CHOPIN Complete Waltzes / Alice Sara Ott

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FRÉDÉRIC CHOPIN

Sämtliche Walzer
Complete Waltzes
Alice Sara Ott
Int. Release 04 Jan. 2010
1 CD / Download
0289 477 8095 3 CD DDD GH
Alice Sara Ott Celebrates the Chopin Year with the Complete Waltzes


. . . an artist of talent and requisite brio for these scintillating salon pieces.


. . . here is Alice Sara Ott . . . tossing them off for Deutsche Grammophon with ease and apparent joy. It shouldn¿t be possible, really it shouldn¿t . . . The Liszt, it¿s true, is a technical triumph. Her fingers are never afraid. They clarify the multiple strands in the most complex furies of Mazeppa. They fade away with sighing beauty at the close of Ricordanza. Between these extremes, Ott finds many of the emotional states that these Transcendental Etudes demand . . . The Chopin disc shows another light on her interpretative powers. Her phrasing can be entrancing (the Farewell waltz); so can her melancholy, and her delicate rubato . . .

Le disque Chopin éclaire sous un jour nouveau ses facultés interprétatives. Son phrasé sait être envoûtant (valse de l¿Adieu); de même que sa mélancolie, et son délicat rubato...

Only just out of her teens, she leaves you to marvel at her instinct for Chopin's poetic ambiguity, his alternating melancholy and exuberance, his ultra-Slavonic hope and despair, her playing backed by the sheen of an immaculate technique and pianism.

À peine arrivée à l¿âge adulte, elle émerveille par son sens instinctif de l¿ambiguïté poétique de Chopin ¿ la mélancolie et l¿exubérance alternées, l¿espoir et le désespoir si slaves du compositeur ¿, son jeu soutenu par l¿éclat d¿une technique et d¿un pianisme impeccables.

The playing is often flighty and graceful, and shows some moments of wonderful intimacy, as if Ott were breathing soft secrets into your ear.

Alice Sara Ott brings an endlessly varied range of touch, articulation and panache to her Deutsche Grammophon disc . . .

Alice Sara Ott zeigt sich als kluge junge Pianistin, die versucht, die Werke, die sie spielt, wirklich mit allem Hintergrundwissen zu durchdringen, die die Werke wachsen lässt . . . Mit dieser gesunden Einstellung wird sich diese Künstlerin sicherlich lange halten können und ihr Ziel, auch noch mit 60 oder 70 Jahren auf der Bühne ein Publikum begeistern zu können, erreichen.

Walzer . . . mit viel Witz und viel Geist.


Sie zählt zur Spezies des reflektierten Künstlers und sie ist eine enorme Begabung . . . Das Ergebnis ist eine tiefsinnig-berührende Wiedergabe . . .

Mögen . . . alle [Neuaufnahmen] so schön, so wissend originell und so klangsubtil ausfallen, wie die der 21-jährigen. . . Alice Sara Ott. Als Vertreterin der jüngsten Interpretengeneration hat sie fulminant die Chance genutzt, einer Klavierikone nun auch ihren eigenen Plattenstempel aufzudrücken. Sie hat sich dazu Chopins Walzer ausgesucht, scheinbar feminin, weich dahin fließende Charakterstücke, oft von zarter Traurigkeit überzuckert, wie unter Tränen tanzend. Ott spielt sie gefühlig, aber nie sentimental. Es finden sich rhythmische Widerborstigkeiten, bisweilen ein harter, glasklarer Anschlag. Das Schwebende, Beiläufige als durchaus bewusst herbeigeführte Musikangelegenheit. Ihr Spiel ist durchsichtig, aber prägnant, das Pedal bekommt bei ihr fast eine Nebenrolle. Es wird nicht geschmust, sondern schlagkräftig Atmosphäre erzeugt. Doch kennt sie auch Momente des Innehalten, des fragil Poetischen. Ein charmanter Chopin-Auftakt.

Si seulement tous [les nouveaux enregistrements] pouvaient être aussi beaux, aussi intelligemment originaux et aussi raffinés dans leur sonorité que celui de [. . .] Alice Sara Ott, qui n¿a que vingt et un ans! Cette représentante de la jeune génération d¿interprètes a saisi de façon magistrale l¿occasion de marquer de sa propre empreinte discographique une icône du piano [. . .] Son jeu est transparent, mais expressif, et la pédale assume presque un rôle secondaire. Elle ne fait pas dans l¿afféterie, et sait créer de manière frappante une atmosphère. Elle connaît pourtant aussi des moments de détente, des moments de poésie fragile. Voici un séduisant début dans Chopin.

Wenn Ott Klavier spielt, so wird in jedem Ton eine eigene Sicht, eine eigene musikalische Sprache hörbar . . . Otts Chopin-Spiel besitzt eine behände Leichtigkeit, sie hüllt diese Walzer in Tüll, aber nicht in Kitsch. Sie spielt mit einer wunderbaren Klarheit, verzichtet auf deftigen Pedalgebrauch. Das allein ist schon viel wert und zeugt von der Seriosität ihres Klavierspiels. So ist allein der letzte Walzer -- in a-Moll -- den Kauf dieser Aufnahme wert. So geschmackvoll, so vornehm ist der Schmerz dieses Stückes selten eingefangen worden. Mit viel Feingefühl -- Feinheit im Anschlag, Finesse im Detail -- gestaltet Ott ihren Chopin. Ja, sie gestaltet, und sie spult nicht ein einstudiertes Pensum ab. Sie lotet die Stimmungen dieser Musik genau aus und verzichtet auf eine virtuos vordergründige Darstellung. Auf diese Weise wird der sogenannte "Minuten-Walzer" eher zu einer Art Perpetuum mobile als zu einem technischen Bravourstück.
Von Chopin ist überliefert, dass er über einen zarten, für große Säle zu vorsichtigen Anschlag verfügte, dass er ein Meister der eher kleinen Zwischentöne war. Insofern ist Ott eine kongeniale Botschafterin seiner Musik. Ihr Spiel klingt grazil und elegant, eigenwillig, aber auch überlegt, nobel und, wie im Falle des e-Moll-Walzers, funkelnd. Was Ott mit ihrer Aufnahme der "Etudes transcendantes" von Franz Liszt bereits gezeigt hat, setzt sie bei den Chopin-Walzern fort: dass sie eine ernst zu nehmende Künstlerin ist; dass sie etwas zu sagen hat . . .

. . . [Alice Sara Ott bietet] Chopins Walzer mit einer Würze und Entschiedenheit dar, die an Dinu Lipattis legendäre Aufnahme von 1950 erinnern . . . Otts Zugriff zeugt von Selbstbewusstsein und Stilgefühl. Sie verlässt sich nicht allein auf Technik, sondern nimmt sich Zeit -- entsprechend rund klingt das Ergebnis.


Wiewohl mit fast unbeschränktem technischem Können begabt, lässt sie die Musik eher für sich sprechen. Dabei reicht die Ausdruckspalette von fast schubertisch zu nennender Volkstümlichkeit in den Walzern ohne Opuszahl bis zu einem beinahe impressionistisch anmutenden Klangbild in der Wiedergabe des Walzers op. 34, Nr. 2 . . . Da offenbart sich eine Ernsthaftigkeit im Umgang mit dieser Musik, die . . . ein hochdifferenziertes, transparentes und vielversprechendes klangliches Universum entwirft.

. . . die scheinbar mühelose und dennoch engegiegeladene fingertechnische Rasanz der Virtuosin [raubt] auch heute noch den Atem. Schon die ersten beiläufigen Melismen der Ballade wirken unter den Fingern der 18-Jährigen auch nach einer ganzen Generation chinesischer Hypervirtuosen noch immer wie ein Schocker. Daneben zeigt sich in diesen frühen Aufnahmen bereits eine unverkennbare ästhetische Persönlichkeit. Was bei Chopin als Kohleskizze angelegt ist, wird unter Argerichs Händen zur hochpräzisen Steinmetzarbeit. Die musikalische Kalligraphie des polnischen Nationalkomponisten liest die Argentinierin wie kompromisslose Selbstbehauptungen. Nicht Leichtigkeit und Eleganz sind ihre Ausdrucksmittel, vielmehr wird hier jede Phrase zum schwermütigen, brodelnden, manchmal auch launischen Bekenntnis.
Wiewohl mit fast unbeschränktem technischem Können begabt, lässt sie die Musik eher für sich sprechen. Dabei reicht die Ausdruckspalette von fast schubertisch zu nennender Volkstümlichkeit in den Walzern ohne Opuszahl bis zu einem beinahe impressionistisch anmutenden Klangbild in der Wiedergabe des Walzers op. 34, Nr.2 . . . Da offenbart sich eine Ernsthaftigkeit im Umgang mit dieser Musik, die . . . ein hochdifferenziertes, transparentes und vielversprechendes klangliches Universum entwirft.

Unter den einzelnen Gattungen gewidmeten CDs ist Alice Sara Otts Gesamteinspielung der Walzer eine der gelungensten. Ott schafft, bei nicht verleugneter Brillanz, die Balance zwischen dem Tanz- und dem ausgefeilten Kunstcharakter dieser Stücke, der in gegenläufigen oder chromatischen Mittelstimmen hörbar wird. Überhaupt, was Ott an dezenten rhythmischen Impulsen gibt, an Klangfarben-Schattierungen, an melodischer Ausformulierung -- das ist großartig und gereicht ihr genauso wie Chopin zur Ehre.

. . . [Alice Sara Ott hat den] Walzern des französisch-polnischen Komponisten . . . tatsächlich neues Leben eingehaucht . . . Alice Sara Ott gelingt es, den schwierig zu spielenden Vorlagen eine emotionale Dimension hinzuzufügen.

Alice Sara Ott zeigt sämtliche Stücke Chopins in diesem feingesichtigen Genre und skizziert die "Valses" klar pointiert, wie ihr eigenes Spiegelbild -- ohne in rhythmischer Monotonie zu erstarren.

Wenn sie Chopin spielt, kann einem auch schwindlig werden, . . . weil sie die Seele von Chopins Musik offenbart.

Anmut und Brillanz, Poesie und makellose Pianistik verbindet Alice Sara Ott in ihrer bemerkenswerten Einspielung aller Walzer -- Platz eins unter den genannten Neueinspielungen!

. . . die leidenschaftliche Aufnahme der Salonstücke . . . ist rundum gelungen und hochinteressant, so neugierig und ehrlich spürt Ott der Farbe jedes einzelnen Stückes nach.

[op. 34 no. 2]: Hört man dieses Stück in der Interpretation von Alice Sara Ott, dann wird evident, wie überwältigend groß der melancholische Teil in Chopins Charakter gewesen sein muss. Mit feinen Strichen zeichnet die junge Münchner Pianistin das Bild eines gleichsam verwundeten Tanzkörpers; ja im Grunde einer Pièce, die gar kein Tanz mehr sein kann und dies auch nicht sein will. Sondern Ausdruck von Wehmut und Verzweiflung. In solchen Momenten spürt man die enorme Begabung. Über die pianistische Bravour hinaus, die hier ohnehin nur Mittel zum Zweck ist, offenbart sich ein kluges Nachdenken über Musik, wie es auch bei Liszt und Ravel . . . zum Ausdruck kommt . . . Das Ergebnis ist eine geschliffene, tiefsinnig-berührende Wiedergabe, die eben auch der Tatsache Rechnung trägt, dass Chopins Walzer, selbst wenn sie Ironie bergen . . . von Werken der gleichen Gattung Wiener Prägung Lichtjahre entfernt liegen.

[Gulda]: Sehr überzeugend ist seine Deutung des ersten Klavierkonzerts mit dem London Philharmonic Orchestra unter Adrian Boult. Im Kopfsatz versteht es Gulda durch wohldosierte agogische Differenzierungen die dem Hauptthema innewohnende Wehmut zu vermitteln, der zweite Satz begeistert bei ihm durch Innigkeit und dramatische Steigerungsmomente, während im finalen Rondo der Rhythmiker Gulda voll zum Zuge kommt . . . Mit fantastischer Leichtigkeit spielt er den e-Moll-Walzer, und mit unsentimentalem und temperamentvollem Zugriff das 1986 aufgenommene Nocturne op. 62 Nr. 1.
[Argerich]: . . . [ihr] gelingt eine Darstellung der Etüde op. 10 Nr. 4 von diabolischer Virtuosität. Auch die Mazurken sowie das Es-Dur-Nocturne gefallen durch energischen Schwung und agogische Fantasie . . .
[Ott]: Otts Spiel zeichnet sich durch einen schönen runden Klavierton aus, der sich insbesondere im Piano- und Pianissimo-Bereich nuancenreich präsentiert. Irrlichternd flink undleicht erklingt der e-Moll-Walzer, trotzdem treten die verschiedenen Charaktere plastisch hervor. Empfindsam tönt sie die Begleitstimmen ab, und mit Schmackes spielt sie die tänzerischen Stellen . . . Den h-Moll-Walzer op. 69 Nr. 2 . . . interpretiert sie in natürlichem Fluss.

Nach ihrem fulminanten CD-Debüt mit Liszts halsbrecherischen Etüden hätte man von der jungen Münchnerin Alice Sara Ott gewiss nicht die Hinwendung zu Chopins zärtlicher Walzerwelt erwartet. Doch wenn man ihrem ungemein eleganten, hochsensibel musikalischen und streckenweise geheimnisvollen Vortrag nur eine kurze Zeit zuhört, lösen sich alle alten Klischees in nichts auf: Man spürt, man erkennt wieder die unglaubliche lyrische Kraft und Empfindungstiefe dieser Miniaturen. Mit großer stilistischer Souveränität und natürlicher Anmut, mit fast mädchenhaft-kapriziösem Charme bricht sie die Hülle des unverbindlich Schönen und Leichtsinnigen auf, um tief hineinzuleuchten und hineinzufühlen in das traurige Herz, in die unendlich sensible, trostlose Seele Chopins, die sich hier eben noch verhaltener, noch unterschwelliger, noch leiser äußert als in anderen Gattungen. So wird der kreisende Walzerrhythmus mehr und mehr von den eigentlichen Suggestivkräften des Zärtlichen und Poetischen überlagert: In den Pariser Salons begegnet man plötzlich lauter hochinteressanten, melancholischen Seelen. Für ein 21-jähriges Jungtalent ist das auf alle Fälle eine starke Leistung.

Alice Sara Ott spielt ihn heroisch, selbstbewusst, frei ausgreifend, vital sich reckend, sie murmelt ihn nicht geduckt lyrisch wie die meisten Pianisten, als ob die Stelle schon wüsste, wie ihr gleich widerfährt. Ott deutet das Mezzoforte, Chopins Lautstärkegebot, als Fallhöhe. Die Vorschrift "espressivo" nimmt sie wörtlich. Dieser Moment verrät das reife Verständnis einer jungen Musikerin für das Konfliktpotenzial von Chopins Miniaturklavieropern, es zeigt sich ein wahrlich ungewöhnlicher pianistischer Entwicklungsstand. Nicht viele Künstler sind mit 21 Jahren so weit, dass sie kluge Lösungen sogar in Augenblicken anbieten, in denen man sie nicht erwartet. Alice Sara Ott . . . bietet in ihrer Einspielung aller Chopin-Walzer ein denktiefes, bezwingend logisches Klavierspiel ohne jene verhuschte Grazie, mit welcher die ominösen höheren Töchter in der Regel bei Chopins Klavierkunst unterwegs sind. Alice Sara Ott ist aber auch keine zornige Amazone, die den Flügel als Perkussionsinstrument missbraucht. In den virtuosen Walzern wie der Grande valse brillante Es-Dur bleibt ihr Spiel immer blitzgescheit und argumentiert aus dem Geist der Kontrast-Dramaturgie; zugleich verraten zahllose Stellen Entdeckerlust und Experimentierfreude, etwa die von Ott besonders raffiniert akupunktierten Vorschläge im b-moll-Seitensatz des Es-Dur-Walzers. Nebenbei bemerkt man eine entwaffnende Anschlagskultur. Chopins zehenspitzes Staccato, die balsamischen Pflegelotionen seines Legatos, seine kapriziösen rhythmischen Blitze -- all dies beherrscht Ott souverän, es gibt kaum eine manuell unbewältigte Passage. Vor allem hat Otts Spiel in jedem Takt Eleganz, Esprit, Witz, Temperament. Es atmet Paris, atmet großen Salon. Mehr!

Bereits in der 'Grande Valse brillante' op. 18 und dem As-Dur-Walzer op. 34/1 pflegt Ott einen frischen und schnörkellosen, bis in die Nebenstimmen dezidierten Anschlag. Ihre Rubati wirken nicht aufgesetzt oder deplatziert, sondern sind Bestandteil in sich geschlossen wirkender Interpretationen. Dem ersten 'Evergreen' begegnet man mit dem a-Moll-Walzer op. 34/1. Auch hier überzeugt ihr Ansatz, ein eher verhaltenes Tempo zu wählen und nicht über die lyrisch-melodischen Bögen hinweg zu spielen. Überraschend souverän trifft sie mit warmem und weichem Ton auch die melancholische Färbung etwa des berühmten cis-Moll-Walzers op. 64/2 oder des Opus 69/2. Mit klug gesetzten energetischen Impulsen und fein geschliffener Artikulation betont sie demgegenüber die verspielten Aspekte von Hits wie dem so genannten 'Minutenwalzer' oder der Nr. 2 aus Opus 70 und erliegt damit so gut wie nie der gerade bei diesen Stücken großen Gefahr, sie zu statisch und mechanisch wiederzugeben oder sie in einen allzu blumigen Salon-Duft zu hüllen . . . [sie] meistert den Spagat zwischen luftiger Eleganz und romantischem Pathos mit für ihr Alter bemerkenswerter Reife. Eine exzellente Tonqualität rundet die geglückte Gesamtschau auf eine der beliebtesten Gattungen in Chopins Schaffen ab.

Sie verbindet Anmut und Brillanz, Poesie und makelloses Klavierspiel.