STRAUSS Ein Heldenleben Thielemann 4741922

Even Thielemann cannot tame all the bombast that makes "Ein Heldenleben" so difficult for some listeners, but he does find a rare sense of humanity behind the superhuman exterior . . . The orchestral playing here is magnificent, as it is also in the operatic fantasy . . . The live recording from the Musikverein captures to perfection the full dynamic range and the conductor's carfeful balancing.

There is great empathy between young German conductor Christian Thielemann and the Vienna Phil in this repertory, with their full-blooded live performance of "Ein Heldenleben" falling robustly into the frame as ideal in-store listening material.

The Vienna Philharmonic could probably play this music in its sleep, but Thielemann rules with a rod of iron, shaping the music to perfection and drawing out all the colorific detail in Strauss's scoring. The orchestra, fired up by performances at the Salzburg Festival and elsewhere, plays like a dream . . . And the live Vienna Musikverein recording captures every detail of this multi-layered score. The coupling is no mere makeweight, either.

Thielemann emphasises the music's humanity rather than its bombast, and remarkably succeeds in doing so without undermining its grandeur . . . The "Frau ohne Schatten" fantasy is a rare and interesting filler, its wonderful opening melody launching Strauss's deftly assembled extract from the most exotic of his opera scores. And the clarity and balance of the recordings, both live, is another major plus.

Has there ever be a more sumptuos sounding yet insistently detailed account on disc? . . . Superb playing; remarkable conducting.

. . . this new Strauss program is really quite stunning. All of "Heldenleben"'s complexities are completely under control, as the protagonist and his circumstances are vividly characterized. . . . Thielemann achieves flawless balances and utter transparency here, as he generates a sense of line and tension. The closing pages of the work are sublime, a glorious sunset. . . . The recorded sound is rich, detailed, and weighty. The sonic perspective is immediate . . .

Thielemanns Konzertmitschnitt des zweifellos ungemein gut gemachten Paradestücks ist von Genauigkeit, minutiöser Klangschattierung und einer durchaus "gesunden", nicht zu komplizierten Sinnlichkeit gekennzeichnet, die frei ist von falschem Pathos und rauschhafter Kraftmeierei: Das "Heldenleben" entpuppt sich als in Wahrheit eben gar nicht überhitzte "Fin du siècle"-Nervenmusik. Es finden sich in der Einspielung unprätentiös herzenswarme Töne . . . und zarte, nuancenreiche Farben. Natürlich wird zwischendurch auch saftig aufgedreht. "Die Frau ohne Schatten". In diesem Umfeld besticht gerade auch die kammermusikalisch-delikat und wiederum nicht zu schwergewichtig, jedoch in prachtvoll-wienerischem Klang musizierte 'Symphonische Fantasie' aus der "Frau im Schatten" . . . In der Aufnahme kommt diese Klangkultur besonders schön und gültig zum Ausdruck.

Mit straffen Tempi und weit gefassten Bögen führt er ohne Längen durch die Dichtung. Die Wiener sorgen dafür, dass auch kleinste Details nicht unter die Räder kommen. Ein Genuss.

So akribisch hat noch keiner der namhaften Strauss-Exegeten der letzten fünfzig Jahre, auch nicht Strauss selbst, diese größte seiner Tondichtungen in ihrer rythmischen und harmonischen Vielschichtigkeit und Klangfarbenpracht durchleuchtet.

Dass ein Dirigent bei Richard Strauss -- besonders beim "Heldenleben" und erst recht bei der "Frau ohne Schatten"-Fantasie -- herzhaft zugreift, versteht sich eigentlich von selbst. Man kennt das Ergebnis: pompöse Gründerzeitmusik, äusserlich gigantisch, innen hohl. Genau das passiert Christian Thielemann, wenn er Strauss dirigiert, nicht. Für ihn ist das eine Herzensangelegenheit, und wenn er die "Frau ohne Schatten"-Fantasie dirigiert, pulsiert in den blässlich-hemdsärmligen Strukturen dieser Musik plötzlich warmes Blut, weil er die Musik weithin als Kammermusik versteht. Und in der Tat, die Herzen der Wiener Philharmoniker scheinen ihm da einzeln zuzufliegen: Derart klangfarbenprächtig habe ich diese Orchesterfantasie noch nie gehört. Das flirrt und blinkt, leuchtet und glänzt, wird aber nie zum Selbstzweck, weil Thielemann die Musik dauernd auf Trab hält. Da werden Nerven gleichsam freigelegt -- auch im "Heldenleben", das zwar mit Pomp auffährt, gleichzeitig aber Pomp nicht mit Lautstärke verwechselt. Von klanglichem Fett bleibt der Zuhörer verschont; die Musik wirkt feinnervig und zeigt nicht nur ihre kraftmeierischen, sondern auch ihre verletzlichen Seiten.

Auch diese Live-Aufnahmen aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins zeigen, wie kongenial Thielemann mit diesen Partituren umgeht... Strauss, Wagner, Pfitzner -- das ist die Musik, zu der Thielemann eine wahrhaft einzigartige Affinität besitzt.

Bei Thielemann klingt sie [Strauss' Musik ] nie banal. Und er bringt wie kaum jemand den speziellen Streicher-Ton der Wiener zum Leuchten.

Das symbolträchtige Märchen, »Die Frau ohne Schatten«-Suite, führt Christian Thielemann nicht wie ein komfortables österreichisch-bajuwarisches Rührstück vor, sondern lädt es mit rühmenswerter dramatischer Intensität. Das verrät bedeutende Differenzierungskunst. Die Wiener Philharmoniker sorgen live zwar für rauschende, doch nie unkonturierte Tutti. Im »Heldenleben« meidet Thielemann überzogene Schönmalerei. Das Orchester (prächtig die Violinsoli von Rainer Honeck) brilliert in den differenzierten Klangräumen.

Zu spüren ist jederzeit die vitale Freude des Wagner- und Strauss-Dirigenten Thielemann an der Inszenierung eines glutvollen symphonischen Heldenepos', am detailgetreu, stets transparent ausgespielten Kampfesgetümmel des Helden, auch am raffinierten Orchesterrubato der lang gezogenen lyrischen Abschnitte. Ein kraftvoll diesseitiges, gleichwohl poetisch nuanciertes Musizieren von souveräner Geschlossenheit.

On admire la transparence de la polyphonie, la maîtrise de l'architecture d'ensemble (la fin du troisième épisode repose exclusivement sur la pure magie des sonorités) comme l'intériorité sincère du ton -- de manière nettement plus diffuse que dans la "Symphonie alpestre" parue, le son conserve sa densité presque wagnérienne.

Comment parvenir au grandiose sans tomber dans le grandiloquent ? Christian Thielemann y arrive avec maestria : il y avait longtemps que les musiciens viennois n'avaient retrouvé, au disque, la sonorité capiteuse qui sied à ce répertoire. Subtil et puissant, minutieux et visionnaire, il construit son interprétation sans se laisser piéger par le prosaisme du sujet, et dépoussière une oeuvre où l'on entend déjà Alban Berg . . . d'une beauté tout aussi sidérante.