MAGISCHER MAHLER

Yannick Nézet-Séguin und das Philadelphia Orchestra veröffentlichen Mahlers Symphonie Nr. 8 bei Deutsche Grammophon. Dirigent und Orchester zelebrieren mit überragenden Solisten und Chören das 100-jährige Jubiläum der US-Erstaufführung des Meisterwerks

Es waren Geschichtsbewusstsein und Stolz, mit denen Philadelphia im März 2016 auf das Konzert von Mahlers Achter reagierte: Das Philadelphia Orchestra und sein Musikdirektor Yannick Nézet-Séguin führten die monumentale Symphonie anlässlich ihres 100-jährigen Jubiläums der US-Premiere mit erstklassigen Solisten und mehreren Chören in der Verizon Hall im Kimmel Centre for the Performing Arts auf. Ihre Interpretation wurde von Deutsche Grammophon aufgenommen und erscheint weltweit am 17. Januar 2020 auf CD und digital.

»Auch ein Jahrhundert nach der US-Erstaufführung ist es immer noch ein außerordentliches Ereignis, wenn ein Orchester Mahlers Achte Symphonie aufführt«, sagt Nézet-Séguin, DG-Exklusivkünstler seit Mai 2018. »Wir konnten uns vor Augen führen, was in diesen 100 Jahren passiert ist, und uns in die Ära zu Beginn des 20. Jahrhunderts zurückversetzen, als sich das Philadelphia Orchestra durch das Engagement für solche Kultwerke einen Namen machte. Mahlers Achte ist gewaltig, sie ist eindrucksvoll – ein unglaubliches Werk. Natürlich wollen wir vor allem unser großartiges Orchester hören, wie bei jeder Mahler-Symphonie, aber man braucht auch ebenbürtige musikalische Partner. Wir hatten das Glück, die Crème de la Crème der internationalen Gesangsszene an unserer Seite zu haben.«

Partner des Dirigenten und des Philadelphia Orchestra sind hier die acht Solisten Angela Meade, Erin Wall, Lisette Oropesa, Elizabeth Bishop, Mihoko Fujimura, Anthony Dean Griffey, Markus Werba und John Relyea sowie der American Boychoir, der Westminster Symphonic Choir und die Choral Arts Society of Washington.

Gustav Mahler (1860–1911) schrieb seine Achte Symphonie innerhalb von zehn Wochen im Sommer 1906. Grundlage des Ersten Teils der Symphonie ist der lateinische Hymnus »Veni creator spiritus« aus dem 9. Jahrhundert. Für den umfangreicheren Zweiten Teil vertonte er die Schlussszene aus Goethes Faust II. »Es war wie eine blitzartige Vision – so ist das Ganze sofort vor meinen Augen gestanden und ich habe es nur aufzuschreiben gebraucht, so, als ob es mir diktiert worden wäre«, berichtet Mahler später seinem Biografen. Für die Uraufführung 1910 wurde sein neues Werk als »Symphonie der Tausend« angekündigt – cleveres Marketing, das das Interesse des Publikums an seiner Musik und ihrem Thema wecken sollte: der Erlösung durch die Kraft der Liebe.

Als Leopold Stokowski die amerikanische Erstaufführung der Achten im März 1916 an der Academy of Music in Philadelphia dirigierte, hatte er mehr als 1000 Mitwirkende. Fast auf den Tag genau 100 Jahre später füllte Yannick Nézet-Séguin das Podium in der heutigen Spielstätte des Philadelphia Orchestra mit über 400 Sängern und Orchestermitgliedern, »so voller Klang, wie die Verizon Hall des Kimmel Center es eben vertrug«, schreibt der Kritiker David Patrick Stearns in seiner Rezension für den Philadelphia Inquirer. »Ohne Frage«, fährt er fort, »das Erlebnis war erhebend, transzendent, all diese absolut unübertrefflichen Attribute, die einem derartigen Werk vorbehalten sind.«

In Yannick Nézet-Séguins Terminkalender stehen verschiedene Programme mit dem Philadelphia Orchestra (23.–26., 30., 31. Januar, 1., 2. Februar 2020) und Mahler-Auführungen der Fünften Symphonie mit den Rotterdamer Philharmonikern in Rotterdam und auf Konzertreise in Paris, Essen und Baden-Baden (16., 18., 21., 22. Februar) sowie der Dritten Symphonie mit den Berliner Philharmonikern in Berlin (27.– 29. Februar) und in Baden-Baden (11. April).

VOLLER ZAUBER

Yannick Nézet-Séguin und Rolando Villazón fügen ihrem Baden-Badener Zyklus von Mozart-Opern Die Zauberflöte hinzu

Der Zyklus von Mozarts reifen Opern bei Deutsche Grammophon erreicht mit Die Zauberflöte seinen sechsten Titel. Die Live-Aufnahme, die am 2. August 2019 erscheint, setzt das epochale Projekt des Gelblabels mit dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Chamber Orchestra of Europe und Yannick Nézet-Séguin fort. Zur Besetzung zählen der Initiator der Reihe, Rolando Villazón, als Papageno, Klaus Florian Vogt als Tamino, Christiane Karg als Pamina, Regula Mühlemann als Papagena, Albina Shagimuratova als Königin der Nacht und Franz-Josef Selig als Sarastro.

»Bei ›Mozart-Opern‹ fällt vielen sofort Die Zauberflöte ein«, sagt Yannick Nézet-Séguin. »Schon seit der Uraufführung hat dieses Werk ganz unterschiedliche Menschen erreicht. In der Zauberflöte folgt eben ein Hit auf den nächsten.«

Es ist die Gabe von stimmlicher Nuanciertheit, von Bühnenpräsenz und psychologischem Verständnis, die jeder Sänger der Baden-Badener Aufführung mitbringt und in seiner Interpretation vereint. So werden Mozarts Fantasiefiguren zum Leben erweckt.  mundoclasico.com rühmte Yannick Nézet-Séguin für die Leitung einer »hervorragenden« konzertanten Darbietung, in der sich Nézet-Séguins »charakteristische Präzision, Musikalität, Ausdruckskraft und Energie« zeige. Jedem winzigen, aber bedeutungsvollen Detail widme er sich mit »Aufmerksamkeit, Liebe und Hingabe«. Dieselbe Rezension feierte auch Rolando Villazóns ersten Ausflug ins Bariton-Repertoire und stellte fest, »seine stimmlichen und darstellerischen Fähigkeiten passten perfekt zur komischen Rolle des Papageno«.

Der Gedanke zum Mozart-Zyklus der Deutschen Grammophon kam Rolando Villazón 2011, als er Don Giovanni mit dem Chamber Orchestra of Europe und Nézet-Séguin im Festspielhaus Baden-Baden aufführte. Er konzipierte das Projekt gemeinsam mit dem Dirigenten und dem Label, gewann ROLEX als großzügigen Sponsor und fungierte von Anfang an als künstlerischer Berater. Vier der fünf bislang veröffentlichten Aufnahmen erhielten Grammy-Nominierungen, und Le nozze di Figaro gewann 2017 einen der renommierten Echo Klassik-Preise.

»Es ist mein bislang ehrgeizigstes künstlerisches Projekt«, sagt Villazón. »Nie zuvor habe ich mich so in einen Komponisten verliebt!« Seit Beginn des Vorhabens vor acht Jahren mit Don Giovanni hat Villazón in jeder Produktion mitgewirkt und von Ferrando in Così fan tutte bis zur Titelrolle in La clemenza di Tito die großen Tenorpartien gesungen.

Die Zauberflöte wurde im September 1791, gut zwei Monate vor Mozarts frühzeitigem Tod, im Theater auf der Wieden in der Wiener Vorstadt uraufgeführt. Die Produktion erreichte in ihrer ersten Saison mehr als 100 Vorstellungen und wurde schon bald in ganz Europa und darüber hinaus ein Erfolg. Das Werk mischt Musik und gesprochene Dialoge, Humor und Pathos, Mysterium und die Suche der Menschen nach Weisheit. Deftiger Komik steht die Frage nach dem Wesen individueller Freiheit, Brüderlichkeit, aufgeklärter Herrschaft und bedingungsloser Liebe gegenüber, und das alles findet seinen Ausdruck in Musik von großer Schönheit.

»Ich bin froh, dass wir Die Zauberflöte zu diesem Zeitpunkt einspielen«, erklärt Nézet-Séguin, »denn sie trägt zum Verständnis der Opern bei, die wir bereits aufgenommen haben.«

YANNICK NÉZET-SÉGUIN UNTERZEICHNET NEUEN EXKLUSIVVERTRAG MIT DEUTSCHE GRAMMOPHON

Die neue Partnerschaft des Dirigenten mit dem gelben Label umfasst Rachmaninows Symphonien und Klavierkonzerte mit dem Philadelphia Orchestra


L-R: Ute Fesquet (Vice President A & R Deutsche Grammophon), Yannick Nézet-Séguin, Clemens Trautmann (President Deutsche Grammophon)

Spektakuläre Projekte mit der Metropolitan Opera in New York sind geplant

Yannick Nézet-Séguin, Musikdirektor des Philadelphia Orchestra, künftiger Musikdirektor der Metropolitan Opera und Künstlerischer Direktor und Chefdirigent des Orchestre Métropolitain de Montréal, hat einen neuen Exklusivvertrag mit dem gelben Label unterzeichnet. Der frankokanadische Dirigent – »Inbegriff von Energie auf dem internationalen Podium«, so die Financial Times – wird ein breites Orchester- und Opernrepertoire aufnehmen im Rahmen seiner Arbeit mit dem Philadelphia Orchestra, der Metropolitan Opera, dem Orchestre Métropolitain de Montréal und dem Chamber Orchestra of Europe (COE), dessen Ehrenmitglied er ist. Die Unterzeichnung des Vertrags wurde am 30. Mai 2018 in Hamburg bekannt gegeben während einer Tournee des Musikers mit dem Philadelphia Orchestra in neun europäische und israelische Städte.

Zu Nézet-Séguins künftigen Projekten bei Deutsche Grammophon gehören sämtliche Symphonien und Klavierkonzerte von Rachmaninow mit dem Philadelphia Orchestra und dem Pianisten Daniil Trifonov; die nächste Oper in seinem gefeierten Mozart-Zyklus, Die Zauberflöte, die in diesem Sommer mit dem COE und einer überragenden Besetzung im Festspielhaus in Baden-Baden aufgenommen wird; das erste Arien-Album des russischen Basses Ildar Abdrazakov mit dem Orchestre Métropolitain de Montréal; Mahlers Symphonie Nr. 8 und eine Fortsetzung der Reihe von Strawinsky-Balletten – geplant sind Pétrouchka und L’Oiseau de feu – mit dem Philadelphia Orchestra; ferner Mozarts Klavierkonzert in d-Moll KV 466 mit Seong-Jin Cho und dem COE. Außerdem sind Aufnahmen mit dem Team der Metropolitan Opera vorgesehen; eine spannende Aussicht angesichts der begeisterten Rezensionen seiner ersten DG-Aufnahme mit der Met – der erfolgreichen Carmen mit Elīna Garanča und Roberto Alagna.

»Mit Deutsche Grammophon Musik zu machen begeistert mich«, sagt Yannick Nézet-Séguin. »Wir können auf den Aufnahmen aufbauen, die wir in den letzten sieben Jahren gemacht haben, und außerdem neue interessante Projekte entwickeln. Das gelbe Label hat wichtige Aufführungen meiner Zeit als Musikdirektor des Philadelphia Orchestra festgehalten – unter anderem Strawinskys Le Sacre du printemps, Stokowskis Transkriptionen von Werken von Bach und Strawinsky sowie Leonard Bernsteins Mass. Von DG wurden auch meine zehn Jahre als Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters Rotterdam dokumentiert, beispielsweise mit der Ersteinspielung des Klavierkonzerts von Mark-Anthony Turnage mit Marc-André Hamelin. Ich freue mich darauf, mit dem Team neues Terrain zu erkunden, wenn ich im September mein Amt als Musikdirektor der Metropolitan Opera antrete. Wir wollen außerdem Aufnahmen verwirklichen mit dem Chamber Orchestra of Europe und dem Orchestre Métropolitain de Montréal und weitere Aufnahmen mit so wichtigen DG-Künstlern wie Lisa Batiashvili, Elīna Garanča und Rolando Villazón. Und natürlich freue ich mich auf die Auftritte mit Musikern wie Martha Argerich, Hélène Grimaud, Jan Lisiecki und Yuja Wang. Ich bin fest überzeugt, dass Künstler heutzutage aktiv den Kontakt zu Hörern in aller Welt suchen sollten, um ihre Leidenschaft für klassische Musik und Oper zu teilen – eine Erfahrung, die das Leben schöner macht.«

Yannick Nézet-Séguins erstes Album für Deutsche Grammophon war 2011 die Aufnahme von Don Giovanni, die am Beginn seines Zyklus von Mozart-Opern stand. Zu dieser Reihe zählen inzwischen auch die für den Grammy nominierte Aufnahme von Le nozze di Figaro und La clemenza di Tito, die in diesem Sommer erscheint. Andere Höhepunkte von Nézet-Séguins Arbeit für das gelbe Label sind Gesamtaufnahmen der Symphonien von Schumann und Mendelssohn mit dem COE; Rachmaninows Rhapsodie über ein Thema von Paganini mit Trifonov und dem Philadelphia Orchestra; und das Album Duets mit Rolando Villazón, Ildar Abdrazakov und dem Orchestre Métropolitain de Montréal. Zu seinen ersten DG Aufnahmen mit dem Rotterdam Philharmonic Orchestra gehörten Tschaikowskys Symphonie Nr. 6 “Pathétique” sowie gemeinsame Projekte mit Lisa Batiashvili und Andreas Ottensamer. In der kommenden Woche erscheint The Rotterdam Philharmonic Orchestra Collection, eine sechs CDs umfassende Sammlung von bisher unveröffentlichten Live-Aufnahmen. Sie wurden persönlich von Nézet-Séguin ausgewählt, dessen Berufung als Chefdirigent 2008 den Beginn eines neuen goldenen Zeitalters in der Geschichte des Orchesters markierte. Der Zeitpunkt dieser Veröffentlichung ist auf die Jubiläumskonzerte in Rotterdam am 9./10. Juni abgestimmt, die den Höhepunkt der Feiern zum 100. Geburtstag des Orchesters in diesem Jahr darstellen.

»Während der letzten zehn Jahre ist Yannick Nézet-Séguin zum internationalen Spitzendirigenten avanciert, eine charismatische Naturgewalt, die große Musik auf eine Weise lebendig macht, wie es nur wenige andere vermögen«, sagt Dr. Clemens Trautmann, Präsident von Deutsche Grammophon. »Als Musikdirektor des Philadelphia Orchestra und der Metropolitan Opera bekleidet er zwei der wichtigsten und einflussreichsten Ämter in der klassischen Musikszene. Er ist zudem überaus erfolgreich als Künstlerischer Direktor und Chefdirigent des Orchestre Métropolitain de Montréal, das er zu einem bedeutenden internationalen Orchester formte, als Chefdirigent des Philharmonischen Orchesters Rotterdam, dessen Ehrendirigent er am Ende dieser Spielzeit wird, und als regelmäßiger Gastdirigent des Chamber Orchestra of Europe, das ihn schon vor zwei Jahren zum Ehrenmitglied machte. Wir freuen uns auf die enge Zusammenarbeit mit Yannick, auf die Vielfalt seiner künstlerischen Fähigkeiten – insbesondere auf seine sehr spezielle Begabung, mit Sängern im Gesangs- und Chorrepertoire der Klassik und der Romantik zu arbeiten. Der Katalog der Deutschen Grammophon wird durch die neuen gemeinsamen Aufnahmen bereichert.«