IOAN HOLENDER FAREWELL CONCERT DVD-VIDEO 0734621

. . . an exceptionally generous program filled with lots of exciting singing . . . Plácido Domingo still has the ability to amaze, and once again proved his superhuman vocal durability by traversing a somewhat effortful "Winterstürme" from "Die Walküre" . . . Tenor Michael Schade offered a beautifully phrased "Un'aura amorosa" . . . a poised rendition of the Contessa's difficult "Dove sono" from "Le nozze di Figaro" . . . Soile Isokoski brought supreme control to Agathe's aria "Und ob die Wolke" from Weber's "Der Freischütz" . . . Thomas Quasthoff offered a touching rendition of [Morosus's "Wie schön is doch die Musik" from Strauss's "Die Schweigsame Frau"] . . . Under Fabio Luisi's splendid direction, Thomas Hampson reprised his Guillaume Tell with a dignified "Sois immobile" . . . [a] non-stop enjoyment . . . a thrilling finale from Strauss's "Die Frau ohne Schatten". Welser-Möst worked his way through the dense orchestration while accompanying a stunning quartet of singers including Falk Struckmann, Johan Botha, Deborah Polaski, and a radiant Adrienne Pieczonka . . . [Piotr Beczala] offered an excellent, heartfelt "Pourquoi me réveiller" from Massenet's wrenching "Werther" [displaying masterful vocal technique] . . . Netrebko triumphed with agility to spare, excellent, clean execution of the passagework, decent trills, and spot-on high D's. She had the audience in the palm of her hand . . . Sincere thanks are due to Deutsche Grammophon for undertaking the expense and effort of recording such a grand event and making it available to an international audience. Lovers of great singing need not hesitate: this is a fine addition to any operatic library.

. . . [Plácido Domingo] bewies als "Siegmund" tenorale Kraft und . . . Ramón Vargas [war] ein einfühlsamer Dirigent . . . Äußerst luxuriös besetzt war das Sopranfach: Stefania Bonfadelli, Natalie Dessay und Diana Damrau brillierten mit ihren Koloraturkünsten, Anna Netrebko entfachte als Massenets Manon einen Sturm der Begeisterung. Barbara Frittoli, Soile Isokoski, Adrianne Pieczonka, Genia Kühmeier und Krassimira Stoyanova bestachen mit kultivierter Lyrik. Violeta Urmana trumpfte als Verdi-Heroine auf, Angela Denoke . . . und Waltraud Meier vertraten superb das deutsche Fach. "Heimkehrer" Thomas Hampson, Simon Keenlyside, Boaz Daniel, Falk Struckmann, Ferruccio Furlanetto und Thomas Quasthoff bildeten die starke Bariton- und Bass-Fraktion. Tenoralen Glanz verströmten Michael Schade, Saimir Pirgu, Peter Seiffert, Stephen Gould, Johan Botha und Piotr Beczala.

Die Höhepunkte: Domingo als noch immer fabelhaft präsenter Siegmund, Thomas Hampson -- der "Wien-Heimkehrer" -- als Wilhelm Tell und mit Cerhas "Traurigem Montag", Johan Botha in der Gralserzählung und im Finale der "Frau ohne Schatten", Michael Schade mit "Un' aura amorosa" und -- mit Angelika Kirchschlager -- in der "Lustigen Witwe", Thomas Quasthoff als Sir Morosus, Franz Grundheber als Cardillac, Leo Nucci mit der "Sizilianischen Vesper", Falk Struckmann als Jago. Und dann Anna die Wunderbare: Ihre Manon ist singulär. Ihr Sopran strahlt frisch und jugendlich. Natalie Dessay mit herrlichen Koloraturen in "Par le rang" aus der "Regimentstochter", Krassimira Stoyanova mit Puccinis "Villi", Violeta Urmana mit Verdis "Pace, pace", Barbara Frittoli als "Figaro"-Gräfin und in "Così", Soile Isokoski im "Freischütz", die grandiose Waltraud Meier . . . und und und . . . Am Pult des brillant musikzierenden Staatsopernorchesters und des Staatsopernchors sorgten Zubin Mehta, Franz Welser-Möst, Bertrand de Billy, Fabio Luisi, Marco Armiliato, Peter Schneider, Simone Young, Plácido Domingo u.a. für temperamentvolle Wiedergaben.

Plácido Domingo ist immer ein Bühnenwunder . . . Abgesehen vom akustischen Genuss gab es auch optische Highlights: Dirigentin Simone Young mit Wahnsinns-High-Heels oder Anna Netrebko im kessen Flirt mit Dirigent und Publikum. Angelika Kirchschlager und Michael Schade, Thomas Hampson, Johan Botha und weit nach Mitternacht Simon Keenlyside zeigten unverwechselbare Qualitäten. Sogar eine Zugabe konnte nicht ausbleiben, das "Falstaff"-Finale "Tutto nel mondo è burla" brachte den Spaß an der Freud¿ dieser gesungenen Heiligsprechung Holenders auf den Punkt.

. . . die [Netrebko lieferte] mit ihrer "Manon" eine sprichwörtlich große Szene . . . bis hin zur katzenhaften Anschmiegsamkeit an den exzellent, weil trotz aller Rücksichtnahme auf den Gesang stets klar konturierend gestaltenden Maestro Bertrand de Billy.

Von dieser Abschiedsgala wird man noch lange reden . . . Plácido Domingos "Winterstürme", Anna Netrebkos "Manon", Johan Bothas "Lohengrin", Thomas Hampsons "Wilhelm Tell" und Diana Damraus "Sonnambula" [wurden] zu Recht besonders bejubelt . . . Beachtlich die Leistung des Staatsopernorchesters, das sich innerhalb von Sekunden auf so unterschiedliche Dirigierstile wie jene von Zubin Mehta, Franz Welser-Möst, Bertrand de Billy, Antonio Pappano etc. einstellen musste.