MEASHA BRUEGGERGOSMAN Night and Dreams

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MEASHA BRUEGGERGOSMAN
Night and Dreams

Lieder von · Songs by
Brahms · Duparc · Fauré · Liszt
Poulenc · Schubert · R. Strauss a.o.
Justus Zeyen
Int. Release 01 Feb. 2010
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CD DDD 0289 477 8101 1 GH
Measha Surprises Again – Singing Songs of Depth
and Beauty


Liste de titres

Claude Debussy (1862 - 1918)
Richard Strauss (1864 - 1949)
Johannes Brahms (1833 - 1897)
Fünf Lieder, op.106

Franz Liszt (1811 - 1886)
Henri Duparc (1848 - 1933)
Gabriel Fauré (1845 - 1924)
Melodies Op. 23

Xavier Montsalvatge (1912 - 2002)
Cinco Canciones Negras

Franz Schubert (1797 - 1828)
Francis Poulenc (1899 - 1963)
Métamorphoses

Franz Schubert (1797 - 1828)
Gabriel Fauré (1845 - 1924)
Francis Hime (1939 - )
Reynaldo Hahn (1874 - 1947)
Chansons grises

Ernest Chausson (1855 - 1899), Maurice Bouchor (1855 - 1929)
Manuel de Falla (1876 - 1946)
Siete canciones populares españolas

Henri Duparc (1848 - 1933)
16.
0:00
4:51

Richard Strauss (1864 - 1949)
Hugo Wolf (1860 - 1903)
Spanisches Liederbuch

Wolfgang Amadeus Mozart (1756 - 1791)
Richard Strauss (1864 - 1949)
Sechs Lieder, Op.17

Peter Warlock (1894 - 1930)
21.
0:00
1:54

Measha Brueggergosman, Justus Zeyen

Durée totale de lecture 1:05:29

The voice itself is fascinating, all shifting colours and contours, and she luxuriates in the sound here . . . this delicately attuned soprano and her ever-wakeful pianist drift wherever Morpheus calls most beguilingly. The lullabies, serenades, evocations of moonlight and invocations to sleep are sweetly voiced . . .

Melodies from Mozart to Debussy unroll like bolts of velvet and silk, plush sound that transforms songs vastly different in style into variations on a theme called "beauty." Pianist Justus Zeyen's accompaniment lightly envelops the voice in a resonant haze that is richly pedalled, barely articulated. Brueggergosman, in turn, smoothes the songs' topographies, gentling the vocal inflections that quicken text, character and conflict, ensuring that Night and Dreams is the long and luscious lullaby its title promises.

With German-born pianist Justus Zeyen providing a sensitive musical partnership, this is a wonderfully varied program indeed! . . . Brueggergosman effortlessly captures the varying moods of each song. Her interpretation of Debussy¿s Beau Soir -- the opening track -- is magically lyrical, while Duparc¿s Phidylé soars with joyous intensity. In all, this is a most satisfying recording and further proof (if any were needed) of this soprano¿s enormous talents.

Musically Brueggergosman's legato and breath-control are admirable, interpretatively she brings out the antithesis between wholehearted rejoicing in the fulfilment of youth and awareness of death by skilful handling of dynamics and tone-colour. The two Duparc pieces are well contrasted. The two artists choose a tempo for "Chanson triste" which keeps the song moving without sacrificing any of its melancholy . . . [In "Phidylé"] the expansive spread of the voice is an advantage in the swelling erotic anticipation as that song moves towards its climax. Brueggergosman is equally successful in the weightless opening. The fast-moving word-setting of "Notre amour" taxes the singer, who is more at home in the quasi-improvisatory lines given to the voice in "Clair de lune", where her partnership with the essential melody contained in the accompaniment is impressive . . . The partnership of soprano and pianist is creative and fruitful throughout. The recording is suitably wide-ranging and catches all sides of the singer's personality.

. . . Measha Brueggergosman applies her profoundly communicative instrument to nocturnal-minded art songs. The intimate medium suits her perfectly, and her choice of French, German, and Spanish literature is both diverse and intriguing. Her Schubert is simply to die for.

. . . the Canadian soprano's irrepressible temperament keeps things lively, unpredictable . . .

Schon beim Mozart . . . brodelt es gewaltig unter der samtigen Oberfläche . . . [die intensiv gestalteten Schubert-Lieder beschwören] mit voller Inbrunst die dunklen Geister der Romantik herauf . . . [Brueggergosman vertraut] keineswegs allein auf ihre üppigen stimmlichen Mittel, sondern entwickelt alle Lieder zuerst aus dem Text, wodurch sie auch auf inhaltlicher Ebene eigene Akzente zu setzen vermag . . . dass die barfüßige Diva das Publikum trotz der meist melancholisch angehauchten Stimmung am Ende dennoch mit einem kollektiven Lächeln in die Münchner Nacht entlässt, spricht nicht nur für ihre Kunstfertigkeit als Gestalterin, sondern ebenso für die Sogkraft einer Stimme, von der man wohl noch einiges erwarten darf.

Der Sinn für Atmosphäre, Farbe, Stimmungen, den Brueggergosman in bemerkenswerter Weise hat, entfaltet sich in langen Bögen, ganzen Liedern. Eine Reise in das Herz der Nacht. Bei Mozart nimmt sie ihren Anfang, und die wunderbare "Abendempfindung an Laura" . . . gerät zum ersten Höhepunkt. Auch Schubert ist damit schon bestens vorbereitet, Brueggergosmans fahle Tongebung im "Nachtstück" überzeugt. Dort, wo die Dunkelheit mediterraner wird und schwer nach Blumen duftet, fühlt sich diese Sängerin aber noch wohler. In den "Mélodies" Henri Duparcs etwa . . . Und bei Joaquín Turina darf die Sopranistin sein, was sie am liebsten wäre: ein Vulkan, der Liebe speit . . . Auch ihr großes theatralisches Talent kann sie hier ausspielen . . . Brueggergosman [bringt] die Sopran-Lieder von Richard Strauss zum Flirren, Glitzern, Luxurieren . . .

Die Sängerin hat eine ungewöhnlich schöne Stimme und reiche Ausstrahlung . . . ihr "Nacht und Träume" überschriebenes Programm . . . [hat Brueggergosman] romantisch getönt und hingebungsvoll gesungen. Auch zu Schubert kommt sie . . . durch den schönen, weichen Klang ihres Organs. Das war schon sehr suggestiv, wie sie die Farben und Töne formt, sie sublim aufquellen lässt. Wie sie Stimmungen und Empfindungen mit der Klangfarbe gestaltet. Eher spätromantisch ließ sie drei Schubert-Lieder strömen, eingehüllt in einen Klang von großer farblicher Verführungskraft. Eine Stimme von großer Reinheit und Schmiegsamkeit. Das französische Idiom liegt ihr ausgezeichnet, dazu passt der samtig warme Klang ihrer Stimme bestens . . . Farbenstark fließende Hymnik und weit strömende Emphase brachte die Sopranistin dabei mit unerhört weichem Legatostrom in Schwingung. Dabei wusste sie die Stille und das Geheimnisvolle dieser nächtlichen Lieder ganz bezwingend einzufangen mit betörend weichen Pianissimi, neben glutvollen Aufschwüngen. Das dunkle Timbre ihrer Stimme war ideal, um den glühenden Klang von Joaquín Turinas "Tres sonetos" authentisch zu gestalten, um das ornamentreiche spanische Feuer von "A unos ojos" zu entzünden. Mit der hedonistischen Melodienwelt von Richard Strauss hat ihre Stimme eine ganz besonders glückliche Beziehung. In sanft durchflutetem Wohlklang erfüllte sie ausgewählte Strauss-Lieder . . . Große Suggestivkraft gab Measha Brueggergosman dem Regungslosen und Geheimnisvollen dieser Lieder, gab ihnen visionäre Weite und Ruhe. Große Sehnsüchte ließ sie dabei aufglühen . . .

Measha Brueggergosman ist eine der prominentesten musikalischen Botschafterinnen Kanadas. Ihre große Anhängerschaft liebt sie nicht nur wegen ihres glamourösen Auftretens, sondern vor allem wegen ihrer begnadeten Stimme.

Measha Brueggergosman ist auf dem besten Wege, die Nachfolgerin von Jessye Norman zu werden. Sie teilt mit ihr nicht nur das Temperament, die Stimmgewalt und die eiserne Disziplin -- sie hat auch eine Leidenschaft fürs Lied . . . Man glaubt es Measha Brueggergosman auf Anhieb, dass die knapp viereinhalb Minuten der "Abendempfindung an Laura" sie so viel Blut, Schweiß und Tränen gekostet haben wie kein anderes Lied auf ihrem neuen Album "Night and Dreams" . . . Brueggergosman kann eben nicht nur die zarten, silbernen Töne für Mozart und Strauss, sondern auch die dunkleren und manchmal abgründigen Gefühle der Romantik.

Stimmungsvoll und überwiegend kontemplativ ist die Liederauswahl, und die Stimme Brueggergosmans mit ihrer dunkel-samtenen Farbe sorgt für eine überaus stimmungsvolle Interpretation. Debussys "Beau soir" singt sie mit fließendem Klang und abgedunkelten Tönen, für Strauss' "Die Nacht" bringt sie ein exemplarisches Legato und die Fähigkeit zur Expansion großer Bögen mit, Duparcs "Chanson triste" gestaltet sie mit poetisch durchdrungenem Vortrag, in Schuberts "Nachtstück" fasst sie die Grundstimmung des Textes in einen wunderbar düster-schmerzlichen Klang, und Francis Hilmes "Anoiteceu" interpretiert sie höchst individuell, fast onomatopoetisch. Besonders liegen ihr die französischen Mélodies, die ideal zu ihrem sehr klangsinnlichen Gesang passen, zudem bei bravouröser Bewältigung der heiklen Nasallaute . . . Exzellente Unterstützung erfährt sie von Justus Zeyen am Klavier, der ebenfalls in dunklem Farben auf der Tastatur malt . . . [das] Klangbild passt . . . wunderbar zur intimen Atmosphäre der Platte.

. . . ein in der Auswahl berückend schönes, von Justus Zeyen zartfühlend begleitetes Liedalbum . . .


Brueggergosmans große Gesangskunst entfaltet sich besonders in den atmosphärisch-ruhigen Stücken. Wie eine Hypnotiseurin fesselt die Sängerin ihre Zuhörer und beschwört nächtliche Welten herauf -- mit allem, was eine hervorragende Liedinterpretin ausmacht: mit Stimmfarben, Laut-leise-Effekten und subtilem Phrasieren der Melodiebögen. Einer der Höhepunkte auf dieser CD ist Mozarts "Abendempfindung" . . . Insgesamt ist diese Aufnahme der beste Beweis dafür, wie kurzweilig und ergiebig thematisch konzipierte CD-Programme sein können. Bitte mehr davon!

Die Vieldeutigkeit, Ungreifbarkeit der Nacht erfüllt sie mit prallem, warmem [Ton] . . . ein interessantes Album, das eine eigenwillige und entwicklungsfähige künstlerische Persönlichkeit fernab ausgetretener Pfade zeigt.

Dieses Album verdient Respekt: Ein Programm mit Liedern in sechs Sprachen und einer stilistischen Bandbreite vorzulegen, die von Mozart und Schubert über Fauré und Wolf bis zu Poulenc und Strauss reicht, ist kein bequemer Weg, um sich als Sängerin zu profilieren. Und er ist auch dann nicht bequem, wenn man eine so schöne Stimme besitzt wie Measha Brueggergosman: einen farbenreichen Sopran mit satter Tiefe und natürlichem Vibrato, das die Töne auch bei großer Lautstärke blühen lässt . . . De Fallas "Nana" und Montsalvatges "Cancion de Cuna" singt Brueggergosman einlullend schön . . . Am besten geraten erwartungsgemäß die größer angelegten Stücke wie Liszts "Oh! Quand je dors" und Duparcs "Phidylé" . . .

Eindringlich gelingen der Sopranistin die leisen, vertraulichen Lieder, für die Justus Zeyen am Flügel der ideale Partner ist.

Kaum tippt die Stimme den ersten Ton an, schon spielt sie mit Farbe und Licht, eben hat sie ein fein angerautes Mittelregister in Reynaldo Hahns "L'Heure exquies" vorgestellt, da fliegt sie bereits in überwältigende Höhen aus. Kurioserweise ist es Mozarts "Abendempfindung an Laura", mit der sich Brueggergosmans Stimme gleichsam nach innen wendet; sie überdreht nicht, sie lässt vor allem Randschwingungen hören . . .

Stimmungsvoll und überwiegend kontemplativ ist die Liederauswahl, und die Stimme Brueggergosmans mit ihrer dunkel-samtenen Farbe sorgt für eine überaus stimmungsvolle Interpretation. Debussys "Beau soir" singt sie mit fließendem Klang und abgedunkelten Tönen, für Strauss' "Die Nacht" bringt sie ein exemplarisches Legato und die Fähigkeit zur Expansion großer Bögen mit, Duparcs "Chanson triste" gestaltet sie mit poetisch durchdrungenem Vortrag, in Schuberts "Nachtstück" fasst sie die Grundstimmung des Textes in einen wunderbar düster-schmerzlichen Klang, und Francis Himes "Anoiteceu" interpretiert sie höchst individuell, fast onomatopoetisch. Besonders liegen ihr die französischen Mélodies, die ideal zu ihrem sehr klangsinnlichen Gesang passen, zudem bei bravouröser Bewältigung der heiklen Nasallaute . . . Exzellente Unterstützung erfährt sie von Justus Zeyen am Klavier, der ebenfalls in dunklen Farben auf der Tastatur malt . . . [das Klangbild passt] wunderbar zur intimen Atmosphäre der Platte.

Unter dem Titel "Night and Dreams" legte sie eine Hitsammlung verträumter Lieder von Schubert, Debussy und Strauss bis hin zu Warlock vor, bei der sie ihren farbenprächtigen Sopran wortdeutlich und hochmusikalisch einsetzt . . .

"Night And Dreams" verspricht Measha Brueggergosman auf ihrem neuen Album, und die Lieder darauf bieten tatsächlich eine traumhafte Reise zu selten angesteuerten Arealen . . . was zählt, ist der individuelle Ausdruck. Selbst Liedgesang-Verächter könnte das überzeugen . . . Darstellerisch überzeugt die Kanadierin ebenso wie stimmlich . . . Mit ihrem Pianisten Justus Zeyen hat sie einen feinnervigen Sekundanten gefunden.

Üppig, schillernd, zart und ungemein verführerisch ist ihre Stimme, mit der sie nun Nacht- und Traumstücke präsentiert . . . Die Stilwechsel sind immer wieder ein Schock- und ein Vergnügen: Weil man in diesem Gemischtwarenladen hört, wie sie mit ihrer Stimme zu spielen versteht. Weil ihre Persönlichkeit eben doch über all die Brücken hinwegführt . . . Wenn es eine Stimme verdient, ganz groß herauszukommen, dann diese.

Die Stimme der 32-Jährigen ist enorm -- sie kann zeitvergessen träumen (Debussys »Beau Soir«) und in vollsatten Fortissimo-Höhen schwelgen (Liszts »Oh! Quand je dors«). Das Beste ist aber »Canción de cuna para dormir« des 2002 verstorbenen Spaniers Xavier Montsalvatge -- Brueggergosman macht daraus eine leise, schräge, bluesige, sinnlich pulsierende Habanera. Stark!

Sie vereinen scheinbar vollkommen gegensätzliche Klangwelten durch ihre pure zu jeder Zeit unverstellte Musikalität. Von Künstlichkeit und hochtrabendem Konzept ist nichts zu spüren, der Hörer wird gleichsam Reisender auf einem bewegenden Gang durch Ton und Zeit. Das klingt seltsam entrückt und abgehoben, passt aber zur starken Sängerpersönlichkeit von Brueggergosman. Das Programm ihrer CD "Night and Dreams" scheint ihr viel zu bedeuten, ist liebevoll ausgewählt -- das hört man in jeder Note. Diese Authentizität nimmt für sich ein . . . Brueggergosman ist eine Meisterin der Farben. Das kommt ihr besonders in den französischen Liedern zu Gute. Mit Debussys "Beau Soir", Faurés "Claire de lune", Duparcs "Phidylé" und Hahns "L'Heure exquise" kann sie lautmalerisch tätig werden, zieht sie sämtliche Register vom zarten Wispern bis zum vollen Ton. Ein Höhepunkt der Zusammenstellung ist auch Montsalvatges "Canción de cuna parar dormir a un negrito". Den liebevoll fließenden Grundton dieses Wiegenliedes stützt die Sopranistin mit einer Art "stummem Swing". Mit Justus Zeyen steht Brueggergosman ein kongenialer Partner am Klavier zu Seite, der es versteht, sich dezent zurückzuhalten und dann im richtigen Moment durch den Gesang hindurch zu leuchten. Die beiden Künstler musizieren einfühlsam miteinander, geben, nehmen und fordern im Sekundentakt. Die Brillanz von Zeyens Spiel strahlt besonders in Richard Strauss' "Wiegenlied" durch: Die Läufe perlen mit einer bemerkenswerten Leichtigkeit und bereiten einen Klangteppich, auf dem sich Brueggergosman nach Herzenslust räkeln kann . . . "Anoiteceu" des brasilianischen Komponisten Francis Hime ist purer Klangzauber und mit Peter Warlocks "Sleep" setzt die Sopranistin ein klares Statement an das Ende ihres zweiten Albums bei der Deutschen Grammophon.


    Measha Brueggergosman talks to Shirley Apthorp

    Even through the glass of the studio window, the famous personality is evident. At the far end of the Teldex Studio, which is in a distant corner of Berlin's Lichterfelde, Measha Brueggergosman exudes energy. That and a kind of whimsical extravagance. Measha understands that if you dress well, you feel good, so she records in a queenly outfit of lace, satin and fishnet stockings. And bare feet. Wherever she is, Measha prefers to sing without shoes.

    Perhaps it's the soprano equivalent of rolling up your sleeves for a hard day's work. It's clear throughout that she knows exactly what she wants. She pursues take after take, ferociously focussed on getting just the right result. But no matter how specific she becomes, she never fails to make the music sound as if she has invented it that instant. She colours each note with painterly precision, and infuses the whole with melting tenderness. From the sensual delicacy she brings to Montsalvatge's Canción de cuna to the improvisatory freedom of her approach to Manuel de Falla's Nana, Measha makes every note she sings entirely her own. Her expressive power is remarkable.

    “We wanted beautiful music", she explains later, “music that didn't necessarily need to be translated." Her new recording's theme, Night and Dreams, gave her just the inspiration she needed to assemble a collection that would allow her to let go. “Some of these things aren't easy listening, but all of them have a power and a beauty to them", she explains. “There is so much beautiful music! But you have to find a way to organize it."

    “We wanted something that was languid, sexy, romantic, different. Also, it's repertoire that gives me the chance to really let go." That, says Measha, between sips of green tea at a fashionable fusion restaurant in Berlin's Kreuzberg, was what she wanted most. In Surprise, her debut album for Deutsche Grammophon, she showed that she could act. Now she wants to show herself in pure song, with long melodic lines.

    In an interview that takes us physically from one side of Berlin to the other and thematically halfway around the globe, Measha elaborates on the gloriously eclectic concept for Night and Dreams, an album which embraces diversity in the name of a complete experience. “Good singing, atmosphere, the exotic and the palette cleansers", Measha sums up, as if assembling repertoire for a recording were like creating the perfect dinner. Though Night and Dreams, of course, deals largely with what comes after dinner, as Poulenc knows so well.

    “In C'est ainsi que tu es, he's describing her in bed", she says. Measha loves being up-front. “Her hair, the shadow that her body casts over him - and yet it's like a break-up letter. At the end he says, 'I just wanted to say these things so that you would know that I saw you - but it's still over.' It's the most bittersweet, wonderful song - and it's Poulenc through and through."

    And the ornaments in Nana? “I think they're supposed to sound improvised, like you just thought of them", she agrees. “It sounds like something you might be able to belly-dance to. I've studied world music - music cultures from Indonesia and India, African music, throat singing and Celtic music. I'm not against making sounds that aren't part of Western culture - I'm all for it."

    Sometimes, she adds, that calls for a willing suspension of disbelief, exemplified by the demands of Brazilian composer Francis Hime's Anoiteceu: “It's about night, but it's also about loss, when things get stolen from you in the night - when the moon takes away pieces of your soul. And it calls for this tiny sound that is placed very high, but you can't think about it. The minute you think about it, you start sounding like a singer."

    God forbid that Measha should sound like a singer. But when she says it, you know exactly what she means. It emerges again when she talks about Schubert: “An den Mond and Nachtstück were among my favourite finds on this album. I'd never heard Nachtstück before, but it's just incredible how it echoes the theme for Beethoven's 'Moonlight' Sonata! I had a bit of a fear of Schubert, because Lieder singers can make everything so precious. A purely intellectual approach to Lieder singing is not something that I'm interested in."

    Measha is dissimulating. She spent five years living and studying in Germany, is fluent in the language, understands the culture, and knows exactly what she wants from her Lieder. She has no difficulty understanding the intellectual background of the repertoire. It's just that she chooses a different language to describe it: “Living in Germany made me want to spend the rest of my career singing Lieder", she admits. “Because it taught me that there's so much more on the page. Like Abendempfindung an Laura - I think it's one of the most beautiful texts I ever get to sing, and it's one of the hardest things to rehearse. I sang it in my first year at university, and I couldn't do it at all, but I still loved it. It's the simplicity - it's so hard! An opera gets into your body, but Lieder make you work every time. You have to create the atmosphere yourself. It's a great experience, but it's also a great responsibility."


    Measha Brueggergosman & Justus Zeyen on Tour with Night and Dreams
    7 March 2010 - London, Wigmore Hall · 9 March 2010 - Dortmund, Konzerthaus · 15 March 2010 - Bonn, Arithmeum · 17 March 2010 - Ettelbruck (Luxembourg), Centre des Arts Pluriels · 19 March 2010 - Munich, Prinzregententheater · 22 March 2010 - Paris, Théâtre de l'Atelier · 25 March 2010 - Heidelberg, Schloss (Heidelberger Frühling Festival) · 3 August 2010 - Rheingau Musik Festival · 7 August 2010 - Sitges (Spain)
10/2009

    Measha Brueggergosman im Gespräch mit Shirley Apthorp

    Sogar durch die Scheibe des Studiofensters ist die starke Persönlichkeit deutlich spürbar. Schon von weitem - am anderen Ende des Teldex Studios, in Lichterfelde am Stadtrand von Berlin - strahlt Measha Brueggergosman enorme Energie aus, Energie und ein bisschen neckische Extravaganz. Measha meint, dass man sich gut fühlt, wenn man sich gut kleidet, daher erscheint sie zum Aufnahmetermin in einem königlichen Outfit aus Spitze, Satin, Netzstrümpfen und ohne Schuhe - egal, wo sie ist, Measha bevorzugt, barfuß zu singen.

    Vielleicht ist das die Art von Sopranistinnen, die Ärmel hochzukrempeln für einen harten Arbeitstag. Sie weiß genau, was sie will. Sie produziert Take auf Take, immer darauf konzentriert, genau das richtige Ergebnis zu bekommen. Wie sehr sie auch ins Detail geht - immer gelingt es ihr, die Musik so klingen zu lassen, als würde sie sie in dem Moment gerade erfinden. Sie färbt jede Note mit malerischer Präzision und füllt das Ganze mit zärtlichem Schmelz an. Von der Sinnlichkeit, die sie Montsalvatges Canción de cuna verleiht, bis hin zur Freiheit, mit der sie Manuel de Fallas Nana improvisiert, macht Measha jede Note, die sie singt, ganz zu ihrer eigenen. Ihre Ausdruckskraft ist bemerkenswert.

    »Wir wollten schöne Musik«, erklärt sie später, »Musik, die man nicht unbedingt erklären muss.« Night and Dreams, das Thema ihres neuen Albums, war genau die richtige Inspiration dafür, eine Auswahl von Liedern zusammenzustellen, die ihr erlauben würden, völlig frei zu singen. »Einige Lieder sind nicht ganz leicht anzuhören, aber alle haben ihre eigene Kraft und Schönheit«, erklärt sie. »Es gibt so viel schöne Musik! Sie sinnvoll zu kombinieren, ist die eigentliche Herausforderung.«

    »Wir wollten etwas machen, das gleichzeitig verträumt, sexy und romantisch ist - anders eben. Außerdem gibt mir dieses Repertoire die Möglichkeit, wirklich loszulassen.« Das sei es, was sie in erster Linie wolle, sagt Measha zwischen ein paar Schlückchen grünem Tee in einem »In«-Restaurant in Kreuzberg. Auf ihrer Debüt-Aufnahme Surprise bei Deutsche Grammophon hat sie gezeigt, dass sie schauspielern kann. Nun will sie sich mit reinen Liedern präsentieren, solchen, die lange Melodiebögen haben.

    In einem Interview, das uns geographisch von einer Ecke Berlins zur anderen führt und thematisch um die halbe Welt, erläutert Measha das bewundernswert eklektische Konzept von Night and Dreams - eines Albums, das das Prinzip der Verschiedenartigkeit als umfassendes Erlebnis begreift. »Guter Gesang, Atmosphäre, Exotik und zwischendurch die Gaumenreiniger«, fasst Measha zusammen, als ob es sich bei der Repertoire-Zusammenstellung für eine Aufnahme um die Kreation eines perfekten Abendessens handelte. Obwohl Night and Dreams natürlich hauptsächlich von dem handelt, was nach dem Essen kommt - und womit sich Poulenc offensichtlich gut auskennt.

    »In C'est ainsi que tu es beschreibt er, wie sie im Bett liegt«, sagt die Sopranistin. Measha liebt es, freimütig und direkt zu sein. »Ihr Haar, der Schatten, den ihr Körper auf ihn wirft - und doch ist es wie ein Abschiedsbrief. Am Ende sagt er: ›Ich wollte diese Dinge nur sagen, damit du weißt, dass ich dich gesehen habe - aber es ist dennoch vorbei.‹ Es ist ein wirklich bittersüßes, wundervolles Lied, und es ist durch und durch Poulenc.«

    Und die Verzierungen in Nana? »Sie sollen wie improvisiert klingen, so als ob sie einem gerade in den Sinn gekommen wären. Sie klingen wie Musik, zu der man auch Bauchtanz machen könnte. Ich habe mich mit Weltmusik beschäftigt, mit den Musikkulturen Indonesiens und Indiens, mit afrikanischer Musik, mit Obertongesang sowie mit keltischer Musik. Ich habe nichts dagegen, Klänge zu erzeugen, die nicht Teil der westlichen Kultur sind - ganz im Gegenteil.«

    Manchmal, so fügt sie hinzu, erfordere das, die eigenen Zweifel hintenan zu stellen. Wie in Anoiteceu, einem Lied des brasilianischen Komponisten Francis Hime: »Es handelt von Nacht, gleichzeitig aber auch von Verlust, etwa wenn dir Dinge in der Nacht gestohlen werden, wenn der Mond Teile deiner Seele wegnimmt. Und es erfordert diesen zerbrechlichen Klang, der sehr hoch angesetzt ist. Aber du darfst nicht darüber nachdenken. Wenn du anfängst nachzudenken, klingst du sofort wie ein Sänger

    Gott bewahre, dass Measha wie eine Sängerin klingt . . . ! Aber wenn sie es sagt, weiß man genau, was sie meint. Dasselbe wird auch deutlich, wenn sie über Schubert spricht: »An den Mond und Nachtstück gehören zu meinen Lieblingsentdeckungen auf diesem Album. Ich hatte Nachtstück nie zuvor gehört es ist einfach unglaublich, wie sehr es an das Thema aus Beethovens ›Mondschein-Sonate‹ erinnert! Ich hatte etwas Angst vor den Schubert-Stücken, denn Liedsänger können alles so kunstvoll-preziös gestalten. Aber eine rein intellektuelle Annäherung an den Liedgesang interessiert mich nicht.«

    Hier lässt Measha etwas aus. Sie lebte und studierte fünf Jahre in Deutschland, spricht fließend deutsch, kennt die Kultur und weiß genau, was sie in ihren Liedern ausdrücken will. Es ist kein Problem für sie, den intellektuellen Hintergrund des Repertoires zu erfassen. Sie wählt lediglich eine andere Sprache, um es zu erläutern: »Meine Zeit in Deutschland ließ in mir den Wunsch reifen, den Rest meiner Karriere mit Liedgesang zu verbringen«, gibt sie zu. »Und ich habe gelernt, dass auf dem Notenblatt eigentlich so viel mehr steht als man denkt. Wie in Abendempfindung an Laura - ich glaube, es ist einer der schönsten Texte, die ich je gesungen habe, aber es ist so schwer einzustudieren. Ich hatte es in meinem ersten Studienjahr und konnte es damals überhaupt nicht, habe es aber dennoch geliebt. Es ist die Schlichtheit, die schwer ist! Opern gehen sofort ins Blut, aber ein Lied verlangt jedes Mal harte Arbeit von dir. Man muss selber die Atmosphäre schaffen. Es ist eine großartige Erfahrung, aber auch eine große Verantwortung.«


    Measha Brueggergosman & Justus Zeyen auf Tournee mit Night and Dreams
    7. März 2010 - London, Wigmore Hall · 9. März 2010 - Dortmund, Konzerthaus · 15. März 2010 - Bonn, Arithmeum · 17. März 2010 - Ettelbruck (Luxembourg), Centre des Arts Pluriels · 19. März 2010 - München, Prinzregententheater · 22. März 2010 - Paris, Théâtre de l'Atelier · 25. März 2010 - Heidelberg, Schloss (Heidelberger Frühling) · 3. August 2010 - Rheingau Musik Festival · 7. August 2010 - Sitges (Spanien)
    10/2009

    Measha Brueggergosman évoque son nouvel album avec Shirley Apthorp

    Même à travers la vitre du studio, sa fameuse personnalité est manifeste. À l'autre extrémité du Studio Teldex, dans un coin éloigné du quartier de Lichterfelde à Berlin, Measha Brueggergosman respire l'énergie. Et une espèce d'extravagance fantasque. Measha comprend que si on s'habille bien, on se sent bien, alors elle enregistre dans une tenue de reine, en dentelle et satin, et en bas à résille. Et pieds nus. Où qu'elle soit, Measha préfère chanter sans chaussures.

    Peut-être est-ce l'équivalent pour une soprano de se retrousser les manches avant d'attaquer une dure journée de labeur. Il est évident tout du long qu'elle sait exactement ce qu'elle veut. Elle poursuit prise après prise, résolument déterminée à obtenir le bon résultat. Mais si précise qu'elle devienne, elle ne manque jamais de faire sonner la musique comme si elle l'avait inventée dans l'instant. Elle colore chaque note avec une précision picturale, et charge le tout d'une tendresse émouvante. De la délicatesse sensuelle qu'elle apporte à la Canción de cuna de Montsalvatge à la liberté improvisée de sa vision de Nanade Manuel de Falla, Measha s'approprie entièrement chaque note qu'elle chante. Sa puissance expressive est remarquable.

    «Nous voulions de la belle musique, explique-t-elle ensuite, une musique qui n'ait pas nécessairement besoin d'être traduite.» Le thème de son nouvel album, Night and Dreams (Nuit et rêves), lui donna juste l'inspiration dont elle avait besoin pour réunir une anthologie qui lui permette de lâcher prise. «Certaines de ces choses ne sont pas faciles à écouter, mais toutes ont une puissance et une beauté en elles, explique-t-elle. Il y a tant de belle musique! Mais il faut trouver comment l'organiser.»

    «Nous voulions quelque chose de languissant, d'aguichant, de romantique, de différent. C'est aussi un répertoire qui me donne la possibilité de vraiment lâcher prise.» Entre deux gorgées de thé vert dans un restaurant «fusion» à la mode du quartier de Kreuzberg à Berlin, Measha dit que c'est ce qu'elle voulait le plus. Dans Surprise, son premier album pour Deutsche Grammophon, elle montrait qu'elle savait jouer. Maintenant, elle veut se révéler «dans le chant pur, avec de longues lignes mélodiques».

    Dans un entretien qui physiquement nous emmène d'un côté de Berlin à l'autre et thématiquement nous fait faire la moitié du tour du monde, Measha développe le concept merveilleusement éclectique de Night and Dreams - un album qui embrasse la diversité au nom d'une expérience entière. «Le beau chant, l'atmosphère, l'exotisme et les entremets», résume Measha, comme si le répertoire d'un enregistrement était comparable au menu d'un dîner parfait. Encore que Night and Dreams traite bien entendu dans une large mesure de ce qui vient après dîner, comme Poulenc le sait si bien.

    «Dans C'est ainsi que tu es, il la décrit au lit», dit-elle. Measha aime être franche. «Sa chevelure, l'ombre que son corps jette sur lui - et pourtant c'est comme une lettre de rupture. À la fin il dit: “Je voulais simplement dire ces choses afin que tu saches que je t'ai vue - mais c'est fini malgré tout." C'est la mélodie la plus douce-amère, la plus merveilleuse - et c'est du Poulenc de bout en bout.»

    Et les ornements dans Nana? «Je pense qu'ils sont censés paraître improvisés, comme si on venait d'y penser, convient-elle. Cela sonne comme quelque chose sur quoi on pourrait faire une danse du ventre. J'ai étudié les musiques du monde - les cultures musicales d'Indonésie et d'Inde, la musique africaine, le chant diphonique et la musique celtique. Je ne suis pas contre produire des sons qui ne font pas partie de la culture occidentale - je suis même franchement pour.»

    Parfois, ajoute-t-elle, cela demande une suspension volontaire de l'incrédulité, illustrée par les exigences d'Anoiteceu, du compositeur brésilien Francis Hime: «Il est question de la nuit, mais aussi de la perte, lorsqu'on vous vole des choses en pleine nuit - lorsque la lune emporte des morceaux de votre âme. Et cela demande ce son minuscule qui est placé très haut, mais il ne faut pas y penser. Dès qu'on y pense, on commence à ressembler à une chanteuse

    Pourvu que Measha ne ressemble pas à une chanteuse! Mais lorsqu'elle en parle, on sait exactement ce qu'elle veut dire. L'idée émerge de nouveau lorsqu'elle évoque Schubert: «An den Mond et Nachtstück étaient parmi mes trouvailles préférées sur cet album. Je n'avais jamais entendu Nachtstück auparavant, mais la manière dont le lied fait écho au thème de la Sonate “Clair de lune" de Beethoven est incroyable! J'avais un peu peur de Schubert, car les chanteurs de lieder peuvent tout rendre si précieux. Une conception purement intellectuelle de l'interprétation des lieder n'est pas une chose qui m'intéresse.»

    Measha ne dit pas tout. Elle a passé cinq années à vivre et à étudier en Allemagne, parle la langue, comprend la culture, et sait exactement ce qu'elle veut avec ses lieder. Elle n'a aucune difficulté à comprendre l'arrière-plan intellectuel du répertoire. C'est seulement qu'elle choisit une langue différente pour le décrire: «Vivre en Allemagne m'a donné envie de passer le reste de ma carrière à chanter des lieder, reconnaît-elle. Parce que cela m'a appris qu'il y a tellement plus sur la page. Comme Abendempfindung an Laura - je crois que c'est un des plus beaux textes que je chante, et c'est l'une des choses les plus difficiles à répéter. Je l'ai chanté au cours de ma première année à l'université, et je n'y arrivais pas du tout, mais je l'aimais malgré tout. C'est la simplicité - c'est si difficile! Un opéra vous rentre dans le corps, alors qu'un lied vous oblige à travailler chaque fois. Il faut créer l'atmosphère soi-même. C'est une belle expérience, mais c'est aussi une grande responsabilité.»


    Measha Brueggergosman & Justus Zeyen en tournée avec Night and Dreams

    7 mars 2010 - Londres, Wigmore Hall · 9 mars 2010 - Dortmund, Konzerthaus · 15 mars 2010 - Bonn, Arithmeum · 17 mars 2010 - Ettelbruck (Luxembourg), Centre des Arts Pluriels · 19 mars 2010 - Munich, Prinzregententheater · 22 mars 2010 - Paris, Théâtre de l'Atelier · 25 mars 2010 - Heidelberg, Schloss (Festival Heidelberger Frühling) · 3 août 2010 - Rheingau Musik Festival · 7 août 2010 - Sitges (Espagne)
    10/2009