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Andris Nelsons

Leidenschaftlicher Ausdruck und klangliche Finesse – Andris Nelsons schließt seine großen Zyklen mit sämtlichen Sinfonien von Bruckner und Shostakovich ab

Andris Nelsons
© Gerd Matthes
30.10.2023

Andris Nelsons ist ein musikalischer Energieakt von ungeheurer Intensität gelungen. Der lettische Stardirigent hat in überwältigenden Interpretationen sämtliche Sinfonien von Dmitri Shostakovich mit dem Boston Symphonie Orchestra (BSO) und den kompletten Sinfonien-Korpus von Anton Bruckner mit dem Gewandhausorchester Leipzig eingespielt. Die innovative Wucht seiner Darbietungen gleicht einem Wunder.

Der bereits mit drei Grammys bedachte Shostakovich-Zyklus startete 2015. Von Beginn an zeigte sich, dass Nelsons ein besonderes Verhältnis zu Shostakovich hat. Er entdeckte Klangdimensionen bei dem sowjetischen Komponisten, die bislang eher außer Acht gelassen worden waren. Etwas Sanftes, Verletzliches trat hervor, ohne dass die vulkanischen Heftigkeiten von Shostakovichs Sinfonien eine Abschwächung erfuhren.

Rückhaltlose Hingabe

Dies kann man jetzt auch in den Sinfonien 2, 3, 12 und 13 erleben, die noch fehlten, um den Zyklus zu vollenden. Als Höhepunkt des abschließenden Teils der Serie darf die Sinfonie Nr. 13 in b-Moll (“Baby Yar”) gelten. Shostakovich greift in diesem Werk russischsprachige Gedichte von Jewgeni Jewtuschenko auf, die das Gefühlsleben in der Sowjetunion reflektieren und den Antisemitismus des Regimes anprangern. In dem Gedicht “Baby Yar” drückt sich das Entsetzen darüber aus, dass die Sowjetunion das deutsche Massaker an den Juden in dem gleichnamigen Tal (ukrainisch Babyn Yar) verschweigt.

Nelsons hat das Werk im Mai dieses Jahres in der Symphony Hall von Boston live aufgeführt. Mit von der Partie waren neben dem Boston Symphony Orchestra der deutsche Bariton Matthias Goerne, der Tanglewood Festival Chorus und der New England Conservatory Philharmonic Choir. Matthias Goerne widmet sich den Texten Jewtuschenkos mit rückhaltloser Hingabe. Sein voluminöser Bass durchmisst ungeahnte emotionale Tiefen. Mächtig erklingen die Chore, und das Boston Symphony Orchestra zeigte einmal mehr seine Klasse als hochflexibler, virtuos und leidenschaftlich musizierender Klangkörper.

Visionär und spirituell: Bruckner

Den Bruckner-Zyklus mit dem Gewandhausorchester begann Nelsons 2016. Konnte er beim Boston Symphony Orchestra auf dessen lange Aufführungsgeschichte von Shostakovich-Sinfonien bauen, so vertraute der Dirigent auch im Falle Bruckners darauf, dass die traditionelle Nähe des Gewandhausorchesters zu dessen Werk ihm musikalische Vorteile bot. Der Plan ging auf. Nelsons konnte das Gewandhausorchester entspannt musizieren lassen. Besonderes Augenmerk legte er dabei auf die Klangfinesse und den spirituellen Background des Komponisten. “Bruckners Musik erhebt die Seele”, so Nelsons, der mit dem Gewandhausorchester sowohl den visionären Tönen des Wagnerianers Bruckner nachspürte als auch den Glaubensgewissheiten des österreichischen Romantikers.

Mit der Sinfonie Nr. 0 (“Die Nullte”), die man jetzt erstmals in der Interpretation des Gewandhausorchesters unter der Leitung von Andris Nelsons erleben kann, ist der Zyklus vollständig. Wie bei den anderen Teilen der Serie wartet auch die letzte Folge des Bruckner-Zyklus mit atmosphärisch passenden Wagner-Werken auf, diesmal mit den Ouvertüren zu “Rienzi” und “Der fliegende Holländer”. Alle Teile sind nun erstmals gemeinsam in einem Set zu erleben (CD und digital), die Neuveröffentlichung auch als einzelnes Digitalalbum.

Andris Nelsons - Shostakovich: Symphonies Nos. 2, 3, 12 & 13
SHOSTAKOVICH Symphonies Nos. 2, 3, 12 & 13 / Nelsons
20. Okt. 2023

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