HANDEL Arie italiane / D'Arcangelo 4778361

. . . "Brando" has enough of his namesake's smouldering good looks to make his mark with this debut solo anthology of Handel arias. Set to the period arrangements of Modo Antiquo, it's imposing stuff, with arias from Agrippina, Orlando and Rodelinda, a pair from Ariodante switching between wretched grief and exultant joy, and elsewhere a selection of hissing snakes, evil, darkness and terror, all wielded with an elegant grace occasionally bordering on the humorously knowing.

This disc by an excellent bass-baritone is welcome, as it shows the fine music that Handel wrote for the male voice, broadening our appreciation of the extent and range of his operatic achievement . . . The singer has both sensitivity and technique, conveying the anguish of the lamentations while also realising the coloratura demands of the music without difficulty. Sensitive accompaniment from period ensemble Modo Antiquo.

Er hat eine Stimme zum Niederknien, sehr viril, kernig, wie Samt. Bei den Arien von Händel . . . zeigt er viel Gefühl und Sinn für Dramatik. Der Mann hat alle emotionalen Register auf Lager, gibt sich triumphierend, martialisch, feurig, tieftraurig und verträumt.

Sein Händel-Album besticht durch die kluge Dramaturgie . . . [Er sucht nicht, sich vokal zu verstellen, sondern präsentiert seinen ganz persönlichen,] den Squillo stets glitzernd einsetzenden Stimmklang, was mir interessanter erscheint als jene von einigen Ideologen der Alten Musik geübte Praxis, anämische lyrische Baritone in barocken Basspartien einzusetzen . . . [Mit individuellen Mitteln und intelligenter Textgestaltung versteht D'Arcangelo es, Händels Basscharakteren] auf der Hörbühne ganz unterschiedliche Gesichter zu geben und seelische Tiefenschichten auszuloten, wobei Federico Maria Sardelli ihm mit dem Ensemble Modo Antiquo die nötige Hilfestellung gibt . . . den so unterschiedlichen Ansprüchen der Bass-Charaktere Händels -- schließlich lauter "gestandene" Männer mit einem gerüttelten Maß an Lebenserfahrung -- wird er in allen Facetten gerecht.

D'Arcangelos in Farbgebung und Rhetorik beachtliche Stimme behält Rückgrat, er braucht keine Effekte, um die heftigen Affekte spannungsvoll zu verdeutlichen . . . Das Händeljahr 2009 hat mit dieser Einspielung seine vielleicht erste, große Entdeckung zu bieten.

In New York und Paris ist er kein Geheimtipp mehr. Ildebrando D'Arcangelo zeigt, dass Händel nicht nur Soprandiven und Starkastraten glänzen ließ, sondern auch die tiefen Lagen. Dabei prunkt der 40-jährige Bass-Bariton mit einer gewaltigen Bandbreite. Federnd begleitet von Modo Antiquo, überzeugt er im Polterton ("Orlando") wie in sanft schwebenden Kantilenen ("Serse"). Man höre "Fra l'ombre" aus "Aci, Galatea": Hier trifft tenoraler Schmelz auf unterirdische Tiefstregister. Ein Bass-Bariton der Extraklasse.

Begleitet von dem farbenreich-eloquenten Alte-Musik-Ensemble "Modo Antiquo" . . . singt [er] mit Verve, virilem Ton und "geläufiger Gurgel", scheut auch nicht die teilweise extremen Höhen und Tiefen. Und was die Nuancen des Ausdrucks betrifft: Das Timing für dieses Solo-CD-Debüt war richtig.

Noblesse der Stimme, ein schönes Timbre, eine gute Projektion und eine sorgfältige Phrasierung . . .

D'Arcangelos Rezital sticht zweifelssohne heraus, nicht zuletzt, weil er . . . in der Wahl des begleitenden Ensembles eine glückliche Hand hatte . . . Die Bologneser zeichnen ein luftig-transparentes Klangbild, das Streicher, Bläser und Basso continuo ausgewogen gewichtet und abwechslungsreich, differenziert und farbig funkelt. Die bei Barockinterpretationen gerne gesuchten dynamischen und artikulatorischen Exzesse muss Modo Antiquo so gar nicht suchen. Die erfrischende Italianitá der Instrumentalisten fügt sich mit D'Arcangelos entspannter und sonorer Stimme zu einem sinnlichen Ganzen, in dem die klare Diktion des Sängers und sein Vermögen, auch Verzierungen leicht und natürlich wirken zu lassen, organisch zum Tragen kommen. Selbst in einer Arie wie "Fra l'ombre e gl'orrori" aus "Galatea e Polifemo", die den Stimmumfang kompromisslos auslotet, ist D'Arcangelo nie gezwungen zu forcieren; in allen Registern zeigt er hier eine ausgeglichene und spielerische Samtigkeit.

. . . un artiste valeureux . . .