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Anoushka Shankar
Anoushka Shankar

"Home" - Eine virtuose Klangreise mit Anoushka Shankar

Anoushka Shankar
© Laura Lewis / DG
07.07.2015

Anoushka Shankar ist eine Wanderin zwischen den Welten: 1981 geboren in London, war sie als Tochter des bekannten Sitar-Spielers Ravi Shankar von Beginn an umgeben von den betörend schwirrenden Klängen des indischen Saiteninstruments. Als sie sieben Jahre alt war, begann ihr Vater sie zu unterrichten und nur sechs Jahre später gab Anoushka Shankar ihr professionelles Konzertdebut in Neu-Delhi. Seitdem hat die Künstlerin die Gefielde westlicher Musik ebenso erobert wie die Weiten der indischen Tradition und in vielfältigster Art und Weise erfolgreiche Grenzüberschreitungen zelebriert: sie vereinte Flamenco, Jazz, Electronica und Klassik mit den ursprünglichen Klängen indischer Musik; ungeahnte neue Klangfarben wurden sichtbar und berückende Hörerlebnisse fanden ihren Weg in die Herzen der Hörer.

Viermal wurde die experimentierfreudige Musikerin bereits für den Grammy nominiert, sie gastiert regelmäßig in renommierten Konzertsälen wie der Carnegie Hall und der Royal Albert Hall und begeistert das Publikum allerorts mit ihrer expressiven Virtuosität und ihrer sensiblen Improvisationsgabe. Auf ihrem neuen Album “Home”, das dieser Tage bei der Deutschen Grammophon erscheint, kehrt Anoushka Shankar nun dorthin zurück, wo ihre musikalische Entwicklung ihren Ursprung nahm: zu den Wurzeln indischer Musik und den Traditionen einer fast 2000 Jahre alten Kultur.

Faszinierende Entdeckungen im Reich der Ragas

Es ist eine zauberhafte und gefühlsintensive Welt, die der Hörer mit Anoushka Shankar betritt. Kaum etwas hat sie mit den westlichen Hörgewohnheiten rund um Harmonien, Modulationen und Akkorden gemein, vielmehr stehen im Zentrum die Ragas, melodische Grundstrukturen, die eine gewisse Stimmung und ein gewisses rhythmisches Spektrum vorgeben. Über 6000 Ragas gibt es in der Schule der indischen Musik, jedes umgeben von einer rätselhaften Aura, die nur durch die Improvisation des Interpreten zur vollen Entfaltung gelangt.

“Ein Raga ist die Projektion des inneren Geists des Künstlers. Eine Offenbarung seiner tiefsten Gefühle und Empfindungen übersetzt in Töne und Melodien. Der Musiker muss jedem Raga Leben einhauchen indem er es entfaltet und wachsen lässt”, so hat Anoushka Shankars Vater Ravi Shankar es einmal erklärt. Auf ihrem Album “Home” widmet sich die Musikerin nun zwei Ragas ihres großen Lehrmeisters und bringt sie im innigen Zusammenspiel mit Tanmoy Bose (Tabla) und Kenji Ota (Bass und Tremvle Tanpura) zum Blühen.

Betörend, sinnlich und virtuos

Gleich einem soghaften Strom umfangen die kunstfertigen Improvisationen der Sitar-Spielerin den Hörer und schaffen in ihren sphärisch kreisenden Wiederholungen einen vibrierenden Grundsound, der stetig dichter und inniger zu werden scheint. Bauchig und federnd tänzelnd gesellt sich die Rhythmik dazu, immer lasziver werden die Steigerungen, immer virtuoser die Umspielungen, bevor sie triumphal in wirbelnden Klangexzessen gipfeln.

Um den betörenden Klang der alten Instrumente in einer beispiellosen Qualität festzuhalten, hat Anoushka Shankar für die Aufnahme mit einem Team von Experten zusammengearbeitet und ein Studio extra für die Herausforderungen ihres Instruments geschaffen. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat: Vielfarbig, klanggewaltig und nah erscheint das Zusammenspiel der drei Musiker, poetisch und berührend entwickeln sich die musikalischen Erzählungen und entführen in eine intime Welt, deren melodischer Reichtum nie zu enden scheint.

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