MARIA JOÃO PIRES - COMPLETE DG SOLO RECORDINGS 4792690

Mozart und Beethoven, Schubert und Chopin, etwas Schumann und Brahms bilden die Pfeiler. Äusserlich schlicht spielt sie, im Inneren aber voller Leben, voller Phantasie, mit Sinn für Kantilene und weite Klangräume: poetisch eben und hochmusikalisch . . . Beethoven begegnet sie nicht nur in der lyrischen E-Dur-Sonate op. 109, die sie als ein grosses Geheimnis schimmern lässt, sondern auch in der heftigen "Pathétique"; die Wildheit im "Allegro" des Kopfsatzes zeigt sie weniger durch Lautstärke oder Temperament als durch Tempogestaltung und Artikulation. Bisweilen macht es den Eindruck, sie lasse den Steinway wie ein Hammerklavier klingen, allerdings eines, das zu besonderer Kantabilität in der Lage ist. Schuberts große B-Dur-Sonate D 960 kommt bei ihr ganz aus der Ferne . . . [und lässt] das Maß ihrer Anschlagskunst erkennen. Ganz in ihrem Element ist Maria Joao Pires bei den "Impromptus" von Schubert: mit seidenen Bässen, mit hingetupften Akkordbrechungen. Und bei Chopin, zumal seinen "Nocturnes".