EIN NEUES KAPITEL IN DER GESCHICHTE DES ÄLTESTEN ORCHESTERS CHINAS

 

  • Zweite Veröffentlichung im Rahmen des neuen Exklusivvertrags der Deutschen Grammophon mit dem Shanghai Symphony Orchestra und Long Yu
  • Erstes Album in der Reihe des Shanghai Symphony Orchestra mit Werken bedeutender chinesischer Komponisten
  • 2019 begeht das SSO, das älteste Orchester Chinas, den 140. Jahrestag seiner Gründung; außerdem unternimmt es mit Long Yu große Tourneen durch die USA und Europa
  • Der Stargeiger Maxim Vengerov ist der Widmungsträger von Qigang Chens Violinkonzert und übernahm bei der Uraufführung des Werks den Solopart


Das Shanghai Symphony Orchestra ist das älteste Symphonieorchester Chinas, und sein 140-jähriges Bestehen feiert das Ensemble, indem es ein neues Kapitel in seiner Geschichte aufschlägt. Das SSO und sein Musikdirektor Long Yu wurden kürzlich Teil der Künstlerfamilie der Deutschen Grammophon, und gemeinsam werden sie unter dem Dach des Labels eine Reihe von Alben mit Werken bedeutender chinesischer Komponisten herausbringen. Gateways, das erste Album, erscheint am 28. Juni 2019 und enthält zwei Werke von Qigang Chen, Rachmaninows schwungvolle Symphonische Tänze sowie Kreislers reizendes Tambourin chinois. Solist ist der russisch-israelische Geiger Maxim Vengerov.

»140 Jahre sind eine lange Zeit für ein Orchester«, konstatiert Long Yu, der dem Shanghai Symphony Orchestra seit zehn Jahren vorsteht. Das Ensemble wurde 1879 gegründet und ist damit drei Jahre älter als die Berliner Philharmoniker. Das neue Album des SSO unter Long Yu bei der Deutschen Grammophon feiert die ruhmreiche Geschichte des Ensembles und blickt gleichzeitig mit den beiden hier präsentierten Werken des angesehenen zeitgenössischen Komponisten Qigang Chen in die Zukunft des Orchesters.

Das einsätzige Violinkonzert La Joie de la souffrance (2017) schrieb Chen für ein großes Orchester mit umfangreichem Schlagwerk; wie sein Lehrer Olivier Messiaen pflegt Chen einen sehr klangfarbenreichen Orchestersatz, das Werk besticht aber auch durch reizvolle Melodik. Maxim Vengerovs Solopartie ist äußerst anspruchsvoll: Das Konzert war eines der Wettbewerbsstücke bei der Isaac Stern International Violin Competition 2018, begleitet vom SSO, nur ein Jahr nach der Uraufführung des Werk mit Vengerov und Long Yu.

Die Suite Wu Xing (The Five Elements, 1998/99) behandelt in fünf sich aufeinander beziehenden Sätzen die fünf Elemente der chinesischen Tradition: Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall. Long Yu schwärmt von der »unglaublichen Phantasie«, die in diesem Werk steckt, und davon, wie der Komponist »seiner Haltung zur chinesischen Philosophie musikalisch Ausdruck verleiht«.

Der 1951 geborene Qigang Chen gewann 1983 einen nationalen chinesischen Kompositionswettbewerb, was es ihm ermöglichte, in Paris bei Olivier Messiaen zu studieren: Er war der letzte Schüler des legendären französischen Komponisten. Qigang Chen, einer der am meisten aufgeführten Komponisten der Gegenwart, lebt in Paris und trägt den Titel eines Chevalier de l’Ordre des arts et des lettres. Er war Musikalischer Leiter der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking 2008 und ist auch bekannt für seine Filmmusiken, etwa für Coming Home (mit Lang Lang) und The Flowers of War (mit Joshua Bell).

Die beiden Kompositionen von Qigang Chen werden durch eines der in China sehr beliebten Werke russischer Komponisten ergänzt, die zum Kernrepertoire des SSO gehören: Die Symphonischen Tänze, Rachmaninows letzte Komposition, wurden 1941 in Philadelphia uraufgeführt. Auch fern der Heimat verarbeitete Rachmaninow in dem farbenreichen virtuosen Stück viele russische Reminiszenzen; die Suite ist ein orchestrales Paradestück erster Güte und wie maßgeschneidert für das SSO. Fritz Kreislers Tambourin chinois, ein weiteres schwungvoll-virtuoses Stück mit Vengerov, rundet das Album ab.

Maxim Vengerov, einer der besten Geiger seiner Generation, begann seine internationale Karriere als Teenager mit dem Gewinn mehrerer prestigeträchtiger Wettbewerbe. Seit 2012 (als er nach einer durch eine Schulterverletzung bedingten Zwangspause von mehr als vier Jahren wieder das Geigenspiel aufnahm) ist er als Dirigent wie als Geiger tätig und tritt weiterhin mit führenden Orchestern weltweit auf.

Long Yu ist eine führende Größe der chinesischen Musikwelt; neben seiner Position als Musikdirektor in Shanghai bekleidet er Positionen beim China Philharmonic, dem Guangzhou Symphony und dem Hong Kong Philharmonic. Mit dem Shanghai Symphony Orchestra wird Long Yu in diesem Jahr eine große Tournee bestreiten und in Europa und den Vereinigten Staaten konzertieren – eine angemessene Geburtstagsfeier für das 140 Jahre alte Orchester, das einer grandiosen internationalen Zukunft entgegensieht.