VERDI Great operas from La Scala 4778121

Wer Verdi-Opern in musikalisch höchster Qualität und italienisches Flair erleben will, der ist bei "Great Operas from la Scala" genau richtig . . . Ein Muss auf 21 CDs für Profis und Neueinsteiger!

Vom "Rigoletto" bis zum "Requiem" und alles in bester Qualität aus der Mailänder Scala -- ein Angebot, das niemand ablehnen sollte. Dass die Mailänder Scala nicht nur ein großes Opernhaus ist, sondern auch bestes Drama bietet, beweisen Jahr für Jahr Dirigenten, Sänger, Orchester, Verwaltung und nicht zuletzt das Publikum, dessen Enthusiasmus mitunter ebenso vehement ausbricht wie das Fortissimo der Musiker. Ob Führungs- oder Sängerkrieg: Die Scala lässt keinen kalt . . . [die bekannten Aufnahmen von Verdi-Werken] gehören zum Besten, was es vom italienischen Nationalkomponisten zu hören gibt, und erinnern an ein paar Sängerinnen und Sänger, die nicht mehr ganz so präsent sind, aber einiges an zeitgenössischer Konkurrenz locker an die Wand pusten könnten. Allein die beiden Opener dieser 21-CD-Box sind den Kauf wert: Carlo Bergonzi als Herzog im "Rigoletto" und als Manrico im "Troubadour" zeugt von solcher Extraklasse, dass man jubeln möchte . . . Dietrich Fischer-Dieskau grollt als Rigoletto in Bestform, in seinem baritonalen Furor erwächst eine tödlich gepeinigte Figur, wie er sie später auch in seinen dramatischen Schubert-Interpretationen darstellen konnte. Rafael Kubelik dirigiert das Scala-Orchester mit Kraft und Finesse, ein perfektes Ambiente zur Vokal-Power. Der nicht weniger kompetente Tullio Serafin stand 1962 beim "Troubadour" am Pult, während Fiorenza Cossotto (Azucena) und Ettore Bastianini (Conte) den überragenden Bergonzi flankieren. Falls Sie einen weiteren anregenden Einstieg suchen, werfen Sie die CD Nummer 11 in den Player. Die startet mit der großen Szene des Philipp im "Don Carlos" -- und der legendäre bulgarische Bassist Boris Christoff hebt mit "Ella giammai m'amo" zu einer hinreißenden Darstellung ab: eine wunderbare Aufnahme von 1961 . . . Passend zur Leistung Christoffs können dann gleich seine Bass-Nachfolger Nikolai Ghiaurov und Piero Cappuccilli als Banco und Macbeth in der von Claudio Abbado dirigierten Aufnahme von 1976 verglichen werden. Vor allem der Bulgare Ghiaurov überzeugt mit machtvollem Stimmvolumen und sehr biegsamer gesanglicher Gestaltung. Beide kann man auch wieder in der nicht weniger gelungenen "Simon Boccanegra"-Einspielung von 1977 erleben, ebenfalls mit Abbado am Pult. Doch nicht nur die Männer lassen in diesen Aufnahmen Bestes hören. Shirley Verrett (als Lady Macbeth im entsprechenden Werk) und Mirella Freni (Maria Boccanegra) halten überaus bravourös mit. Besonders erfreut, dass unter Abbados Führung die Stars auch als Ensemble punkten, was für Fluss und Dynamik sorgt. Wenn Ihnen also acht Verdi-Highlights am Stück nicht zu viel Drama sind, schlagen Sie zu . . . als Gesamtbox bietet die Scala-Offerte wirklich eine Menge.

[Haydn -- The Operas]: Vor allem die komischen Opern wie "Die Welt auf dem Mond" [machen Laune] . . . zwei Tipps für die Freunde des deutschen Liedgutes: Bariton Hermann Prey zum einen mit vollmundig intonierten Volksliedern, zum anderen mit sensibel gestalteten Schubert-Zyklen.