Jan Lisiecki

Der 23 Jahre alte Pianist Jan Lisiecki erntet große Anerkennung für seine außergewöhnliche künstlerische Reife, seinen unverwechselbaren Klang und seine poetische Empfindsamkeit. Die New York Times nannte ihn „einen Pianisten, der jeder Note Bedeutung verleiht“. Lisieckis einfühlsame Interpretationen, seine brillante Technik und sein natürlicher Bezug zu Kunst verleihen ihm eine musikalische Stimme, die seinem Alter weit voraus ist.

Im Jahr 2017 wurde er mit dem ECHO Klassik, sowie mit dem JUNO Award, der wichtigsten Ehrung der kanadischen Musikindustrie, ausgezeichnet. Beide Preise ehrten sein viertes Album für die Deutsche Grammophon, eine Einspielung von Chopins seltener gespielten Werken für Klavier und Orchester mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Krzysztof Urbański.

Jan Lisiecki erhielt im Alter von fünf Jahren seinen ersten Klavierunterricht und debütierte nur vier Jahre später. Trotz dessen wies er den Titel Wunderkind stets von sich. Seine Herangehensweise an Musik ist eine erfrischende Mischung aus Hingabe, Können, Enthusiasmus und Realismus in Bezug auf eine Musikerkarriere.

Mit einer Live-Aufnahme der beiden Chopin-Klavierkonzerte, die Jan im Alter von 13 und 14 Jahren in Warschau spielte und die daraufhin vom Fryderyk Chopin-Institut herausgebracht wurde, wurde die internationale Musikwelt 2010 auf ihn aufmerksam. Das BBC Music Magazine berichtete von der „musikalischen Reife“ seines Spiels und erwähnte auch die „gefühlvoll destillierten“ Einblicke seiner Chopin Interpretationen. Das Album wurde mit dem renommierten Diapason Découverte Preis ausgezeichnet. 2011 nahm die Deutsche Grammophon den erst 15-jährigen Jan Lisiecki als einen der fantasievollsten und poetischsten Pianisten seiner Generation exklusiv unter Vertrag.

Seine erste Aufnahme für die Deutsche Grammophon mit Mozarts Klavierkonzerten KV 466 und KV 467 erschien 2012. Die zweite CD folgte 2013 mit Chopins Etüden Op. 10 und 25, welche vom Gramophone Magazin als „Pure Musik, gespielt so natürlich wie das Atmen“ gelobt wurde. Sein drittes Album wurde im Januar 2016 veröffentlicht und beinhaltet Schumanns Werke für Klavier und Orchester. ClassicFM schrieb dazu, „er mag jung sein, aber Jan Lisiecki spielt Schumann wie eine Legende.“

Jan Lisiecki sagt, sein Ziel sei es, mit seinem Spiel die Schönheit und die Brillanz des Ursprungswerkes herauszuarbeiten. Er hat bewiesen, dass er in der Lage ist, ein Stück bemerkenswert nahe am Originalklang wiederzugeben. „In ein Konzert zu gehen sollte sein, als ob man ein Heiligtum betritt. Man ist dort, um einen Moment der Reflektion zu erleben und fühlt sich hinterher hoffentlich anders, erfrischt und inspiriert“, sagt er.

Im März 2013 sprang Lisiecki kurzfristig für Martha Argerich in Bologna ein, wo er mit dem Orchestra Mozart unter Claudio Abbado Beethovens Klavierkonzert Nr. 4 aufführte. Die gleiche Saison wurde von seiner sensationellen Darbietung von Schumanns Klavierkonzert bei den BBC Proms in der Royal Albert Hall in London gekrönt. Im folgenden Jahr spielte er drei Mozartkonzerte in einer Woche mit dem Philadelphia Orchestra, und meisterte seine Debüts als Konzertsolist mit dem Orchestra Filarmonica della Scala in Mailand, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem NHK Symphony Orchestra in Tokio und dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin. In der gleichen Spielzeit gab Jan seine Rezitaldebüts in der Wigmore Hall, in der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom und in San Francisco. Die Entwicklung des jungen Pianisten wurde von vielen weltführenden Orchestern begleitet, wie dem Orchestre de Paris, den New Yorker Philharmonikern und BBC Symphony an Spielorten wie der Suntory Hall, dem Kennedy Center, dem Lincoln Center, dem Barbican Center und der berühmten Royal Albert Hall. Jan pflegt enge Beziehungen zu namhaften Dirigenten wie beispielsweise Sir Antonio Pappano, Yannick Nézet-Séguin und Daniel Harding.

Zu den Höhepunkten der letzten Zeit zählen Rezitaltourneen durch Europa und Asien sowie Abonnementkonzerte unter anderem mit dem Boston Symphony Orchestra, Pittsburgh Symphony Orchestra, den Wiener Symphonikern und der Sächsischen Staatskapelle Dresden. Jan Lisiecki feierte großen Erfolg mit seinem hoch gelobten Rezitalprogramm “Nachtmusik”, mit welchem er in der Saison 2018/19 weiterhin auftreten wird.

2018/19 wird er außerdem für ein Konzert mit dem Philadelphia Orchestra in die Carnegie Hall zurückkehren, mit dem Orpheus Chamber Orchestra auf Europa-Tournee gehen und mit der Tschechischen Philharmonie durch Deutschland touren. Des Weiteren spielt er Konzerte mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester sowie in Salzburg mit dem Mozarteum Orchester Salzburg.

Viele bedeutende Radio- und Fernsehsender in Europa und Nordamerika berichteten bereits ausführlich über Lisieckis Karriere und übertrugen seine Konzerte. Er war auch Gegenstand eines Dokumentarfilms der CBC National News namens „The Reluctant Prodigy“ („Wunderkind wider Willen“). Im Jahr 2013 wurde er vom Gramophone Magazin zum „Young Artist of the Year“ gekürt. Im selben Jahr erhielt Jan Lisiecki den Leonard Bernstein Award des Schleswig-Holstein Musik Festivals.

Im Jahr 2012 wurde er zum UNICEF-Botschafter für Kanada ernannt.

„Jan Lisiecki. Remember the name.“ – The Financial Times

11/2018