RAVEL The Piano Concertos, Miroirs / Aimard 4778770

If Thursday's concert is any indication, the Deutsche Grammophon CD to be distilled from this weekend's performances might also turn out to be a classic. Aimard's articulate, intelligent playing -- full of beguiling colors and thoughtfully rendered detail -- is perfectly suited to Ravel's sound world . . . . Aimard also seems to take a particular pleasure in Ravel's distinctive timbres, making much of grumbling low notes in the same work's opening cadenza and in the G-major concerto's first movement . . . experienced live, Boulez and Aimard's Ravel is altogether magical . . . [Messiaen]: in the remaining three "meditations" Boulez offered a surprisingly warm treatment of Messiaen's composition that looked back to its roots in the work of Dukas and Debussy . . . What was it Debussy once said about music being a "mysterious mathematical process"? If that's so, you can feel pretty darn confident with Boulez as your accountant.

Through Boulez's long, distinguished recording history in Cleveland runs a gleaming vein of Ravel, whose music the conductor interprets with rare grace. Atop that worthy pile now stands this glorious offering with Aimard, stemming from February concerts here. Playing the Concerto for the Left Hand, Aimard is fully at ease, conveying textural breadth and copious wit. The G-Major Concerto is a similar delight, replete with flamboyant licks and an Adagio for the ages. Rounding out the disc is the solo "Miroirs" suite, whose poetry and liveliness Aimard relays like an oracle.

There are surely few conductors alive who can bring Ravel's miraculous, deft orchestral colours to life with such lucidity and suppleness as Boulez . . . The Left Hand Concerto is a triumph from its sinister opening (no pun intended) to its all-conquering apotheosis . . . One can almost see the bow wave of the "barque" as it skims along "sur l'océan" while the teeming difficulties of "Alborada del gracioso" are handled with a beguiling insouciance. Atmospheric "reflections" indeed . . .

. . . the two Ravel piano concertos receive an exemplary pair of readings, especially given the Boulez penchant for articulate clarity in all parts . . . [Pierre-Laurent Aimard] exhibits that percussive suavity and coloristic flexibility thoroughly appropriate to the Ravel concertos, the Left Hand a series of unity-in-variety explosions -- gloomy, jazzy, and then startlingly lyrical in turns. The sheer fluidity of technique and tone quite carry us away, from the low bassoon work to the incandescent mix of piano and snare drum, harp, and high woodwinds.

In the G major Concerto, Aimard and Boulez favour dry rather than sparkling wit, and the orchestra's control of the finest nuances of colour is exceptional. The opening movement's becalmed harp passage is breathtaking, and the Adagio is beautifully crafted. The invaluable coupling is an enthralling account of "Miroirs". "Alborada del gracioso" crackles with energy in Aimard's hands, and his poetry in "La vallée des cloches" is utterly sublime.

Few such pairs complement each other so perfectly in matters technical and expressive, Aimard alighting on their [the concertos'] differences while rendering them equally characteristic of the composer's maturity.

. . . the orchestra's control of the finest nuances of colour is exceptional. Sound is very good for CD, the recordings being taken from live performances (rather than being live). The invaluable coupling is an enthralling account of "Miroirs". Aimard crackles with energy in "Alborada del gracioso", and his poetry in "La vallée des cloches" is utterly sublime.

Pierre-Laurent Aimard plays with the cool, smart precision that is his hallmark, and Pierre Boulez coaxes bold and colorful sound from the Clevelanders. Aimard's solo work in "Miroirs" is no less scintillating.

Aimard's unique genius is as apparent in the Ravel piano concertos as it is when he's interpreting the great contemporary works . . .

Neu klingt dieser Ravel, innovativ, fast revolutionär. Boulez und Aimard richten ihren Blick zurück auf eine über 100 Jahre alte Musik und geben ihr eine Aktualität, ohne etwas hinzuzufügen, das nicht in ihr steckt. Auch das bekannte G-Dur Konzert von Ravel lebt von kontrastierende Ideen und von pulsierender Motorik. Aimard spielt es mit unglaublicher Präzision und rhythmisch sehr klar -- sicherlich auch eine Fähigkeit, die er durch die Beschäftigung mit neuer Musik besitzt. Doch er ist eben kein Künstler, der sich nur in diesem Stil bewegt. Er hat immer auch anderes Repertoire gespielt. Und im traumhaft schönen Adagio, das gerne als "Lied ohne Worte" bezeichnet wird, zaubert Aimard geradezu und bringt einen mit seinem innig-zarten Ton fast zum Weinen . . . Einen sehr feinfühligen Umgang mit den Farben dieser Musik beweist auch das Cleveland Orchestra, mit dem Boulez immer wieder Aufnamen für die Deutsche Grammophon macht . . . Für Aimard war die Aufnahmewoche mit dem Orchester und seinem Freund Boulez, so steht es im Booklet, eine Art "religiöse" Woche und man spürt das an der Intensität, die in diesen Aufnahmen steckt, insbesondere im Konzert für die linke Hand. Das G-Dur Konzert lebt von der Direktheit einer Liveaufnahme . . . Mit seinem anmutig-lockenden Ton zieht er einen immer wieder in den Bann . . . Perfektionist in Ausdruck und auf technischem Niveau -- Aimards Ravel muss man gehört haben.

Das alles klingt sehr reizvoll, sehr französisch, très expressif.

Die beiden Franzosen erzielen mit präziser Rhythmisierung und Klangbalance ein Maximum an Klarheit. Die Ecken und jazzig-federnden Kanten im G-Dur-Konzert, die wuchtige Nonchalance des "Klavierkonzert für die linke Hand" -- das alles wird penibel und feinsinnig herauspräpariert.

Es ist ziemlich spannend zu hören, wie diese Protagonisten der französischen Avantgarde sich nun ihren "Vorfahren" widmen. Weil es Live-Mitschnitte sind, ist zudem unheimlich viel Energie und Agilität zu hören.

Beglückend . . . die »Miroirs«, bei denen Aimard als musikalischer Diskursanalytiker ganz wieder bei sich selber angekommen ist: urteilsfreudig und radikal verjüngend -- als wär's ein Stück von Messiaen.

. . . urteilsfreudig und radikal verjüngend -- als wär's ein Stück von Messiaen. [Miroirs]

Zwei charismatische Franzosen, lebens- und musikerfahren, die beide ihre ersten Sporen als kämpferische Avantgardisten verdienten . . . knöpfen sich das janusköpfige Vermächtnis eines traditionsbewussten Franzosen vor und erfüllen es mit neuem Licht . . . diese beiden Musiker [kennen sich] schon seit mehr als einem Vierteljahrhundert aus gemeinsamer Arbeit an der zeitgenössischen Musik. Ihrer Ravel-Interpretation tut das hörbar gut. So transparent und farbig ist, bei aller dichte, das D-Dur-Konzert selten zu hören gewesen, so spannungsgeladen durchstrukturiert und ernsthaft unzerstreut wird das divertimentohafte G-Dur-Konzert sonst nie aufgefasst . . . Kraftvoll stellt seine linke Hand die Bässe heraus, lässt zugleich die Töne funkeln im Diskant, bei satter, runder Mittellage . . . Der feine Klangsinn dieses Pianisten, seine spezifische musikalische Intelligenz kann sich nirgendwo sonst so perfekt entfalten wie im französischen Repertoire. Ob er Boulez spielt oder Messiaen, Debussy oder Ravel: Auf diesem Feld ist er derzeit unschlagbar.

Die Neuaufnahme der beiden Klavierkonzerte und (durch Aimard) des Solozyklus "Miroirs" lässt noch subtilere Assoziationen zu: Der Mittelsatz des G-Dur-Konzerts atmet Poesie. Und das Konzert für die linke Hand ist in seiner dramatischen Crescendo-Attitüde (auch aufnahmetechnisch) exzellent erfasst. Aimards Spiel der Miroirs ist von glasklarer Schönheit.

Pierre-Laurent Aimard ist der ideale Partner . . . er begegnet auch dem Zyklus "Miroirs" mit glasklarer Poesie.

Gerade dieses Spannungsfeld zwischen Jazz, Leichtigkeit, Schwermut, Divertimento-Ton . . . bringen Pierre-Laurent Aimard und das Cleveland Orchestra unter Pierre Boulez teils bedächtiger als gewohnt, aber vielleicht deshalb umso eindrucksvoller, auf den Punkt. In Verbindung mit dem direkten, klaren Klangbild erscheint so manches (oft überhaupt vermisste) Detail plastischer als üblich. Als Zugabe spielt Aimard sorgfältig und farbenprächtig Ravels vielschichtigen Klavierzyklus "Miroirs". Ein Gewinn für jeden Ravel-Freund -- und für alle, die eine Referenzaufnahme der beiden Klavierkonzerte suchen.

. . . der technisch souveräne, so sensibel wie strukturklar differenzierende Solist.

Was an dieser Aufnahme sofort überzeugt, ist ihre Prägnanz, ihr auf den Punkt-Musizieren, da gibt es kein Geschwurbel im Orchester, sondern jederzeit kristallklare Transparenz. Die perkussive Exaktheit von Aimards Anschlag überträgt Boulez gewissermaßen auf das Orchester. Wie prononciert hier etwa der Streicherapparat Sforzati setzt, das ist schon bewundernswert. Dabei klingt nichts verhetzt, im Gegenteil, der Übergang zum langsamen Teil des ersten Satzes ist gekennzeichnet von geradezu meditativer Kontemplation . . . Aimard und Boulez setzen bei diesem Konzert auf scharfe Kontraste, auf zugespitzte, dramatische Höhepunkte, die den tragischen Entstehungshintergrund des Werks bei aller Virtuosität immer wieder durchscheinen lassen.

Mit Pierre Boulez verbindet den Pianisten Pierre-Laurent Aimard eine langjährige künstlerische Freundschaft . . . Dies macht sich auch in der vorliegenden Neuaufnahme der beiden Klavierkonzerte von Maurice Ravel bemerkbar. Sie zeigt, dass hier zwei interpretatorisch völlig gleichgesinnte Musiker ¿ und ein sehr aufmerksam mitgehendes Orchester ¿ am Werk sind, die auf grösstmögliche klangliche Transparenz und Klarheit abzielen . . . Alles in allem ist dieser geradlinige, "klassizistische" Gestaltungsansatz sehr überzeugend . . . eine sehr feinsinnige, klanglich kultivierte und im Zusammenspiel von Solist und Orchester exzellent ausbalancierte Live-Aufnahme. Aimards Studioproduktion der "Miroirs" bildet eine willkommene Ergänzung. Sie zeichnet sich durch eine ähnliche Noblesse wie die Wiedergabe der Klavierkonzerte aus und beeindruckt durch die Fähigkeit des Pianisten, noch in den virtuosesten, exaltiertesten Passagen einen kühlen Kopf zu bewahren.

De quel meilleur coéquipier pouvait rêver Pierre Boulez? . . . L'ancien soliste de l'Ensemble Intercontemporain a mûrement pesé et réfléchi ce qu'il joue . . . il rejoint le chef dans ses partis pris de finesse analytique, d'élégante discrétion, et jusque dans la conception des ¿uvres . . . Boulez et Airnard font de cette vision cauchemardesque, réglée sur un pas cadencé, un boléro tragique savamment gradué . . . Une voix solitaire, dont le pessimisme se refuse malgré tout au désespoir -- un message aux résonances très actuelles.

Pierre-Laurent Aimard et Pierre Boulez rééquilibrent sensiblement la perspective en érigeant des passerelles entre les deux côtés. Le Concerto en sol conserve ainsi sa malice et ses accents jazzy, mais il révèle que son mécanisme si finement réglé peut prendre des allures de machine infernale. De même, le Concerto pour la main gauche évolue toujours dans de sombres eaux et sous des cieux menaçants, mais il sait aussi scruter des lendemains qui chantent. La direction millimétrée de Boulez révèle les moindres détails de l'orchestre horloger de Ravel tandis que le piano virtuose et finement nuancé d'Aimard joue avec les diaprures des "Miroirs". Irrésistible.