MOZART Le nozze di Figaro Gardiner 4398712

In einen weiteren Rahmen hat John Eliot Gardiner seine Aufnahme gestellt: zum einen, weil die English Baroque Soloists für einen kräftigen und vollen Streicherklang sorgen, zum anderen, weil für einige Rollen grössere Stimmen aufgeboten sind: insbesondere für die von Bryn Terfel mit Verve gesungene und voller Wut agierte Titelpartie. Es ist eine lebendig-theatralische Aufführung mit quicken, Fortepiano-begleiteten Rezitativen, voller rhythmischer Schärfungen und heftigen Akzenten. Susanna etwa singt im ersten Duett das "din din" so wütend und laut, dass Figaros "pian pian" verständlich wird. Es ist, nach einem Kammerspiel unter Östman, eine unter Hochspannung stehende Aufführung.

Historisch informiert mit überzeugenden Ergebnissen . . . [Terfel sang] einen Figaro, der auch über sich selbst lachen kann. Wann hat man die Vermessungs-Szene zu Beginn jemals so heiter-wohlgemut, so herrlich naiv gehört wie hier? Ein Figaro, der den Ahnungslosen ebenso verkörpert wie den erwachenden Mann in ihm.