmal überlangen, bis zu zehnminütigen Rezitative mit Spannung aufzuladen . . . Herausragend der frische, agile Mezzo der jungen Maite Beaumont als Fernando und die virtuose Koloraturakrobatik von Inga Kalna als mexikanischer General Asprano.

Operfreundin Donna Leon weiß was und erzählt es dem Dirigenten Alan Curtis: In Berlin sind 2002 das Libretto und Teile der verschollenen Partitur von Vivaldis später Oper "Motezuma" aufgetaucht. Ein Goldfund, wie sich zeigt, doch mit Polieren ist es nicht getan. Komponist Ciccolini rekonstruiert das 1733 uraufgeführte Drama per Adaption älterer Arien und mit 13 neuen Rezitativen kongenial. Curtis und sein Complesso Barocco weben einen straffen, verhalten federnden Grund für große Stimmen. Stiftet Prinzessin Roberta Invernizzi später helle Freude, so lässt uns Aztekinfürstin Marijana Mijanovic schon zu Beginn staunend niederknien.

Musikalisch . . . erweist ¿Motezuma¿ einmal mehr die vitale, bühnentaugliche Imaginationskraft Vivaldis. Zumal Alan Curtis für diese Einspielung auf ausgezeichnete Solisten bauen konnte. Vito Priante verleiht der Titelpartie zwischen Trotz, Zweifel und Depression changierende Bassfarben, Marijana Mijanovic . . . steuert als Mitrena eine makellos fokussierte, dunkel timbrierte Mezzo-Stimme bei. Inga Kalna liefert in der Rolle des mexikanischen Generals Asprano ein Kabinettstück der Vivaldi¿schen Koloraturkunst. Romina Basso zeichnet ein berührendes Porträt des zwischen Gefühl und Gehorsam schwankenden Gegenspielers Ramiro. Auch die Partien des Fernando und der Teutile sind mit Maite Beaumont und Roberta Invernizzi kongenial besetzt. Die stets atmende, federnde und delikat nuancierende Musizierhaltung von Il Complesso Barocco trägt die Sängerinnen und Sänger auf Händen und sorgt dafür, dass sogar Rezitativ-Dialoge von bis zu achteinhalb Minuten Länge nie öde wirken. Eine Pionierleistung mit Referenzcharakter.

Unter der Leitung von Alan Curtis hat sich ein formidables Ensemble für diese Einspielung zusammengefunden. Sein Spezialorchester "Il Complesso Barocco¿ spielt wie immer frisch und temperamentvoll auf, ohne dabei in übertriebene Eile zu verfallen. Curtis weiß mit seinem Klangkörper umzugehen, und lässt in den richtigen Momenten mit kräftigen Muskeln spielen, kann aber auch zurückgenommen und seidig zart aufspielen lassen . . . Mit Vito Priante hat Curtis auf einen erfahrenen Sänger zurückgegriffen, der bereits in anderen Aufnahmen eine sehr gute Figur gemacht hat. Der Motezuma scheint ihm nachgerade auf den Leib geschrieben zu sein. Da präsentiert sich ein Mann von ungezügelter Kraft, dessen Jähzorn ihn unberechenbar macht. Er kann gleichermaßen toben, donnern, fluchen wie auch eine gebrochene Persönlichkeit mit schmerzerfüllter Stimme verkörpern, gezeichnet vom Leid und ratloser Verzweiflung. Mit markiger und schön geführter Stimme ist er der Glanzpunkt dieser Einspielung. Als Motezumas Gattin Mitrena wurde die Altistin Marijana Mijanovic verpflichtet. Es ist eine Freude dieser kraftvollen Stimme mit satter Tiefe zu folgen. Ein lautmalerischer Höhepunkt der Oper ist zweifelsohne das Kampfterzett, in dem Motezuma und Fernando die Klingen kreuzen und Mitrena als Zuschauerin heftig mitfiebert . . . Ramiros Geliebte Teutile ist Roberta Invernizzi. Ihre große Arie im zweiten Akt "Un guardo, oh dio!¿ ist ein Muster an Leidensfähigkeit und Selbstaufgabe. Ein schillernder Mosaikstein in diesem Intrigenspiel um Macht und Liebe ist die obligatorische Dienerfigur Asprano, gesungen von der Sopranistin Inga Kalna. Sie bleibt weit mehr als nur eine nette Ergänzung. Locker und frisch meistert sie ihre vier Arien.

Laut Curtis ist "Motezuma" die "dramatischste Oper Vivaldis". Dafür sorgt alleine schon der Text . . . Aber auch die Musik ist von einem dramatischen Grundton bestimmt. Diesen greift Curtis, der bei den Rezitativen selbst am Cembalo sitzt, dann auch mit seinen Instrumentalisten auf. Die deutlich betonte Continuo-Gruppe sorgt mit ihrem erregt rhythmischen Spiel für Spannung . . . Auch die fein austarierte Stufendynamik zwischen Forte und Piano ist ganz dem Drama verpflichtet . . . Ein optimales Klangbild, breit und transparent, rundet eine gelungene CD-Premiere ab.

Nun hat Alan Curtis das Werk für die Deutsche Grammophon mit seinem famosen Complesso Barocco und hochmögenden Solisten eingespielt. Aber nicht nur das: Er hat die Azteken-Oper, die sich handlungsmäßig nicht von der Dutzendproduktion jener Jahre unterscheidet, aufpoliert und ergänzt. Denn von den 28 Musiknummern sind nur 17 erhalten. Also mußten passende Vivaldi-Arien (davon gibt es genügend) gefunden und mit neuen Rezitativen verbunden werden. Das ist vorzüglich gelungen, Curtis legt auch akribisch Zeugnis über seine Vorgehensweise ab.

Unterdessen hatte sich der auf barocke Opern spezialisierte amerikanische Cembalist und Dirigent Alan Curtis zusammen mit dem Barockgeiger und Musikologen Alessandro Ciccolini an die Rekonstruktion der insgesamt neun fehlenden Nummern und an die Erstellung des Aufführungsmaterials gemacht. Diese Version nahm er mit seinem bewährten Ensemble Il Complesso Barocco und einem erstklassigen Sängerensemble im vorigen November auf, und diese Produktion . . . wirkt keineswegs wie ein Schnellschuß. Daran haben die klangtechnischen wie künstlerischen Qualitäten der Aufführung großen Anteil, da Curtis das musikalische Geschehen trotz teilweise überlanger Rezitative im Fluß hält. Dem recht beweglichen und in seiner e-Moll-Trauerarie über den drohenden Verlust von Tochter und Reich expressiv beeindruckenden Vito Priante in der Titelpartie steht in der für einen Altkastraten geschriebenen Rolle des Fernando die junge Mezzospranistin Maite Beaumont als ideologisch verhärteter, aber gesanglich geschmeidiger Fernando gegenüber. Ebenso bemerkenswert sind die junge Inga Kalva als virtuoser Aztekengeneral Asprano, Roberta Invernizzi als hart geprüfte Motezuma-Tochter Teutile und der Mezzo Romina Basso als ihr Liebhaber Ramiro, Motezumas Bruder. Daß Vivaldis Musik nicht nur mit ihren glitzernden Kaskaden der Wut- und Freudensausbrüche besticht, sondern gelegentlich schon in Händelsche Gefühlstiefen eindringt, vermittelt am stärksten Marijana Mijanovic als Aztekenkönigin Mitrena. Ausgezeichnete Einführungstexte und ein viersprachig abgedrucktes Libretto runden den überaus positiven Eindruck dieser Edition ab . . . Diese Oper gehört zu den stärksten des Komponisten . . .

Die Ersteinspielung dieser Fassung (Archiv / Universal) mit Il Complesso Barocco und Alan Curtis ist verdienstvoll . . . [man kann] Maite Beaumont in ihrer ersten großen Barock-Partie auf Platte erleben ¿ und so schöne junge Stimmen wie Romina Basso als Ramiro und Inga Kana als mexikanischer General Asprano.

Das Ergebnis ist ohne Einschränkung überzeugend.

Quelle musique . . .! Ivresse rythmique époustouflante de «S'impugni la spada» avec deux cors de chasse; défi au langage napolitain avec «D'ira a furor armato», où la trompette naturelle rivalise brillamment avec le soprano; trio étrange «A battaglia, a battaglia», mélange complexe de rythmique guerrière et de délicatesse galante. Et quels récitatifs! . . . Alessandro Ciccohni, violoniste et ici leader du Complesso Barocco, s'est frotté aux airs manquants: sa proposition tient du génie . . . Difficile aussi, pour les récits reconstitués, de deviner quand la main du réviseur se substitue à la plume de Vivaldi. Excellent plateau vocal, enfin . . . Marijana Mijanovic, qui pouvait tout oser, drappe [Mitrena] de souffrance et de majesté, comme dans l'accompagnato «Ed ho cor di soffrir» . . . Maité Beaumont, mezzo-soprano énergique et agile, campe un Fernando dominant, de taille à affronter le Motezuma coloré, théâtral et orgueilleux de Vito Priante . . . Alan Curtis dirige un Complesso Barocco plein de couleurs et de matière, traité avec fermeté, équilibre et générosité. Une réussite convaincante.

. . . Vito Priante done au souverain mexicain une stature passionnante, aidé par un chant rageur et volontairement faillible . . . Hernan Cortez trouve en Maite Beaumont un mezzo ductile et séducteur. Chacun des six personnages bénéficie d'ailleurs d'une distribution de luxe . . . Son orchestre joue des couleurs et des oppositions d'affects avec une aisance remarquable. Merci à eux : ce "Motezuma" est un nouvel indispensable dans l'univers vivaldien.

. . . la música no sólo puede contarse entre lo mejor de Vivaldi, sino que sorprende por su solidez y la penetrante psicología demostrada por el compositor, que recrea con gravedad y una angustia latente el drama del monarca conquistado, a punto de perder su reino . . . impagable Marijana Mijanovic, como siempre . . . este tapiz de bellísimas sonoridades, finamente tejido por Il Complesso Barocco . . . Moctezuma resulta tan deleitosa que hasta puede perdonársele a Vivaldi la licencia del inesperado final feliz.

El mérito de Ciccolini estriba en la formidable versatilidad que ha puesto en práctica a lo largo de una de las tareas más extenuantes y comprometidas que pueda realizar un músico. ... el ejemplo más emocionante lo hallamos en el aria "Tace il labbro", de Ramiro ..., cuya letra "Aunque me calle, mi corazón y mi mente hablan por sí mismos" ha fructificado en una música que sale a borbotones ensortijando la voz y la orquesta con una inspiración sublime.

Motezuma ... cuenta con momentos verdaderamente inspirados, a los cuales el veterano Alan Curtis ... sabe sacar el maximo partido. ... Marijana Mijanovic ... sigue en perfecto estado de gracia. ... el disco me parece recomendable.