Lisa Batiashvili - Biografie

Von der Londoner Times als »vollkommene Musikerin« bezeichnet, nimmt Lisa Batiashvili mit ihren tiefgehenden, ausdrucksvollen Aufführungen einen festen Platz in der Riege der größten internationalen Künstler ein. Die georgische Geigerin wird von den Kritikern für ihre Virtuosität, Sensibilität und charismatische Ausstrahlung gerühmt. Sie wurde von Musical America zur »Instrumentalistin des Jahres 2015« gewählt ‒ eine Auszeichnung, die nur Künstlern ersten Ranges zuteilwird ‒ und sie ist Gewinnerin des angesehenen internationalen Preises der italienischen Accademia Musicale Chigiana. Batiashvili pflegt eine enge Partnerschaft mit vielen Spitzenorchestern wie den New Yorker Philharmonikern, der Staatskapelle Berlin, den Berliner Philharmonikern, dem Tonhalle-Orchester Zürich und dem Chamber Orchestra of Europe.

Batiashvilis Verpflichtungen während der Saison 2017/18 zeigen ihre herausragende Stellung im internationalen Konzertleben. Sie spielte im November 2017 die britische Erstaufführung von Anders Hillborgs Violinkonzert Nr. 2 mit dem BBC Symphony Orchestra und Sakari Oramo im Londoner Barbican Centre, nachdem sie 2016 bereits Solistin der Uraufführung des Werks in Stockholm gewesen war. Im Rahmen ihrer die ganze Spielzeit umfassende Residency beim Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia spielte sie im Dezember drei Aufführungen des Violinkonzerts von Tschaikowsky unter Leitung von Sir Antonio Pappano. Geplant sind zudem Auftritte mit der Staatskapelle Berlin unter Daniel Barenboim und mit dem Chamber Orchestra of Europe unter Pappano und Yannick Nézet-Séguin. Anlässlich der Veröffentlichung ihres fünften Albums für Deutsche Grammophon wird sie Prokofjews Violinkonzert Nr. 2 in Konzertsälen der ganzen Welt darbieten, unter anderem in der Accademia Nazionale di Santa Cecilia, im Opernhaus Sydney, in der Carnegie Hall, im Wiener Musikverein und in der Dresdner Semperoper.

Lisa Batiashvili ist seit 2010 Exklusivkünstlerin der Deutschen Grammophon. Ihr erstes Album für das gelbe Label, Echoes of Time (Februar 2011) erhielt einen Echo Klassik-Preis. Im Januar 2013 folgte eine CD mit Brahms’ Violinkonzert und Clara Schumanns Romanzen op. 22. Begleitet von Nézet-Séguin nahm sie Arrangements für Violine und Klavier von mehreren Romanzen aus Tschaikowskys Opp. 6 und 73 auf, die dann zusammen mit der Symphonie Nr. 6 »Pathétique«, gespielt vom Philharmonischen Orchester Rotterdam unter Leitung von Nézet-Séguin, veröffentlicht wurden (September 2013). Im Album Bach (August 2014) widmete sich Batiashvili Werken von Johann Sebastian Bach und Carl Philipp Emanuel Bach, ihre Partner waren Françoix Leleux, Emmanuel Pahud und das Kammerorchester des Bayerischen Rundfunks. Im November 2016 veröffentlichte sie ein Album mit den Violinkonzerten von Tschaikowsky und Sibelius, das aus der fruchtbaren Zusammenarbeit mit der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim hervorging und von The Gramophone für das »wunderschöne, ideenreiche Violinspiel von einer der faszinierendsten Geigerinnen der Welt« gefeiert wurde. Batiashvilis neustes DG-Album, Visions of Prokofjew, enthält die beiden Violinkonzerte des russischen Komponisten sowie drei beliebte Nummern aus seinen Bühnenwerken in neuen Arrangements ihres Vaters, Tamás Batiashvili. Die Aufnahme mit dem Chamber Orchestra of Europe und Nézet-Séguin erscheint weltweit am 9. Februar 2018.

Lisa Batiashvili wurde in Tiflis geboren und ging im Alter von elf Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Dort studierte sie bei Mark Lubotsky und Ana Chumachenco. 1995 kam der Durchbruch, als sie als jüngste Teilnehmerin in der Geschichte des Internationalen Jean-Sibelius-Geigenwettbewerbs den zweiten Preis errang. 2003 erhielt sie den Leonard Bernstein-Preis des Schleswig-Holstein Musik Festivals, 2006 den Beethoven-Ring des Bonner Beethovenfests. Seither hat sie zwei MIDEM Classical Awards, einen Choc de l’année und zwei Echo Klassik-Preise gewonnen, und 2017 gehörte sie zu den zehn Nominierten in der Kategorie »Künstler des Jahres« der Zeitschrift The Gramophone. Zu den Höhepunkten der letzten Jahre gehörten eine ertragreiche Zeit als Capell-Virtuosin der Staatskapelle Dresden (2012/13) sowie von den Kritikern gerühmte Spielzeiten als artist-in-residence bei den New Yorker Philharmonikern (2014/15) und dem Royal Concertgebouw Orchestra (2016/17).

Lisa Batiashvili lebt in München und spielt eine Guarneri »del Gesù« von 1739, die großzügige Leihgabe eines privaten Sammlers.

1/2018