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Machtvolle Stimme – Zum 75. Geburtstag des großen Bassisten Matti Salminen

Bryn Terfel, Matti Salminen
© T+T Fotografie / Tanja Dorendorf + Toni Suter
06.07.2020
Als er vor knapp vier Jahren seine aktive Laufbahn beendete, da löste dies im Opernpublikum weltweit Gefühle der Wehmut aus. Matti Salminen ist ein Sympathieträger par excellence. Mit seiner jovialen Art, seiner gewaltigen Stimme und seinem enormen dramatischen Ausdrucksvermögen hat der überragende Bassist das Opernpublikum über vier Jahrzehnte in Bann geschlagen. Niemand sang Rollen wie den Daland in Wagners “Fliegendem Holländer”, den Rocco in Beethovens “Fidelio” oder den Zaren in Mussorgskis “Boris Godunow” mit solcher Wucht und leidenschaftlichen Inbrunst wie der charismatische Hüne aus Finnlands alter Küstenstadt Turku. Dabei hatte man nie den Eindruck, dass er sich anstrengen muss. Matti Salminen, der auch gerne mal schmachtende Tangos zum Besten gibt, wie man sie aus Aki Kaurismäkis kultigen Filmen kennt, verkörperte seine Rollen stets mit natürlicher Selbstverständlichkeit. 

Highlights von Matti Salminen

Jetzt feiert der “Fels auf der Bühne”, wie er in einer ARD-Doku aus dem Jahre 1988 treffend bezeichnet wurde, seinen 75. Geburtstag. Grund genug, Highlights seiner facettenreichen Aufnahmen in Erinnerung zu rufen, wozu eine gerade bei Spotify erschienene Zusammenstellung der Deutschen Grammophon jetzt einlädt. “The Art of Matti Salminen” versammelt Glanzpunkte aus der Weltkarriere des finnischen Sängers. Im Zentrum des digitalen Albums stehen seine bahnbrechenden Wagner-Interpretationen: bewegende Ausschnitte aus dem “Holländer” in einer fesselnden Aufnahme mit Woldemar Nelsson, dem “Tannhäuser” mit Giuseppe Sinopoli, der “Walküre” mit Pierre Boulez und der “Götterdämmerung” mit James Levine
Dass er sich glänzend auf Mozart verstand, zeigt sein resoluter Commendatore in Claudio Abbados hinreißender Gesamteinspielung des “Don Giovanni” mit dem Chamber Orchestra of Europe aus dem Jahre 1997. Erfreulich ist schließlich, dass in “The Art of Matti Salminen” auch Salminens Fähigkeit Berücksichtigung findet, erhabene Töne anzuschlagen. Seine Interpretation geistlicher Arien aus Bachs Matthäus-Passion in der Referenzaufnahme von Karl Richter aus dem Jahre 1979 ist von imponierender Tiefe.