BIBER Mensa sonora Musica Antiqua/Goebel 4775001

Die glühende Lebendigkeit und der mitreißende "drive", der die jüngst veröffentlichte Einspielung beseelt, sprechen für sich. Tatsächlich gibt es für den rhythmischen Furor, der das Musizieren Goebels unverwechselbar macht, wohl keinen treffenderen Begriff als diesen, der -- Quote hin, Quote her -- aus der Popmusik stammt: "drive", das ist mehr als Schwung. Und weder Über- noch Unterordnung, keinerlei technische Fessel ist zu bemerken bei Goebel und Partner. Bedingungslos symbiotisch fügt sich das Spiel dieser beiden Violinisten zu einem Klangbild, das man glaubt, anfassen, berühren, umarmen zu können.

The white-hot intensity and infectious "drive" that animate this latest recording speak for themselves. There is no better way of describing the rhythmic exuberance that makes Goebel's music making so distinctive than the term "drive" as used in pop music and jazz to mean something more than mere verve. No single player stands out, no technical limitations hold back Goebel and his partner. The playing of these two violinists blends symbiotically to produce a picture in sound that seems capable of being seized, touched and embraced.

Der Komponist H. I. E. von Biber als adeliger Mundschenk, der Interpret Reinhard Goebel als maître de cuisine: Rechtzeitig zum Jahr des Bibers wurde wieder mit den sechs Menues aus akustischen Magentratzerin samt Tafelkonfekt aufgewartet. Häppchen- und schlückchenweise genossen, zergehen diese langsam im Ohr, man lässt diesen und jenen Geschmack sich entfalten und nachwirken, vielleicht sinnt man auch manchmal über etwas nach . . . Guten Appetit.