BACH The Well-tempered Clavier Part 1 / Pollini 4778078

We must acknowledge Pollini¿s nobility and the finesse of his technique . . . [This is] the Bach of exhaustive variations, of lines, geometric shapes and mathematics. Bracing, absolutely.

All the usual pluses of Pollini's pianism are in evidence: infallible technique, great strength when required . . . In matters of decoration and ornamentation, he errs on the side of caution -- definitely my preference on the piano -- occasionally trilling through a long note (F#-Major and G-Minor Preludes) but leaving final cadences alone . . . there is something monumental about the whole enterprise: the WTC as the pinnacle of Western art, Pollini as the high priest in an act of devotion . . . The piano is recorded at a slight distance that suits the amplitude of Pollini's tone . . . This set is an event in more ways than one . . . every traversal of this music by one of the masters sheds a unique and fascinating light on it. Recommended to all who are serious about Bach.

Maurizio Pollini's first Bach recording is an event in itself . . . Pollini's performance is not so much an "interpretation" as an act of very intense listening (to Bach as well as to himself) that he invites us to share.

In short there is nothing mechanical, perfunctory or bland, and my sensibilities were often touched by playing that is untainted by reverence.

. . . he avoids tempo modification as much as possible without managing to sound the least bit metronomic. How does he do this? Close listening reveals minute changes in tone colour, subtle and strategic deployment of the piano's una corda pedal, plus long phrases and fugal textures that have beginnings, middles and ends but no dead spots.

. . . Pollini [bleibt] ganz souverän auf dem Teppich . . . sein Agieren [trägt] das Gepräge einer Sachlichkeit, die ihresgleichen sucht. Nichts ist da zu hören oder zu spüren von einer möglichen philosophischen Überhöhung des Notentextes. Alles ist logisch durchhörbares Konstrukt, vorgebracht zum Zwecke der Verständlichkeit . . . Pollini folgt hier dem Ideal einer gleichsam perpetuierenden Motorik als Triebfeder des Fortkommens -- einer Motorik, die jedes romantisch gefügte Agogisieren a priori und eo ipso ablehnt, stattdessen kontrapunktische Dichte statuiert. . . . Kurzum: eine sehr intellektuell durchwirkte Interpretation. Die uns mit Spannung warten lässt auf des Projektes noch verbleibenden Teil: das Wohltemperierte Klavier, Buch zwei.

Es ist dies nicht nur ein hinreißendes Geburtstagsgeschenk für jenes Plattenlabel, bei dem der Pianist seit Jahrzehnten ausschließlich veröffentlicht. Nein, es ist dies seine faszinierendste Aufnahme und damit eine der beeindruckendsten Klavierplatten überhaupt geworden . . . weil ihm die Quadratur des Kreises gelingt: Wann schon konnte ein Tastenspieler diese Folge aus 24 Präludium & Fugen-Paaren schon derart logisch nachvollziehbar und für Hörer derart unanstrengend als stimmig geschlossenen Zyklus spielen? Pollini gelingt dieses Wunder . . . Pollinis Bach, das ist eine völlig eigene Welt, die die Eleganz Chopins kennt, die strukturelle Klarheit der Debussy-Etüden, den drängenden Impetus Beethovens, die träumerische Luzidität Schumanns sowie Nonos Liebe zur Utopie. Dass Pollini dies alles bei Bach zu einem Amalgam verbindet, wodurch er der ungeheuren Weite von Bachs kompositorischen Denken Rechnung trägt, das ist nur eine der ganz großen Stärken dieser Aufnahme . . . nichts ist dem Zufall überlassen, sondern, für den Hörer fast unbemerkbar, stets stimmiger Teil des Grundgedankens, dass das "Wohltemperierte Klavier" als ein geschlossener Zyklus verstanden werden muss . . . [Bach] wiederholt sich nie, er beschreibt vielmehr mit seinen Tönen das Universum. Und Pollini, Bachs Prophet, weist mit nie erlahmender Energie und stets lustvoll herausfordernder Phantasie konsequent auf diesen Reichtum hin. Das Ergebnis aber kann nur als suchtgefährdend eingestuft werden.

Seine Einspielung der Chopin-Etüden hat immer noch Referenzcharakter. Seine Beethoven-Interpretationen legen immer wieder von Neuem Strukturen frei, die man so bei keinem anderen Pianisten zu hören vermeinte. Und Maurizio Pollini gehört zu den wenigen international bedeutenden und gefragten Interpreten, die konsequent modernes Repertoire mit in ihre Konzertprogramme aufnehmen. Bis heute . . . [die] intensive und langjährige Beschäftigung mit dem Oeuvre schlägt sich in Pollinis nun auf CD gebannter, faszinierender Deutung nieder . . . Sein durch zahlreiche Chopin-Interpretationen virtuoser wie eleganter Anschlag paart sich hier kongenial mit einem klanglichen Farbenreichtum sowie einer immer durchhörbaren Strukturbesessenheit. So werden die Einzelstimmen in den zwei- bis fünfstimmigen Fugen wunderbar nachvollziehbar. Ein großes Gewicht legt Pollini auf die Melodien- und Klangvielfalt, ohne zu romantisieren oder gar extreme Temposchwankungen durchzulassen. So akribisch das einzelne Präludium- oder Fugenstück durchleuchtet wird, so zwingend bleibt Pollinis Blick auf den Zusammenhang, sein Verständnis des Gesamtwerkes als einer Einheit. Dass im Zeitalter digitaler Perfektion solch eine Aufnahme erscheinen kann, die gelegentlich das Mitsummen und Atmen des Interpreten und damit die authentische Anstrengung, die leidenschaftliche Versenkung und Konzentration überträgt, ist schlicht großartig. Wieder eine Referenzaufnahme des nun bald 70jährigen Meisterpianisten aus Italien!

. . . [ihm] gelingt eine exemplarische, scheinbar objektive Einspielung eines der größten Heiligtümer der Klaviermusik. Wieder ist sein Spiel mathematisch gerade, dabei weich ausbalanciert, immer um die Struktur des großen Ganzen wissend, die tragende Konstruktion, an der die Verzierungen aufgehängt sind -- so wie es sich für den Sohn eines Architekten gebührt. Der Klang ist so kostbar und edel wie der Stoff seiner teuren Maßanzüge, sein Anschlag ist so präzise und durch Tradition und Wissen vorgegeben wie deren Schnitt. Pollini schummelt nicht und er trumpft auch nicht auf. Er lässt die Musik fließen, gibt ihr logische Flexibilität, als könnte man das gar nicht anders spielen. Das Resümee einer großartigen Pianistenkarriere -- hier wird es wie am Reißbrett gezogen. Und doch ist es belebt, pulsiert, schlägt da ein tönend Herz. Die Klavierlegende wird zum Suchenden, Tastenden, die ihren Weg traumsicher und scheinbar einfach findet.

Bach spielen -- das scheint für Pollini zu sein wie nach Hause kommen und ausatmen und sich noch einmal mit den alten Dingen beschäftigen, für die früher so wenig Zeit blieb. Warm und wohlig fließt das Herzblut des Pianisten, es strömt durch weite Adern. Der Blutdruck des Spiels ist ruhig und nicht von Stresshormonen angekurbelt . . . Mit diesem Bach kann man auch deshalb entspannen, weil sich manche Kompliziertheit der Musik gleichsam von selbst löst. Pollini kann auf seine phänomenale pianistische Substanz zurückgreifen . . .

Pollinis Bach-Debüt auf CD ist ein Musterbeispiel an interpretatorischer Ausgewogenheit . . . Pollinis Tempi sind weitgehend schlüssig: Den toccatenhaft-virtuosen Präludien verleiht er italienisches Brio, ohne sie motorisch zu überzeichnen, während er die vokal geprägten Fugen aus der Ruhe heraus mit wunderbarem Legato kantabel formt und mit schlankem Ton stets für die Durchhörbarkeit aller Stimmen sorgt . . . Diese lang erwartete Einspielung stellt ohne Frage eine Referenzaufnahme des Bach¿schen Zyklus dar.

Welche Größe! Welche Schönheit! Weche Klarheit! Mehr braucht man über Pollinis Bach eigentlich nicht zu sagen. Der große italienische Pianist vereint alles, was Bachs "Wohftemperierte Kavier" ausmacht . . . Polinis phantasievolles Spiel lässt uns Bach von einer ganz neuen Seite her entdecken . . . Und trotz seiner zugigen Tempi vermag es Pollini immer wieder in die Tiefe der Musik vorzustoßen und uns dabei auf eine faszinierende Reise durch Klang, Raum und Zeit mitzunehmen. Absolut hörenswert!

Ein Klavierkünstler erfindet sich neu. Meisterhaft.

Klar und konturenscharf werden die Fugenstrukturen gemeißelt, ohne auch nur den Anflug einer agogischen Überzeichnung, obgleich doch jedes der 24 Präludien für Pollini zugleich Charakterstück ist . . . Pollinis altmeisterliche Liebe zur Perfektion aber kollidiert, wie stets in seinen besten Momenten, mit einer unbändigen Lust am Spiel: So entstehen legendäre Lesarten!

Pollinis Spiel ist frei von jener Weihe, die den Zugang zu Bachs Musik so oft versperrt.

Pollinis Bach-Debüt auf CD ist ein Musterbeispiel an interpretatorischer Ausgewogenheit . . . Diese lang erwartete Einspielung stellt ohne Frage eine Referenzaufnahme des Bach'schen Zyklus dar.

. . . Pollini [ beweist] Mut, diesen von einer unüberblickbaren Interpretationsgeschichte belegten Zyklus überhaupt einzuspielen, auch wenn der Mailänder Maestro zu den Klaviergöttern gehört. Und er beweist nochmals Mut, wenn er nicht versucht, das Werk neu zu erfinden. Er stellt es einfach in den Raum, mal etwas distanzierter, mal etwas engagierter, mal etwas strukturierter, mal etwas mehr auf den Gestus fokussierend.

Son "Clavier bien tempéré construit ex nihilo un monde clos, pur, et lui-même générateur. L'Ancien Testament. Le temps musical s'y organise sans recours à la danse. Et même au phrasé : voici bien le trait le plus singulier de cette réalisation, plus encore que sa distance expressive. . . . Maurizio Pollini présente l'¿uvre inviolable et compacte d'un dieu inaccessible, qui sous d'autres mains savait se faire homme pour nous convaincre et nous toucher.