CHOPIN 24 Préludes Pollini 4779530

The best of it, especially the B flat minor Scherzo, is superb, the virtuosity effortless, the grip on the formal structure utterly secure . . . just as much to admire as in Pollini's 1974 recording of the Preludes . . .

A Chopin recital from a "grand master" like Maurizio Pollini is always a grand statement, and this disc contains many joys, even revelations . . . His sense of phrasing, structure and pacing is undimmed: in both the Op. 27 Nocturnes, for instance, the way he allows the narrative to evolve and transform is supremely wise and sophisticated. Tone quality is often exquisite -- the D flat major Prelude (the "Raindrop") is probably the loveliest rendering of it I can think of . . . [few accounts of the Preludes] are more pure or devoted. Recorded sound is excellent.

Sein Klangspektrum geht weit über das rein Schöne hinaus. Aschfahl kommt manche Mazurka daher, und letztlich hat bei Pollini jede noch so virtuos perlende Passage eine zweite Ebene: etwas nach innen Gekehrtes, das man als Chopinschen Schwermut bezeichnen könnte. Wer diese Zerrissenheit in Chopins Musik hören möchte, ist bei Pollini genau richtig.

Auch diese Interpretation zeigt Pollini nach wie vor auf der Höhe seiner unverwechselbaren Meisterschaft, analytisch äußerst präzis, mit großer Schärfentiefe und einer gewissen herben Noblesse diesen Zyklus anzugehen . . . Pollini nimmt aktuell praktisch alle Préludes noch ein paar Sekunden schneller als bei seiner frühen Einspielung . . . [Das gibt] vielen Stücken einen geheimnisvollen Schuss mehr Stringenz . . . [er wagt] auf der neuen CD noch eine Prise mehr an Klangfarbenkultur . . . Seine technische Meisterschaft ist ungebrochen, ja es scheint in dieser Neuaufnahme der Chopin-Préludes geradezu eine technische Erfahrung einzufließen, die bei dieser Höhe fast zu Momenten transzendentalen virtuosen Ausdrucks wird. Gerne führt man da das unglaublich beeindruckende Flirren im Es-Dur-Prelude (Nr. 19) an oder auch die stupenden Unisono-Passagen der Preludes es-Moll (Nr. 14) oder f-Moll (Nr.18) . . . eine Chopin-Sicht, die das Zeitlose, ja auch das Gewagte in diesen Préludes nochmals extrem genau herausmeißelt.