MOZART Figaro - Highlights / Netrebko 4776544

Christine Schäfer eroberte als Cherubino die Herzen des Publikums im Sturm . . . mit ihrer leidenschaftlichen Darstellung . . . Die CD mit den Höhepunkten der Oper lässt noch einmal die eindrücklichsten Momente der Produktion Revue passieren und stellt einen gut ausgewählten Querschnitt durch die wichtigsten Arien und Ensembles des Stücks dar . . . Das Sängerensemble besticht . . . durch seine große Homogenität. Keiner versucht sich auf Kosten der anderen in den Vordergrund zu spielen, was besonders in den Ensemblestücken zu lohnendem Ergebnis führt. Christine Schäfer . . . vergeht . . . innerlich fast vor schmachtender Hingabe; sie seufzt und haucht, zieht alle Register und strahlt dabei mit ihrem glasklaren Timbre eine Verletzlichkeit aus, die zu Herzen geht. Ihre beiden Soloarien `Non so piu cosa son¿ und `Voi che sapete¿ bestechen durch Eindringlichkeit und tiefe Emotionalität.
Anna Netrebko präsentiert eine recht ungewöhnliche Susanna, die sehr viel dominanter und selbstbewusster agiert, als dies für gewöhnlich bei dieser Rolle der Fall ist. Das reife, kräftige Timbre ihrer Stimme trägt viel dazu bei, dass hier keine verschüchterte Dienerin vor ihrem Dienstherren flüchtet, sondern sie auf Augenhöhe mit allen Beteiligten handelt . . . die Röschmann [überwältigt] mit einer jeder Zeit hochemotionalen, bis in alle Nervenenden gespannten Interpretation der leidenden Gräfin. Ihre schmerzhaft ausgesungenen Klagen `Porgi amor¿ und `Dove sono¿ sind erschütternde Seelenbilder, deren Intensität Abgründe und Verzweiflung offenbaren. Im Briefduett mit der Netrebko ergänzen sich die Stimmen der beiden zur absoluten Perfektion, denn sie schaffen das Kunststück, fast mit gleichem Atem zu phrasieren und doch die Eigenständigkeit ihrer Figur zu bewahren. Harnoncourt lässt dazu das Orchester wunderbar zurückgehalten aber klangvoll dahinströmen . . . Das lichte, helle Timbre von Skovhus in Kombination mit der geschmeidigen Geläufigkeit seiner Stimme machen ihn zum idealen Mozartsänger. D'Arcangelo hingegen spielt seine dunklen Register gekonnt aus und lässt dabei in seinen Arien `Se vuol ballare¿ und `Non piu andreai¿ viel stimmliche Durchsetzungskraft erkennen. Die CD bietet einen klanglich hervorragend ausbalancierten Querschnitt durch die Salzburger Figaro Produktion und enthält auf komprimiertem Raum die wichtigsten Highlights und Szenen.

Sie [Christine Schäfer] begeisterte das Festspielpublikum in dieser Mozartoper, die jetzt als CD vorliegt, mit ihrer silberzarten und federleicht geführten Stimme in der Rolle des Pagen Cherubino . . . Erfreulich unspektakulär bleibt Anna Netrebko, deren immer reifer klingendes Stimmmaterial bereits auf die Rollenfacherweiterung als Gräfin hinweist. Bemerkenswert ist Nikolaus Harnoncourts einfühlsame Leistung als Dirigent.