ANNA PROHASKA - BEHIND THE LINES

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ANNA PROHASKA
BEHIND THE LINES

Eric Schneider
Int. Release 09 Jun. 2014
1 CD / Download
0289 479 2472 2 CD DDD GH


Track List

Traditional
Ludwig van Beethoven (1770 - 1827)
Music To Goethe's Tragedy "Egmont" Op.84

Hanns Eisler (1898 - 1962)
Zeitungsausschnitte, Op.11

Zeitungsausschnitte

Hugo Wolf (1860 - 1903)
Mörike-Lieder

4.
2:45

Gedichte von Joseph v. Eichendorff

5.
0:47

Sergey Vasil'yevich Rachmaninov (1873 - 1943)
Six Romances, Op.8

Six Romances, Op. 8

Thomas Traill
Charles Ives (1874 - 1954)
Three Songs Of The War

9.
0:31

Three Songs Of The War

Roger Quilter (1877 - 1953)
Five Shakespeare Songs, Op.23

Hanns Eisler (1898 - 1962)
The Hollywood Songbook (1943)

12.
0:48

14.
1:30

Michael Cavendish
Franz Schubert (1797 - 1828)
Schwanengesang, D. 957

16.
4:35

Sieben Gesänge aus Walter Scotts "Fräulein vom See", D.837

Wolfgang Rihm (1952 - )
18.
2:19

Franz Liszt (1811 - 1886)
Robert Schumann (1810 - 1856)
Romances And Ballads, Op.49

Francis Poulenc (1899 - 1963)
Chansons villageoises

Robert Schumann (1810 - 1856)
Fünf Lieder, Op.40

22.
2:46

Gustav Mahler (1860 - 1911)
Songs from "Des Knaben Wunderhorn"

Kurt Weill (1900 - 1950)
Four Walt Whitman Songs

Four Walt Whitman Songs

Anna Prohaska, Eric Schneider

Total Playing Time 1:16:05

. . . an exceptional set of songs about war . . . This is a superbly conceived and wonderfully performed collection about war and its emotional impact . . . Anna Prohaska's glittering soprano is hard-hitting in four Hanns Eisler songs, and while she finds an unearthly purity in Schubert's "Ellens Gesang I", she is as pungent in Kurt Weill's settings of Whitman as she is cool in Michael Cavendish's ancient lute song "Wand'ring in This Place". The imagination and care that has gone into this compilation is exceptional, and the results are totally compelling.

. . . an evocative selection . . . a treasurable disc, in which the playing of the piano accompaniments by Eric Schneider is an indispensable factor.

. . . [this album] offers a typically thoughtful selection of four centuries of soldiers' songs. The emotional and chronological range is wide and full of contrast. Prohaska has a rich palette of expressive colours to draw on and she sings with effortless confidence through several languages and moods, sensitively partnered by her responsive pianist Schneider. This is a very rewarding disc, both moving and stirring.

. . . Anna Prohaska would deserve kudos simply for the ambition of this release of soldiers' songs. The idea, especially for a female singer, is original . . . Better still is the execution, which shows Prohaska's extreme versatility. She's one of the few non-Anglophone singers to get the difficult combination of vernacular American English and popular-classical crossover referentiality in the three Charles Ives songs included, and she moves effortlessly from the edgy anger of Kurt Weill and Hanns Eisler to the more delicate tragic sense of Roger Quilter . . . [Schubert's "Ellens Gesang"] receives a really uncanny performance . . . this is the kind of album that leaves one wondering how anyone missed all this music . . . the accompaniment of Eric Schneider is nicely understated, and the sonic presentation is clear and unfussy. Highly recommended.

It's a clever and thought-provoking collection recommendable at any time . . .

This is one terrific album. And a bold concept . . . This is as intelligent and pertinent an album as has been heard for a while, and though the subject matter is indeed a serious reflection on a serious subject, the music often provides a soothing balm to our anxieties, offering a sober and calming persuasion while appealing to our emotional depths in a quiet manner as only great art can . . . Anna Prohaska's latest solo outing continues to raise her star in the eyes of music lovers everywhere. Her voice is a model of perfect diction, with thoughtful and deep intellect presenting itself in every bar. It certainly doesn't hurt that her soprano is so luscious. Eric Schneider offers sympathetic and closely-wedded accompaniment to make for an outstanding release!

. . . [this young Austrian soprano] confirms a growing reputation. The voice itself is fairly light and limpid . . . a Baroque and modern specialist . . . [her diction] is exceptional throughout an impressive span of languages . . . there's evidence of real imagination behind her programmes and her interpretations . . . She adopts a 'white', almost countertenor tone for Cavendish's beautiful Elizabethan lament, and makes a brace stab at Scottishness in Traill's "My Luve's in Germanie". She sounds most at ease . . . in Beethoven, Schubert and Schumann, with an unexpectedly searing "Beiden Grenadiere" . . . sympathetic accompaniment [by Eric Schneider]. Well worth hearing.

. . . [eine begnadete] klassische Sängerin . . . [ihr Sopran kann] metallisch klingen und [ist] beweglich wie eine kleine Viper . . . Schon beim Sprechen lässt ihre Stimme erahnen, wie sie auf der Opernbühne von Sonnenplätzen in tonlose Abgründe schnellen kann. Wie sie lockt, schwärmt, wimmert, droht und manchmal alles gleichzeitig. Ihr Sopran . . . ist ein Ausdrucksphänomen.

. . . [Prohaska breitet] ihr ganzes stilistisches, atmosphärisches und nebenbei gesangstechnisches Spektrum aus . . . ihre stimmliche Wandelbarkeit ist wie stets verblüffend. Für Hanns Eislers "Kriegslied eines Kindes" legt sie sich einen wahren Blechtrommel-Sound zu. Die zerklüfteten Intervalle eines Wolfgang Rihm in dessen Vertonung von Georg Trakls "Untergang" seziert sie wie mit einer Glasscherbe. Und findet immer neue Farbschattierungen für Angst und Wehmut, Trauer und Verzweiflung, die einem den Atem stocken lassen, am meisten natürlich bei Schubert und seinem späten "Kriegers Ahnung". Der famose Liedpianist Eric Schneider folgt ihr nicht nur seismografisch durch diese seelische Tour de Force, er setzt eigene Akzente und schreckt dabei vor Extremen nicht zurück. In wenigen Takten wechselt er in Kurt Weills "Beat! Beat Drums" von Panzerstiefeln zur Verzweiflung der trauernden Mutter, und das hohle Pathos in Schumanns Heine-Vertonung "Die beiden Grenadiere" legt er virtuos bloß.

Anna Prohaska artikuliert deutlich, singt schlicht, berührend. Und von Beginn an ist klar: Ihr liegt viel an großer Textverständlichkeit . . . Indem sie sich musikalisch an die unterschiedlichsten Zeiten und Stile heranwagt, stellt die junge Sängerin mit ihrem neuen Album höchste künstlerische Ansprüche an sich und an den Pianisten Eric Schneider . . . Prohaska singt diese Lieder von Beethoven bis zu Hanns Eisler, Rachmaninow, Charles Ives, Francis Poulenc, Kurt Weill oder Wolfgang Rihm ganz selbstverständlich auf deutsch, englisch, französisch oder russisch. Stimmlich sind unterschiedlichste Schattierungen gefragt, auch wenn ein atmosphärischer Grundton bestimmend ist: die Tragik um Millionen sinnlos vernichteter Leben. Einfühlsam und virtuos unterstützt von Eric Schneider führt Prohaska mit äußerst differenziertem Ausdruck ins Geschehen . . . Mit ihrer klaren Stimme, ohne jegliche Übertreibung, auch was den Gebrauch des Vibratos betrifft, erweist sie sich als ideale Gestalterin. Und das bei einem brisanten Thema, das nachdenklich macht. Eine außergewöhnliche, eine bewegende CD.

Mal zärtliches Tambourmädchen, mal derbe Mutter Courage. Erst fröhliche Flintenfrau. Dann traurige Standarte. Und immer mit einem leichten, kritischen Blinzeln aus historischer Distanz. Das ist atemberaubend abwechslungsreich und lässt [nicht einen einzigen Augenblick locker] . . . saftig und vollfruchtig [, bestrickend klingt diese Stimme] . . . Eric Schneider am Klavier begleitet treu-beherzt in jede Schlacht.

Anna Prohaska gelingt es sehr gut, die unterschiedlichen Ebenen des Themas Krieg abzubilden . . . Da spürt man einerseits Leere, Hoffnungslosigkeit, Desillusionierung, Trauer und Sehnsucht, auf der anderen Seite aber auch Kriegsbegeisterung. Es ist durchaus eine große stimmliche Herausforderung, zwischen diesen Emotionen und den Epochen hin- und herzuspringen. Die Sängerin hat ein geradezu schauspielerisches Talent, zeigt ein großes Einfühlungsvermögen -- wie auch der Pianist, Eric Schneider . . . eine emotionale Reise -- auch für den Hörer.

Das ist ein dramaturgischer Coup: Wie Anna Prohaska auf "Ellens Gesang" von Schubert, der traumverloren-weltentrückt den Krieger (ent)schlafen lässt, ohne Pause die unerbittlichen, harten Expressionismen des Trakl-Gedichts "Untergang", das Opus 1/1 von Wolfgang Rihm, explodieren lässt. Kein Trost, nirgends. Auch bei den Heldinnen nicht, die sie beschwört: etwa bei der legendären Jeanne d'Arc. Der Aufmarsch der Grenadiere und Sergeanten, Rückzug und Heimkehr: traumatisch, nur noch mit sarkastischem Unterton beizukommen. Und mit bitterer Trauer: Wenn Robert Schumanns Soldat davon erzählt, wie ausgerechnet seine, die neunte Kugel seinen Freund, den Deserteur, trifft -- "mitten in das Herz". Kein patriotisch-martialisches Kampfgetön kann solche Klagen übertönen . . . [ein] faszinierendes, intelligentes Programm . . .

Schöne Stimme, schwieriges Thema -- bravourös gelöst . . . Sehr eindrucksvoll . . . Hinreissend abwechslungsreich, mit vollfruchtig herben und sogar süßem Klang, wo es passt (wie etwa in einigen Soldatenbraut-Gesängen, bei Mahler, Schubert oder Schumann), legt Anna Prohaska hier ein überragend gut gelungenes Album vor . . . Eine tolle Sängerin! Und eine der schönsten CDs des Jahres.

Die Perspektivwechsel zwischen Aufruhr, Ahnung und Trauer auf der "Behind the Lines" getauften CD sind atemberaubend, auch satirisch, aber nie willkürlich. Sie fangen das Unsagbare ein, das in bislang 14400 historisch belegten Kriegen mitschwingt.

Unbegleitet und mit klarer, doch verhaltener Stimme vermag Anna Prohaska einen Sog zu erzeugen, der in eine dramaturgisch überaus stimmig gestaltete Abfolge von Liedern aus vier Jahrhunderten hineinzieht und bis zum Schluss nicht nachlässt. Unter den Liedern finden sich bekannte Kompositionen . . . aber auch Entlegenes wie das berührend schön gesungene "My Luve's in Germanie" . . . Die Fassung, die Anna Prohaska und Eric Schneider, ihr ungemein farbenreich und einfühlsam spielender Partner am Klavier, präsentieren, klingt mehr nach Ralph Vaughan Williams als nach frühem 17. Jahrhundert, doch nimmt das dem Lied nichts von seiner Eindringlichkeit. Wahre Trouvaillen sind auch die Beiträge von Rachmaninow (aus den Romanzen op. 8) und Poulenc ("Le retour du sergeant"), von bezwingender Größe die beiden Whitman-Songs von Weill . . . Im "Kriegslied eines Kindes" imitiert Anna Prohaska eine plärrende Kinderstimme, doch wie sie das tut, ist meisterlich: nicht parodistisch, sondern als unverstellter Ausdruck elementaren Seelenschmerzes. Auch für die meisten anderen Lieder findet die Sängerin den richtigen Tonfall, die passende Farbe, am genauesten vielleicht in Schumanns abgründiger Andersen-Vertonung "Der Soldat" . . . [Ives' "In Flanders Field"] gelingt makellos, auch Quilters "Fear no more the heat o' the sun" lässt keine Wünsche offen. Ein gelungenes Album.

La précision de la conduite vocale rend clairement la signification du texte, et elle partage avec son accompagnateur goût et subtilité. Ce qu'elle apporte de plus personnel, c'est une féminité étonnante dans ces textes virils, pour la plupart. Elle incarne d'ailleurs parfaitement la "Klärchen" "d'Egmont", qui rêve de se déguiser en soldat, ce que fait la chanteuse sur les photos du livret. Elle sait également rendre sans trop le souligner l'humour macabre du Sergent de Poulenc. Nulle caricature non plus dans l'allure américaine chez Ives et chez Weill . . . ce n'est pas un produit de studio trop bien dosé, c'est plutôt un beau programme choisi et défendu par une remarquable artiste.