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Herzensangelegenheit: Rufus Wainwright stellt sein neues Album im Berliner Soho House vor

Rufus Wainwright im Soho House Berlin, April 2016
© Stefan Hoederath
20.04.2016

Dass das neue Projekt von Rufus Wainwright zu Ehren des 400. Todestages von William Shakespeare eine echte Herzensangelenheit ist, das konnte man am Dienstag bei der Pressekonferenz im Soho House vom ersten Moment an hören und spüren. Kurz vor Veröffentlichung seines neuen Albums “Take all my loves: 9 Shakespeare Sonnets” ließ es sich der amerikanisch-kanadische Liedermacher trotz vollen Terminkalenders nicht nehmen einen kurzen Zwischenstopp in Berlin einzulegen, um der Hauptstadtpresse ein paar Live-Kostproben zu geben.

Leidenschaftlich berichtete er von der Entstehung des Shakespeare Projektes – davon, dass dies überhaupt das erste Mal sei, dass die Werke des berühmten Poeten auf solch vielschichtige Weise auf einem Album erscheinen. Rezitiert und gesungen, zwischen Klassik und Pop mit illustren Gästen wie Florence Welch, Anna Prohaska, Helena Bonham Carter, William Shatner u.v.m.

In gewohnt exzentrischer Manier performte der klassisch ausgebildete Sänger eindrucksvoll drei Stücke vom neuen Album beginnend mit Sonnet 43. Eingefleischte Fans dürften diesen Song bereits vom Album “All Days Are Nights: Songs for Lulu” kennen und können sich nun auf eine Neuinterpretation durch Anna Prohaska freuen.

Es folgte “A Woman’s Face (Sonnet 20)”, welches gleich in dreifacher Ausführung auf “Take all my loves” erscheint – in Gedicht sowie in Song-Form – getreu nach dem vom Songwriter selbst ausgerufenen Motto: “Egal wie oft man die Sonette von Shakespeare hört, sie werden niemals langweilig.”

Für das letzte Stück erhielt Rufus Wainwright Verstärkung am Klavier durch Hans-Jörn Brandenburg vom Berliner Ensemble. “When In Disgrace With Fortune And Men’s Eyes (Sonnet 29)” erscheint auf seinem Album als Duett mit Florence Welch, der Sängerin von Florence and the Machine.

Im Anschluss an die Performance stand Rufus Wainwright der Presse Rede und Antwort. Er erzählte von seiner Hassliebe zur deutschen Hauptstadt, in der er seinen Ehemann Jörn Weisbrodt einst kennengelernt hatte; von seiner Motivation Shakespeare-Sonette zu vertonen sowie von der Entstehung des von Timothy Cummings gemalten Cover-Artworks, das ihn selbst als Schauspieler in einem Shakespeare’schen Opus zeigt. Letztendlich verriet er sogar, in welcher Shakespeare Figur er sich persönlich am ehesten wiederfindet: "Ich wünschte, es wäre Lady Macbeth, aber ich denke es ist eher der Puck [das elfengleiche Fabelwesen aus “Ein Sommernachtstraum”]."

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