STRAVINSKY, MUSSORGSKY, BARTÓK / Salonen

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IGOR STRAVINSKY
Le Sacre du Printemps
Frühlingsweihe
The Rite of Spring (version 1947)

MODEST MUSSORGSKY
Eine Nacht auf dem kahlen Berge
Night on Bald Mountain

BÉLA BARTÓK
Suite aus / Suite from
The Miraculous Mandarin
Los Angeles Philharmonic Orchestra
Esa-Pekka Salonen
Int. Release 10 Oct. 2006
1 SACD / Download
0289 477 6198 3 SACD DDD GSA
SACD: Stereo & Surround Sound + CD Audio
Esa-Pekka Salonen leads the Los Angeles Philharmonic in the definitive recording of Le Sacre du printemps – on SACD


Track List

Modest Petrovich Mussorgsky (1839 - 1881)
Béla Bartók (1881 - 1945)
The Miraculous Mandarin, BB 82, Sz. 73 (Op.19)

Suite

2.
18:47

Igor Stravinsky (1882 - 1971)
Le Sacre du Printemps

Revised version for Orchestra (published 1947)

Part 1: The Adoration of the Earth

Part 2: The Sacrifice

Los Angeles Philharmonic, Esa-Pekka Salonen

Total Playing Time 1:04:01

I'm not sure . . . that I've ever heard so much of the "Rite's" instrumental detail revealed so intricately: the interweaving woodwind of the introduction are exquisitely, indeed eerily sifted, and even in the biggest climaxes there is unusual clarity of texture.

Mr. Salonen has an orchestra to show off . . . they play with discipline and flair. Mr. Salonen himself is filled with energy, and he transmits this to his players. The present performances are as colorful and atmospheric as they should be.

. . . there's plenty to catch the ear . . . I've never heard the final chord of Part One laid bare like this, . . . the opening of Part Two is incredibly well heard and finessed, . . . Salomon's speeds can be shockingly exciting . . .

The Mussorgsky and Bartók works are Errol Flynn-dashing, with Salonen exposing subtle degrees of shade between the blacks and whites.

Salonen and his orchestra play with astonishing lucidity and care. Rarely have the various pieces of the music's motivic mosaic sounded out quite so clearly as they do here; rarely have the rhythms been etched with such exactitude; rarely have the instrumental timbres been so easy to distinguish, even in the most congested climaxes. If you're looking for accuracy, you can't do much better than this.

. . . every orchestral explosion leading to the next in ways that never peak too soon . . . The Disney Hall sound quality is terrifyingly good.

In this vivid, window-rattling live recording, Esa-Pekka Salonen leads a big-boned but fluid account of ¿Le Sacre,¿ long one of his signature pieces, as well as a magnificently visceral reading of ¿Night on Bald Mountain,¿ in its original scoring, and a rich-hued, earthy performance of Bartok¿s ¿Miraculous Mandarin.¿ If you want to know why the Los Angeles Philharmonic is so highly regarded, here is the place to begin.

As performed here, the complete work is masterly nd complex and, for a century-old piece, absolutely modern. Equally revelatory is music director Esa-Pekka Salonen¿s performance of the original version of Mussorgsky¿s "Night on a Bold Mountain".

A really infernal disc, opening with Mussorgsky¿s Night on Bare Mountain and closing with the Right of Spring. The Los Angeles Philharmonic plays in a disciplined fashion for Finnish maestro Esa-Pekka Salonen, so the fiendish excitement of both works gets full value . . . this is violent ballet music, played here for all it is worth.

Allein schon die Werkkoppelung hat es in sich: zweimal Russisches, einmal Ungarisches, populär und derart auf orchestrale Virtuosität getrimmt, dass es fegt und fetzt. Heulendes Hexengeschwätz gleich zu Beginn in der "Nacht auf dem kahlen Berge", flirrende Dissonanzen und wüst rotierende Ostinati, dass es eine Lust ist. Das macht Effekt, zumal auch die kantablen Zwischenabschnitte klanglich perfekt in Szene gesetzt sind . . . Machtvoll das Blechbläser-Fortissimo beim ersten Auftritt des Mandarins . . . Gleich zu Beginn begeistert hier die hervorragende Präsenz der Bläser mit ihren individuellen Klangfarben, und das Los Angeles Philharmonic lässt sich mit seiner virtuosen Kompetenz nicht lumpen ¿ eine hervorragende Visitenkarte.

Manche Platten kann man blind kaufen. Diese von Esa-Pekka Salonen etwa . . .

. . . das Warten hat sich gelohnt. Als im Oktober 2003 die neue Konzerthalle unter dem nun schon langjährigen Chefdirigenten des Los Angeles Philharmonic Esa-Pekka Salonen eröffnet wurde, stand sein Schlachtross ¿Le Sacre du Printemps¿ auf dem Spielplan, das Werk, dem nun auch diese wahrlich atemberaubende Veröffentlichung von Live-Mitschnitten aus dem Januar 2006 gewidmet ist . . . dieses ¿Sacre du Printemps¿ gehört wohl zum Besten, was die weite CD-Welt zu bieten hat. Salonen und sein Los Angeles Philharmonic sind auf höchster Ebene miteinander verschmolzen, die schier unbegrenzte Perfektion und musikalische Möglichkeit dieses Orchesters vereinen sich makellos mit Salonens Intention dieser zähnefletschenden Höllenritte. Der ¿Tanz der Erde¿ und der abschließende ¿Opfertanz¿ der Auserwählten walzen mit einer 8,0 auf der Richterskala durch die Partitur, Blech und Schlagwerk markieren die dynamischen Spitzen wie in Stein gemeißelt. Doch ebenso brillant und mindestens genauso wichtig für ein hochrangiges ¿Sacre¿ sind neben den martialischen Rhythmen und dem diabolischem Taumel die introvertierten, ja oft entgeisterten Momente vor dem nächsten Ausbruch. In irisierenden Klangflächen, die wie von jeder Form und taktlicher Begrenzung entrückt scheinen, geraten auch diese psychologisch so wichtigen Szenen zu kleinen Meisterwerken, die wie ein Zoom die Ängste und Verstörung des Frühlingsopfers offen legen. Besondere Erwähnung verdient der Klang dieser neuen Konzerthalle und somit auch dieser CD: die Balance zwischen bedrohlich rumorendem Schlagwerk und den klanglichen Spitzen in Es-Klarinette und hohem Blech scheint wie selbstverständlich alle Nuancen zu umfassen, der Streichersound ist satt und fundiert, bei entsprechender Nachbarn-schädigender Lautstärke schafft diese CD das Phänomen, den Zuhörer mitten in das Geschehen versetzen zu können . . . Musikalisch . . . ungebremst beglückend gerät die ¿Nacht auf dem kahlen Berge¿, diesmal nicht in der gängigen Orchestrierung von Rimsky-Korsakov, sondern im deutlich exzessiveren, mitreißenderen Original. Weiter spannen sich hier die Melodien, raffinierter die berühmten Klangschichtungen des Beginns in ihrer Gewichtung. Auch die folgende, ebenso dämonisch-begründete Geschichte des Bartók¿schen ¿Wunderbaren Mandarin¿ überzeugt in ihrer orchestralen Hingabe, in den tobenden Rhythmen und ihrer plastischen Auslegung.
Salonens erste CD aus der neuen Disney Hall mit seinem eingeschworenen Los Angeles Philharmonic ist ein Meisterstück geworden und lässt ungeduldig auf das nächste Projekt warten . . .

. . . ein Klangerlebnis, das man so schnell nicht vergisst.

. . . Salonen, dem unaufdringlichen Spezialisten nicht zuletzt für das neuere Repertoire, gelingt es, im "Sacre du printemps" nicht nur jene Energie zu entfesseln, die das Stück zum grössten Skandal der Musikgeschichte werden liess und noch heute manchen Dirigenten ins Trudeln bringen kann. Salonen schafft den Spagat, die archaischen Kräfte dieser Musik freizusetzen, sie aber kontrolliert und klug zu disponieren: Wo rohe Kräfte eben nicht sinnlos walten, gewinnt die Interpretation erheblich an Kontur und Schärfe. Eine wunderbar dichte Aufnahme, die zudem programmatisch ist: alle drei Werke -- von Bartók, Mussorgsky und Strawinsky -- leben von derselben unbändigen, archaisch-ungestümen Energie. Salonen dirigiert ohne Netz und doppelten Boden. Er wagt und gewinnt.

Eine Aufnahme kann nie die Kraft eines Live-Events entfalten? Stimmt hier ausnahmsweise nicht: Was auf dem CD-Layer schon grandios klingt, raubt in der SACD-Schicht schlicht den Verstand. Ein Meer an Informationen, dazu Tiefbass-Schläge zum Amp-Erweichen.

[Sacre]: . . . vision mordante, acérée mais aussi d'un luxe de couleurs proprement inouï.
[LA 4]: Dans Beethoven comme dans les Onze Portes de Hillborg, ici gravées lors de leur création mondiale en mai 2006, le chef et son formidable orchestre devraient relever le défi et nous en mettre plein les oreilles . . . Voici un programme qui mérite pleinement d'avoir été gravé et d'être accessible en téléchargement : la vitalité oxygénée du Los Angeles Philharmonic rend justice à l'énergie des symphonies de Beethoven. Comme à son habitude, la baguette de Salonen se montre aussi affûtée et mordante, que lyrique et tendre. Tous les pupitres s'engagent avec une belle ardeur, d'autant que la prise de son détaille dans cette capatation live . . . un art de la subtilité et de l'allusif. C'est une aspiration à la contemplation étoilée, un passage vécu par l'orchestre comme une fenêtre ouverte sur l'étendu de la galaxie, avec des glissandi ascensionnels qui permettent d'atteindre plusieurs étapes de conscience. Bois et vents pointés, trémolos murmurés : l'orchestre semble recueillir les pulsations extraterrestres . . . en un halo, une brume à la fois inquiète mais aussi traversée par la sensation des prémices et des découvertes, de révélation imminente avec un climat d'inquiétude, surtout d'étrangeté . . . Maître des tonalités et de la texture, chef et orchestre se montrent exceptionnellement inspirés dans cette pièce dont la conclusion laisse perplexe: sans résolution précise, sur un tutti énigmatique d'anéantissement ou de libération... Le geste de Salonen ajoute cette touche de poésie, cette science de la progression et du détail, qui convainc totalement.

Une fascination immédiate naît du lien absolument naturel, tant toutes les données en sont totalement intégrées, que Salonen établit entre virtuosité, précision, rythmique et rapidité. Lui seul, aujourd'hui, les fait interagir (c'est ¿à-dire, fondamentalement: mouvoir) avec cette fluidité instantanéiste. Cela suffit à donner à la «Nuit sur le Mont Chauve» une originalité esthétique radical, qui se superpose aux spécificités de la «version originale» . . . rien ici n'est froid, distant, désincarné. Au contraire: ce son autre, cette narration si vive et agile, dévoile une autre vérité . . . Tout cela prépare au «Sacre», dont le chef finlandais demeure depuis quelque vingt ans l'interprète le plus stupéfiant . . . Salonen a épuré et intériorisé son «Sacre» de manière quasi surhumaine, presque inquiétante à force d'abstraction . . .

Destacando la riqueza del juego tímbrico y el fascinante empleo de los ritmos, Salonen no desmerece de interpretaciones a la altura de las de Pierre Boulez.
    THE NEW DISNEY VERSION

Salonen and the Los Angeles Philharmonic
play Stravinsky, Mussorgsky & Bartók


  A delicious irony links the seemingly disparate names of Igor Stravinsky and Walt Disney, extending back well over six decades. In 1938 the Russian composer, his renown well established by a string of startling masterpieces in which the notorious Rite of Spring of 1913 held an ancestral position, was approached by the Disney Studios for permission to use that fearsome work in an innovative high-cultural venture. It was to be a classical-music-omnibus animated film called Fantasia, with Stravinsky’s music standing cheek-by-jowl with masterworks by Beethoven, Bach, Tchaikovsky and – coincidentally – a hoked-up version of Mussorgsky’s Night on Bald Mountain. Disney’s offer, by the way, made clear the fact that, since works by Russian composers were unprotected by copyright in the United States, it would make no difference if Stravinsky should decide to withhold permission – which, in the event, he did not.

To the composer’s further discomfiture, the Disney version of The Rite was cut back from the original 32 minutes to about 20 and tricked out with a scenario that replaced the original pagan dance ritual with a panorama of dinosaurs, volcanoes and terrestrial upheavals. Stravinsky, needless to say, was rendered livid by the abuse of his masterwork, an insult only intensified by Disney’s ludicrous offer, as palliative fee, of a paltry $5,000. Infinitely more satisfactory was the restitution six decades later, when the searing, throbbing strains of The Rite of Spring – every note in place this time as Stravinsky had conceived them – resounded through the welcoming new space of the Walt Disney Concert Hall, magnificently endowed by Disney’s widow Lillian to the City of Los Angeles.

Esa-Pekka Salonen was the Los Angeles Philharmonic’s proud conductor on that inaugural night in October 2003. When the final strains of Stravinsky’s mighty phantasmagoria had receded, he came onstage to share, with architect Frank Gehry and acoustic designer Yasuhisa Toyota, the triumphant dedication of one of the world’s truly great structures for the arts. With the coming of Disney Hall, a city proverbially lacking a center had blossomed into one with a downtown that everybody wanted to see, to visit, to become a part of. And Salonen himself, during the long, sometimes frustrating, years of building, planning, postponement and completion, had himself become enmeshed in this process and allowed it to govern his own future. “To be completely honest,” he said after the inaugural, “I worked hard trying to get the hall built. Now it’s there and I want to enjoy the harvest. People ask how I reconcile the distance between L.A. and the European culture of my upbringing. But I find it liberating.”

Some two years later – before another capacity Disney audience and, on this occasion, Deutsche Grammophon’s microphones – the sonic miracle repeats itself, as the climactic event in a vibrant program of three major works which share a fascinating history of emergence through struggle. St. John’s Night on Bald Mountain, Modest Mussorgsky’s first and only tone-poem, has only achieved acclaim in its true orchestral form more than a century after it was written. Béla Bartók’s pantomime The Miraculous Mandarin so enraged German authorities at its world premiere in 1926 that it had to be withdrawn after a single performance. (Bartók extracted the concert suite performed here – essentially the first two-thirds of the score – two years later for Budapest, which had to wait until 1945 to see the scandalous piece staged.) And at the end there’s The Rite of Spring, whose familiar story of mass condemnation and eventual mass acclamation – in which, let’s face it, even Disney’s butchery played a role – rings gloriously in the annals of musical criticism.

There is a further connection, Esa-Pekka Salonen notes, that links these extraordinary works. “All three have a coarse, crude vitality that relates to their place of origin: Eastern Europe, not at all shaped by the more formal designs of the German or Austrian symphonic tradition. The Russian folk rhythms of Mussorgsky and Stravinsky share quite a lot of background. And the irregular folk rhythms that Bartók studied and notated in Hungary are cut from the same cloth. All this music has a wonderful primitive slash which – I needn’t add – seems exactly right in our new Walt Disney Concert Hall.”

Concert audiences worldwide are convinced that they know Mussorgsky’s Night on Bald Mountain; nine times out of ten, they’re wrong. The best-known concert work by that title is actually a pastiche glued together by Nikolai Rimsky-Korsakov. What Rimsky did in this case was to take fragments from a tone-poem by Mussorgsky which, with all its rough edges, added up to a bright and powerful musical portrayal, running some 13 minutes, of the traditional Witches’ Sabbath of Eastern European legend. Rimsky combined shards of this music with material from other Mussorgsky works, including the delightful folk opera Sorochintsï Fair, brought in a musical rooster-call and a happy sunrise to end proceedings on a brighter tone. (The Disney version goes even further, with a segue to Schubert’s Ave Maria.) Mussorgsky’s original orchestral work did not see publication until 1968, 101 years after its composition.

Post-Armistice Budapest afforded little security to the struggling Bartók. By 1918 the young composer had a savage, slashing dance piece on his hands, involving an indomitable Mandarin and a violently passionate prostitute – and no hope of bringing it to performance. Only eight years later did the score achieve its premiere – in Cologne – and that was the start of its troubles. A chorus of whistles and catcalls greeted the work at the final curtain, and these were echoed the next day by another chorus of critics. None other than Konrad Adenauer, then the Oberbürgermeister of Cologne and later leader of post-1945 Germany, demanded the work’s immediate withdrawal; the violence of the music and the degradation so graphically depicted in the scenario apparently portended, in the eyes and ears of a 1926 Cologne audience, a return to the bad old days of The Rite of Spring’s premiere in Paris 13 years before.

That work by Stravinsky, indeed, continues to cast its mighty shadow over the musical world – through the 1920s and onward into our own time. How could it not – as that solo bassoon at the onset confronts our imagination with sounds never before heard or even imagined; as the gentle intertwining for winds of those first magical minutes are swept aside by the brutal stomping of strings turned percussion and – a truly amazing moment – the “Adoration of the Earth” near the end of Part 1, a gleam as of a centuries-deep pileup of harmonies, reduced to the edge of a deathlike silence before it erupts into the savage “Dance of the Earth”. Modern music, it has been often noted, began with The Rite of Spring. Even more remarkable is the sense that, hard upon its 100th year on this blessed earth, it still sounds like the most modern music there is.

Alan Rich