MAGDALENA KOZENA Lettere amorose

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MAGDALENA KOZENA
Lettere Amorose

Briceno · Caccini · D'India · Foscarini
Kapsberger · Marini · Merula
de Macque · Monteverdi
de Ribayaz · Sanz · Strozzi · Vitali
Private Musicke
Pierre Pitzl
Int. Release 01 Oct. 2010
1 CD / Download
0289 477 8764 8 CD DDD GH
Kožená’s Lettere Amorose sung from the heart


Track List

Filippo Vitali (1569 - 1653)
Sigismondo D'India (1582 - 1629)
Claudio Monteverdi (1567 - 1643)
Giulio Romano Caccini (1551 - 1618)
Magdalena Kozená, Private Musicke, Pierre Pitzl

Luis de Briceno
Private Musicke, Pierre Pitzl

Tarquinio Merula (1594 - 1665)
Magdalena Kozená, Private Musicke, Pierre Pitzl

Gaspar Sanz (1640 - 1710)
Private Musicke, Pierre Pitzl

Sigismondo D'India (1582 - 1629)
Biagio Marini (1597 - 1665)
Johann Kapsberger (1580 - 1651)
Magdalena Kozená, Private Musicke, Pierre Pitzl

Giovanni de Macque (1550 - 1614)
Private Musicke, Pierre Pitzl

Johann Kapsberger (1580 - 1651)
Sigismondo D'India (1582 - 1629)
Magdalena Kozená, Private Musicke, Pierre Pitzl

Giovanni Paolo Foscarini (1621 - 1649)
14.
0:00
1:48

Private Musicke, Pierre Pitzl

Barbara Strozzi (1619 - 1664)
Cantate, Ariette e Duetti, Op.2

Magdalena Kozená, Private Musicke, Pierre Pitzl

Lucas Ruiz de Ribayaz
Private Musicke, Pierre Pitzl

Tarquinio Merula (1594 - 1665)
Magdalena Kozená, Private Musicke, Pierre Pitzl

Total Playing Time 1:01:26

. . . intensely felt and highly dramatic readings.

Her voice, familiar for its ability to migrate from Baroque intimacy to Mozart operas and beyond, is as mellifluous and pliable as ever, light and translucent in the upper reaches while brooding and dark in the lower ones.

. . . her commitment to it shines through in these stylish, richly nuanced accounts. She soars the heights and plumbs the depths with fitting ardour . . . it is hard not to be swept away by such intensely felt and highly dramatic readings . . . Pierre Pitzl -- a veritable Jimi Hendrix of the Baroque guitar -- and his crack instrumental ensemble enrich the spare simplicity of the written scores with endlessly varied and inventive realisations on bowed and plucked strings. These are vibrant, virtuoso performances, never slacking in their spontaneity and energy. With its plus recorded sound, this is a disc to wallow in.

Kozená is the perfect singer to introduce this music to the opera-loving public . . . Kozená's rich, darkly expressive sound is immediately attractive, and while her voice production is modern in resonance, placement and use of legato, her exploration of historically appropriate effects -- manipulating volume, vibrato and color imaginatively -- and her use of rubato are surprising and convincing. And the sound is simply beautiful . . . Kozená has a great feel for the style, with its dissonances and blue notes, its text-driven musical exaggerations and its rhythmic instability, the intimacy and subtlety of these songs . . . [Monteverdi is] sung here with great feeling, imaginative ornaments and melancholy tones . . . Kozená's rapport with the excellent players of Private Musicke (highlighted in five instrumental tracks) is one of the disc's many strong points.

This is an exceptional release, the beauty and flexibility of Ko¿ená's voice perfectly complemented by Private Musicke's intimate yet colourfully extrovert accompaniments.

Kozená has a great feel for the style, with its dissonances and blue-notes . . .

She brings a natural flair and easy virtuosity to the works, and, of course, a beautiful and distinctive sound . . . The marvelous consort Private Musicke, directed by Pierre Pitzl, partners Ko¿ená brilliantly, with colorful and richly textured accompaniment . . . "Lettere Amorose" has garnered considerable praise from critics, and rightly so: Add me to the list of fans.

Ko¿ená uses rubato and vocal coloring to add just the little edge of appropriate drama and emotion to this piece, as she does with the others to such good effect. No pallid, vibratoless singing here . . . Included also are five short instrumental works of dance-like music interspersed throughout, which have the effect of cleansing the aural palate between songs . . . This lovely recital disc is another winner for Ko¿ená and earns my full endorsement.

Inzwischen besteht kein Zweifel daran, dass Magdalena Ko¿ená zu den weltbesten Mezzosopranen zählt . . . [Ihre bisherigen Veröffentlichungen] bestätigen sie als Königin der barocken Vollblut-Verzierung, als Virtuosin erotischer Rouladen und Ornamente, die bei ihr nie technisch erkalten oder virtuos exekutiert wirken, sondern stets glutvoll, gefühlsgetränkt und in dunklen Farben . . . Genau das kann sie. Das Chiaroscuro, also das vokale Helldunkel, beherrscht Ko¿ená wie kaum eine andere Sängerin der Gegenwart.

Wer über eine derart charakteristische und herrliche Stimme verfügt wie diese große Mezzosopranistin, der darf gerne etwas mehr "Körper" und sogar ein klein wenig Oper in die Welt des Madrigals hineintragen.

Sie überrascht mit wunderbarer Wandlungsfähigkeit, schlüpft in immer neue Rollen ihres Repertoires, verblüfft mit ständig anderen Facetten . . . [Merula]: die Modulationsfähigkeit ihres Mezzo trägt die neun Minuten [des Wiegenlieds] mit inniger Intensität, traumwandlerisch und mühelos.

[Kozená haucht den Werken] mit ihrer golden schimmernden Stimme Leben ein. Unterstützt von einem leidenschaftlich aufspielenden Ensemble "Private Musicke" unter Pierre Pitzl, entstehen Stimmungsbilder von Liebe und Sehnsucht. Das Album ist ein erneuter Beweis für Kozenás sicheres Händchen in der Programmgestaltung ihrer Solo-CDs.

Musik, wie gemacht für Magdalena Kozenás ebenso warme wie klare Stimme: Sehnsuchtsvoll und schwärmerisch, geheimnisvoll und intim -- wie ein Liebeslied, wie ein Liebesbrief eben sein soll.

Die Mezzosopranistin erzählt die kleinen Liebesgeschichten mit klarer, schlanker Stimme, sie kostet den italienischen Text genüsslich aus . . . Eine schöne CD . . . auch dank des Barockensembles Private Musicke, das den Gesang ebenso feinfühlig wie fantasievoll umspielt und in einigen eingestreuten Instrumentalstücken geradezu jazzig groovt.

Ihre Stimme ist wie geschaffen für Kleinode des Barocks: Mit ihrem Mezzosopran trifft Magdalena Kozená in ihrer Aufnahme italienischer Arien des 16. und 17. Jahrhunderts das Herz der Zuhörer . . . Mit dem Ensemble Private Musicke schafft sie eine intime Stimmung, eine berührende Schlichtheit . . . [sie] singt die Liebesgeschichten mit deutlicher Stimme . . . Vor allem Monteverdis "Si dolce è il tormento" klingt wie ein einziger langer Seufzer.

Ihr feinschattiertes Timbre, ihre kluge Textausdeutung, ihre verhaltene Leidenschaft schmückt diese intimen vokalen Kostbarkeiten . . . Das mit ihr wie verwoben spielende Ensemble Private Musicke lässt bei diesen garen, nicht minimalistischen Miniaturen die Post abgehen.

Kozenás warmer, ausdrucksvoller Mezzosopran kann neben dem Affektreichtum gerade auch seine Beweglichkeit vorführen: ein ausgesprochen sinnliches Vergnügen. Der Höhepunkt dieser CD und zudem ein weiblicher Schulterschluß findet sich im "L¿Eraclito amoroso" von Barbara Strozzi . . . Da ist die bühnenerfahrene Magdalena Kozená voll in ihrem Element: wie Ekstase und Begeisterung zerfallen, wie aus Melodien Seufzer werden -- die Sängerin taucht den emotionalen Zerfall in betörende Melismen. Die Kunst der Verzierung als seelisches Abbild . . . in ihrer puren Schönheit anrührend.

Magdalena Ko¿ená ist immer für eine Überraschung gut. Nach ihren spritzigen Händel-Kantaten mit Marc Minkowski, dem "Lamento"-Album mit galanten Kompositionen der Bach-Dynastie oder den lyrischen Arien Vivaldis ist ihr mit "Lettere amorose" erneut eine ganz persönliche Aufnahme gelungen, die den Hörer unmittelbar gefangen nimmt . . . Magdalena Ko¿enás Zugang ist undogmatisch und subjektiv, mit ihrem schlichten und intimen Gesang trifft sie exakt den Ton der Stücke. Dass dies auf Dauer nicht langweilig wird, hat sie dem enormen Farbenreichtum ihres Gesangs zu verdanken. Mal klingt ihr Mezzo androgyn, fast wie ein Countertenor, dann fahl und verschattet, um kurz darauf mit nachdrücklicher Intensität zu ertönen. Die Sängerin fühlt sich sichtlich wohl in dieser Klangwelt, die musikalische Rhetorik fließt ihr von den Lippen, als sei es ihre Muttersprache. Schützenhilfe bekommt sie von dem nicht minder großartigen Ensemble Private Musicke, das mal perlend, mal mit intensivem Bogenstrich den atmosphärischen Gesang Ko¿enás kongenial ergänzt. Mit welcher Spielfreude hier musiziert wird, zeigt sich am eindrücklichsten in Girolamo Kapsbergers "Felici gl'animi". Unweigerlich fängt der Fuß hier an zu wippen und der Mund zu lächeln. Doch Vorsicht: Ohrwurmgefahr!

[Kozenás unverwechselbare Stimme kommt] mit ihrem irisierenden, farbenreichen Timbre bestens zur Geltung. Verspielte, tänzerische Rhythmen, zum Beispiel in "Felici gl'animi" von Girolamo Kapsberger, ziehen den Hörer ebenso in ihren Bann wie das breit angelegte Lamento der kleinen Kantate "Udite, amanti" der Komponistin Barbara Strozzi. Es ist ein wahrer Glücksfall, dass Kozená als Partner für diese CD das Ensemble Private Musicke ausgewählt hat . . . Ausgefallene, zum Teil improvisierte Arrangements führen zu einem einzigartigen Klangerlebnis, sowohl im Zusammenspiel mit Konzená als auch in den vier Instrumentalstücken . . . In der Fülle an Neuveröffentlichungen alter Musik hat diese CD einen Ehrenplatz verdient.

Begleitet vom Ensemble Private Musicke (Leitung: Pierre Pitzl), das einen schlanken, federnden Klang produziert, singt Kozená die barocken Liebeserklärungen außerordentlich nuanciert. Dabei besitzt Kozená ein Gespür für die Farben und Stimmungen der jeweiligen Lieder. Ihr warmer, sinnlicher Mezzo kommt gerade in dem auf das Wesentliche konzentrierten Stil der Alten Musik zur Geltung.

Magdalena Ko¿enás Zugang ist undogmatisch und subjektiv, mit ihrem schlichten und intimen Gesang trifft sie exakt den Ton der Stücke. Dass dies auf Dauer nicht langweilig wird, hat sie dem enormen Farbenreichtum ihres Gesangs zu verdanken. Mal klingt ihr Mezzo androgyn, fast wie ein Countertenor, dann fahl und verschattet, um kurz darauf mit nachdrücklicher Intensität zu ertönen. Die Sängerin fühlt sich sichtlich wohl in dieser Klangwelt, die musikalische Rhetorik fließt ihr von den Lippen, als sei es ihre Muttersprache.

Magdalena Kozená und Private Musicke sorgen für einen abwechslungsreichen Parcours mit charmanten, manchmal auch emotionalen Gesängen. Angespornt von den Klängen des von Pierre Pitzl geleiteten Ensembles singt die Mezzosopranistin molto con brio, aber auch, wenn es so sein soll, zart und sensuell, immer mit innerem Feuer und starker persönlicher Beteiligung. Ein bezauberndes Recital!

[Kozená wird] begleitet von einem üppigen Aufgebot kompetent zum Klingen gebrachter Continuo-Instrumente . . . Magdalena Kozená schafft es, die sensationell-skandalöse Note, die dieser von den konservativen Theoretikern 'verbotenen' Musik zur Zeit ihrer Entstehung anhaftete, auch für den heutigen Hörer noch mehr als nur erahnbar werden zu lassen. Das gelingt ihr auf dem Wege einer höchst intensiven und sehr stark am Wort und seiner Aussage orientierten Darbietung dieser Musik . . . Die pure Schönheit und Expressivität von Magdalena Kozenás Gesang fasziniert und bewegt den Hörer dieser CD . . . [Sie besitzt] die Fähigkeit, ganz unmittelbar zu begeistern.

Magdalena Kozená singt diese Ciacona mit höchster expressiver Dringlichkeit, wobei es ihr gelingt, für den lamentosen Gesang des leidenden Philosophen eine weibliche Perspektive zu finden.

Schlank und ausdrucksstark vermischt sich ihre Stimme mit den rhythmischen Gitarrenklängen des Ensembles Private Musicke . . . Magdalena Kozená überzeugt auch im Kleinen.

Magdalena Kozená bringt ihre unerhörte Musikalität auch in diesem Bereich vokalen Musizierens zur Geltung: Sie fokussiert den Klang angemessen, kontrolliert ihre stimmlichen Möglichkeiten dynamisch genau . . . Kozená zeigt sich mit der notwendigen technischen Souveränität ausgestattet, singt erstaunlich beweglich, die vermeintliche Mezzo-Schwere hat nichts Lastendes . . . Die Instrumentalisten agieren plastisch-perkussiv, mit feinem Klangsinn, artikulieren sehr detailreich. Sie profilieren sich mit schöner Begleithaltung ebenso wie in ihren rein instrumentalen Beiträgen . . . Magdalena Kozená durchmisst das Programm mit Leidenschaft -- sie kommt als technisch und ästhetisch entwickelte und gereifte Stimme auf entferntes Repertoire zurück.

La mezzo-soprano tchèque leur apporte la douceur d'une voix de miel et la sensibilité d'une artiste familière de Haendel, Vivaldi et Mozart. Accompagnée de quelques cordes, elle restitue l'expressivité frémissante du premier baroque.

. . . un chef-d¿¿uvre . . . Magdalena Ko¿ená [est] absolument unique ici, cette volupté mélancolique, cette paresse agile qui lui permet de s'adosser à la pulsation tout en suspendant la phrase ¿ disque de chevet de la mezzo-soprano . . . le disque est inestimable.


Magdalena Kožená’s Lettere amorose Sung from the Heart

  • Magdalena Kožená explores the early Italian Baroque music of Monteverdi and his contemporaries with rewarding results. Inspired by the improvisational nature of much of this music, Kožená reveals yet another aspect of her musical personality
  • Teamed with the six string-instrumentalists and percussion of the acclaimed consort group Private Musicke, Magdalena Kožená delivers an album in a fascinatingly different setting from any of her previous Baroque recordings
  • In music ranging from simple lamento to rollicking dance tunes, Magdalena Kožená unleashes her refined vocal and expressive abilities to convey every nuance implicit in the music and the texts
  • “The Czech mezzo . . . produces one of the loveliest sounds to be heard on the world’s stages – a flowing, spring-water-like tone that evokes the term ‘luminous’.” (Opera News)
  • This program will be toured extensively in 2010-2011 with several concerts in some of Europe’s most important centers of music:

    February 02: London, Great Britain
    February 04: London, Great Britain
    February 07: Paris, France
    February 09: Cologne, Germany
    February 11: Budapest, Hungary
    February 13: Brno, Czech Republic
    February 14: Vienna, Austria
    February 16: Warsaw, Poland

Insights

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Magdalena Kožená – “Love Letters”
Songs of the Italian Baroque

Lettera amorosa is the name of a song by Monteverdi, but in plural form it provides an apposite title for this collection of Italian love songs from the 17th century. “I grew up with this music, and wanted to come back to it”, says Magdalena Kožená. As a result of the weight accorded to music education in communist Czechoslovakia, she was just six when she joined the Children’s Choir at the Philharmonic of her native Brno, where this repertoire was part of the programme. When she was 16 and studying at the conservatory in Brno, she teamed up with a lutenist to perform secular songs by Monte­verdi and his compatriots, and revelled in the creative freedom their music allowed her.

“I find its simplicity very attractive”, she says. “And a simple song can go very deep. This music speaks to people who don’t regard themselves as classical specialists. It comes from a time when there was no equivalent to our divide be­tween classical and pop music: it was simply the music everybody heard and sang. Some of these songs would have been performed in churches, but some are street music, and others were just intended for people to come together and play, rather than perform for an audience. It’s very much ensemble music, rather than about who is going to shine the brightest, and be the star. Because these songs are not difficult technically, one is able to get closer to the essence of what music is about. This is liberating: you’re singing for your own pleasure.” Finding the right ensemble with whom to record was crucial. The singer particularly liked the undogmatic approach of Private Musicke, and the effects it generated through its imaginative use of plucked and bowed period instruments. “The basic assumption with this repertoire is that everybody is free to make their own arrangements, and decide which instruments they will use. We experimented with a lot of different arrangements in concerts before the recording – and this is a freedom we are no longer used to in classical music. It’s got nothing to do with the usual rehearsed approach, where you try to perform it exactly the way you prepared it. It’s a completely different way of thinking about music.” They decided to switch the focus away from Monteverdi – who makes just one appearance – on to songs which many listeners will never have heard. This is a repertoire whose daring dissonances are sometimes closer to modern music than Handel, Vivaldi or even the Romantics. The instrumental selections recorded by Pierre Pitzl and his Private Musicke ensemble agreeably reinforce the period colour.

Michael Church
(Excerpts from the booklet text accompanying the album)

7/2010


Magdalena Kožená – «Lettres d’amour»
Airs baroques italiens

Lettera amorosa est le titre d’un air de Monteverdi, mais la forme plurielle convient parfaitement à cette anthologie de chants d’amour italiens du XVIIe siècle. «J’ai grandi avec cette musique, dit Magdalena Kožená, et je voulais y revenir.» Du fait de l’importance accordée à l’éducation musicale dans la Tchécoslovaquie communiste, elle avait tout juste six ans lorsqu’elle rejoignit le Chœur philharmonique d’enfants de Brno – sa ville natale –, où ce répertoire était au programme. À l’âge de seize ans, alors qu’elle était étudiante au conser­vatoire de Brno, elle se joignit à un luthiste pour interpréter des airs profanes de Monteverdi et de ses compatriotes. Elle savoura alors toute la liberté créatrice que cette musique leur offrait.

«Je trouve cette simplicité très séduisante, dit-elle. Et un air simple peut être très profond. Cette musique parle à des auditeurs qui ne se considèrent pas comme des spécialistes de musique classique. Elle date d’une époque où il n’y avait pas d’équivalent à notre division entre musique classique et populaire: c’était simplement la musique que tout le monde entendait et chantait. Certains de ces airs étaient interprétés dans les églises, mais d’autres sont des musiques de rue, d’autres encore étaient simplement voués à ce que les gens se réunissent pour les jouer, plutôt que destinés à un public. C’est vraiment de la musique d’ensemble, où l’on ne cherche pas à savoir qui va briller le plus, qui va être la vedette. En outre, puisque ces airs ne sont pas difficiles techniquement, on peut se rapprocher davantage de l’essence de la musique. C’est libérateur: on chante pour son propre plaisir.»
Il était crucial de trouver le bon ensemble avec qui enregistrer. La chanteuse aimait tout particulièrement la démarche non dogmatique de Private Musicke, et les effets obtenus grâce à l’emploi imaginatif d’instruments anciens, à cordes frottées et pincées. «Ce répertoire repose sur le principe que tout le monde est libre de faire ses propres arrangements, et de décider quels instruments utiliser. Avant l’enregistrement nous avons essayé en concert beaucoup d’arrangements différents – et c’est une liberté à laquelle nous ne sommes plus habitués dans la musique classique. Cela n’a rien à voir avec la démarche habituelle en répétition, où l’on essaie d’interpréter la musique exactement de la manière dont on l’a préparée. C’est une façon complètement différente de penser la musique.» Ils décidèrent de ne pas se centrer sur Monteverdi – qui n’est présent qu’une fois –, mais sur des airs que beaucoup d’auditeurs n’auront jamais entendus. C’est un répertoire dont les dissonances hardies sont parfois plus proches de la musique moderne que Haendel, Vivaldi ou même les romantiques. Quant aux pièces instrumentales enregistrées par Pierre Pitzl et son ensemble, Private Musicke, elles renforcent agréablement la couleur d’époque.

Michael Church
(Extrait du texte d’accompagnement du CD)
7/2010


Magdalena Kožená – »Liebesbriefe«
Lieder des italienischen Barock

Lettera amorosa ist der Titel eines Liedes von Monteverdi; und die plurale Form umschreibt perfekt die vorliegende Anthologie mit italienischen Liebesliedern aus dem 17. Jahrhundert. »Ich bin mit dieser Musik aufgewachsen und wollte mich wieder darauf zurückbesinnen«, sagt Magdalena Kožená. Da zur Zeit der Tschechoslowakei unter kommunistischer Herrschaft die musikalische Ausbildung sehr gefördert wurde, kam sie bereits als Sechsjährige in den Kinderchor der Philharmonie ihrer Heimatstadt Brno; dort stand unter anderem eben dieses Repertoire auf dem Programm. Als Magdalena Kožená 16 Jahre alt war und am Konservatorium Brno studierte, tat sie sich mit einem Lautenisten zusammen und führte weltliche Lieder von Monteverdi und seinen Zeitgenossen auf; sie genoss die schöpferische Freiheit, die ihr diese Musik gewährte.

»Diese Schlichtheit finde ich ungemein reizvoll«, sagt sie, »und ein einfaches Lied kann unglaublich anrührend sein. Diese Musik spricht auch Leute an, die sich selbst nicht als Kenner der klassischen Musik bezeichnen würden. Sie stammt aus einer Zeit, die unsere Unterscheidung zwischen Klassik und Pop noch nicht kannte: Es gab einfach nur die Musik, die jeder hörte und sang. Einige der Lieder wurden in Kirchen aufgeführt, andere wiederum gehören in den Bereich der Straßenmusik; daneben gibt es aber auch Stücke, die weniger für öffentliche Konzerte als für das heimische Musizieren gedacht waren. Hier geht es nicht um den Einzelnen, der als Star glänzen will, sondern um das Ensemble. Weil diese Stücke keine großen technischen Hürden darstellen, kommt man näher an den Kern dieser Musik heran. Das ist unwahrscheinlich befreiend: Man singt zum eigenen Vergnügen.« Es war entscheidend, das richtige Ensemble für diese Aufnahme zu finden. Die Sängerin mochte vor allem den undogmatischen Ansatz von Private Musicke und die Effekte, die das Ensemble durch den farbenreichen Einsatz von gezupften und gestrichenen Original­instrumenten erzeugte. »Dieses Repertoire setzt voraus, dass jeder seine eigenen Arrangements macht und man sich die Instrumente selbst zusammensucht. In den Konzerten vor der Aufnahme haben wir eine Menge mit unterschiedlichen Arrange­ments herumprobiert; diese Freiheit sind wir bei der klassischen Musik gar nicht mehr gewöhnt. Das hat nichts zu tun mit dem üblichen klassischen Ansatz, bei dem man ein Stück exakt so aufzuführen versucht, wie man es einstudiert hat. Es ist ein ganz anderes musikalisches Denken.« Die Musiker verlagerten den Schwerpunkt weg von Monteverdi – der nur mit einem Stück vertreten ist – und konzentrierten sich stattdessen auf weniger bekannte Lieder. Dabei kam eine Auswahl von Werken heraus, deren gewagte Dissonanzen der modernen Musik manchmal näherstehen als die Musik eines Händel, Vivaldi oder die Werke der Romantiker. Die von Pierre Pitzl und seiner Private Musicke eingespielten Instrumentalstücke runden das Bild harmonisch ab.

Michael Church
(Auszug aus dem CD-Begleitheft)

7/2010