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Essentials von Peter Schreier und Christoph Eschenbach

Christoph Eschenbach
© MUTO
20.02.2020
Die Essentials-Reihe der Deutschen Grammophon bietet ausgezeichnete Gelegenheiten, herausragende Figuren der Musik- und Aufnahmegeschichte mit ihren wichtigsten Arbeiten kennenzulernen. Bei berühmten Interpreten klassischer Musik mit weitverzweigten Diskographien ist dies eine nicht zu unterschätzende Orientierungshilfe. So bei dem Dirigenten und Pianisten Christoph Eschenbach, dem das Gelblabel jetzt aus Anlass seines 80. Geburtstags am 20. Februar 2020 ein Essentials-Album widmet. Unter nicht ganz jungen Hörern ist allgemein bekannt, dass Eschenbach, derzeit Chefdirigent des Berliner Konzerthauses, auch ein glänzender Pianist ist. Als begnadeter Mozart-Interpret, aber auch als Liedbegleiter von Größen wie Renée Fleming oder Dietrich Fischer-Dieskau veröffentlichte er zahlreiche Klavieralben.

Pianistisches von Mozart und Mendelssohn

"Christoph Eschenbach Essentials" zeugt eindrucksvoll hiervon. Das digitale Album würdigt den vielseitig begabten Künstler als Pianisten. Mitreißend sind seine hochdynamischen Mozart-Aufnahmen. Aber auch bei Beethoven, Schubert oder Schumann bewährt sich der schwungvolle Stil des Pianisten, der bei aller Virtuosität stets die harmonischen Nuancen im Blick behält. Bewegend sind die zwei Tracks mit Stücken aus Mendelssohns farbenfrohem Klavierzyklus “Lieder ohne Worte”. Als gleichzeitiges Kuriosum und musikalisches Ereignis kann der erste Satz aus Bachs Concerto für vier Klaviere in a-Moll (BWV 1065) gelten: Eschenbach an der Seite von Justus Frantz, Gerhard Oppitz und dem musikbegeisterten Altkanzler und Amateurpianisten Helmut Schmidt. Erfreulich ist, dass Hans Werner Henze in der Sammlung vertreten ist. Dessen geheimnisvoll umdüstertes, zweites Klavierkonzert brachte Christoph Eschenbach 1968 zur Uraufführung. Henze hatte es ihm gewidmet.           

Spirituelle Sängerpersönlichkeit

Eine umfangreiche Diskographie hat Peter Schreier hinterlassen. Der berühmte Tenor starb am 25. Dezember 2019 im Alter von 84 Jahren. Aus diesem Anlass widmet Deutsche Grammophon ihm jetzt ein digitales Album mit seinen bedeutendsten Aufnahmen. Mit “Peter Schreier Essentials” gewinnt man Orientierung im vielseitigen Schaffen des großen Sängers, einer Stimme, so Opernexperte Jürgen Kesting in seinem Nachruf, “wie schimmerndes Silber”. Die Essentials tragen Schreiers herausragender Bedeutung als Interpret von Kunstliedern, Opernarien und geistlichem Repertoire Rechnung. Die Ausschnitte aus Bachs Matthäus-Passion, Händels Messiah oder Berlioz' Requiem bringen einen Sänger in Erinnerung, der wie kein anderer spirituellen Empfindungen Ausdruck verleihen konnte. Aber wie die Essentials-Sammlung ebenso eindrücklich beweist, machte sich Schreier, der in der Rolle des Evangelisten in Bachs großen Passionen Weltruhm erlangte, auch als empfindsamer Arien- und Liedinterpret unsterblich. Die lyrische Einfühlung, mit der er in Arien von Mozart oder in Lieder von Brahms eindrang, ist jedenfalls bis heute ohne Beispiel.
Die Alben “Christoph Eschenbach Essentials” und “Peter Schreier Essentials” stehen ab dem 14. Februar 2020 zum Download und im Stream bereit.