Arturo Benedetti Michelangeli | Biografie

Biografie 2002

Biographie
Arturo Benedetti Michelangeli

Um den Pianisten Arturo Benedetti Michelangeli ranken sich zahlreiche Mythen, soll er schon fast ebenso viele Konzerte abgebrochen oder gar abgesagt zu haben, wie er zu Ende gebracht hat.

Michelangeli wird am 05. Januar 1920 in Brescia geboren. Seit seinem dritten Lebensjahr bekommt er Unterricht im wie im Klavier- wie im Violinspiel. Letzteres gibt er jedoch aufgrund einer schweren Kindererkrankung auf, als er mit zehn Jahren Student des Mailänder Konservatoriums wird. Sein Lehrer dort ist Giuseppe Anfossi.

Seine Jugend ist von Doppelbegabungen und vielseitigen Interessen gekennzeichnet, aus denen sich aber immer wieder die Beschäftigung mit der Musik als bedeutsam hervorhebt. So schließt Michelangeli sein Hochschulstudium 1933 mit Auszeichnung ab, während er sich gleichzeitig als Skirennläufer profiliert und den Pilotenschein macht. Anschließend besucht er die medizinische Fakultät, graduiert jedoch nicht. Seinen ersten künstlerischen Meilenstein erreicht er 1939 mit dem Erringen des ersten Preis des Grand Prix International des Pianistes in Genf. Im selben Jahr gewinnt er außerdem ein Automobilrennen.

Während des Zweiten Weltkrieges gehört Michelangeli nacheinander der Italienischen Luftwaffe und später dem Antifaschistischen Widerstand an. Ab 1945 tritt er wieder auf, 1946 zum ersten Mal in England in der Londoner Albert Hall. In den folgenden Jahren widmet er sich ausschließlicher seiner Konzertkarriere, die ihn im Jahr 1948 bis in die Vereinigten Staaten bringt.

Innerhalb kürzester Zeit erhält Michelangeli den Ruf, einer der bemerkenswertesten Pianisten seiner Generation zu sein. Seine kontrollierte Art des Anschlages, aber auch sein feiner und sparsamer Umgang mit den Mitteln des Ausdruckes machen ihn weltberühmt — im selben Maße, wie seine eigenwillige Konzertdisziplin die ersten Legenden entstehen lässt. So hat beispielsweise der Künstler, der sich seinen Konzertflügel an jeden Auftrittsort schicken lässt, auch gelernt, diesen eigenhändig auseinander zu bauen und wieder zusammen zu setzen. Einmal verbringt er ein ganzes Jahr zurückgezogen in einem Franziskanerkloster, wo er sich in der Abgeschiedenheit intensiv mit der Orgel und ihren Möglichkeiten beschäftigt.

1952, während einer äußerst erfolgreichen Tournee durch Europa, die USA, Japan und Südamerika, erkrankt Michelangeli schwer und ist gezwungen, die Konzertbühne für abermals etliche Jahre zu verlassen. Er kehrt nach Brescia zurück und ruft 1964 die Internationale Pianisten-Akademie ins Leben, deren künstlerische Leiter er bis 1969 bleibt; im selben Jahr noch unternimmt er eine erste Tournee in die UDSSR. Außerdem gibt er von Brescia aus Meisterklassen in Bozen, Arezzo, Siena und Lugano. 1968 verläßt er sein Heimatland, um sich in der Schweiz anzusiedeln. Nach Italien kommt er nach 1973 vor allem, um in Sommerklassen in der Villa Schifanoia in Florenz zu unterrichten. Arturo Benedetti Michelangeli stirbt am 12. Juni 1995 in Lugano.

Zeit seines Lebens pflegt Michelangeli ein bewusst eingeschränktes Repertoire mit Stücken von Ravel, Debussy, Bach, Schumann, Mozart, Chopin und Rachmaninoff — seine Interpretationen innerhalb dieser selbstgewählten Grenzen werden aber sowohl als hochvirtuos, wie auch mustergültig und klassisch im Ausdruck gerühmt. Bei EMI Classics sind seine Aufnahmen u.a. in der Serie Références erschienen; seine berühmte Einspielung von Klavierkonzerten von Ravel und Rachmaninoff ist in der Serie Great Recordings of the Century verlegt, sie liegt, nach neusten technischen Möglichkeiten aufbereitet, in optimal restaurierter Klangqualität vor.

Stand: Januar 2002

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