Biografie
Der preisgekrönte Komponist, Pianist und Musikproduzent Yu-Peng Chen (auch bekannt als Chen Zhiyi) ist weltweit berühmt für seine melodienreichen und stilistisch vielseitigen Kompositionen für Film und Videospiele. Besonders seine eindringlichen Soundtracks für das Open-World-Rollenspiel Genshin Impact wurden mehrfach ausgezeichnet und haben ihm eine große Fangemeinde eingebracht, die ihn als »Archon« (Meister) verehrt. Als Brückenbauer zwischen klassischen Musikgenres und der Welt der Videospiele ist seine Musik bislang in über einer Million TikTok-Posts zu hören, wurde auf YouTube mehr als 126 Millionen Mal angesehen und über 1,5 Milliarden Mal gestreamt.
Chen, Absolvent des renommierten Shanghai Conservatory of Music, überschreitet musikalische Grenzen: Mit beeindruckender Virtuosität vereint er westliche Orchestermusik und die reichen Traditionen der Volksmusik aus China, Japan, Indien und weit darüber hinaus. Seine lebendigen Kompositionen entfalten ein breites Spektrum zwischen leiser emotionaler Nuance und packender symphonischer Erzählung.
In den vergangenen Monaten konnte er seine beachtliche Liste an Auszeichnungen und Ehrungen um weitere bemerkenswerte Erfolge ergänzen: So gewann er den ersten Preis in der Kategorie Kammermusikkomposition beim 4Seasons Vienna International Musician Competition 2025, erhielt einen World Artistry Music Award 2025 für Film- und Spielemusik (für seine Musik zu Justice) und wurde mit Platin in der Kompositionskategorie der Global Genius Music Awards ausgezeichnet.
Im Juli 2025 unterzeichnete Yu-Peng Chen einen Exklusivvertrag bei Deutsche Grammophon und wurde damit der erste chinesische Komponist überhaupt, der je bei diesem Label unter Vertrag genommen wurde. Die Zusammenarbeit beginnt mit der Veröffentlichung einer Deluxe-Edition seines Albums FANTASYLAND – einer Orchestersuite aus elf Stücken, die Chens charakteristischen Mix östlicher und westlicher Musikeinflüsse widerspiegelt.
Der Komponist – auf dem Album auch als Solopianist zu erleben – nahm FANTASYLAND in den Londoner Abbey Road Studios gemeinsam mit dem London Philharmonic Orchestra unter Leitung von Robert Ziegler auf. Das Album erschien im Juli 2024 digital und war ein großer Erfolg, insbesondere in China, wo das Shanghai Philharmonic Orchestra seine Musik in zwei ausverkauften, ausschließlich Chens Werk gewidmeten Konzerten vorstellte (Shanghai, Dezember 2024).
Die Deluxe-Edition von FANTASYLAND erscheint mit vier Bonustracks am 7. November 2025 in allen Formaten. Schon jetzt ist Chens nächste Veröffentlichung bei Deutsche Grammophon in Arbeit: ein Album mit brandneuer Orchestermusik, das 2026 herauskommt.
Yu-Peng Chen wurde 1984 in der chinesischen Provinz Hunan geboren. Durch Joe Hisaishis Filmmusik zu Hayao Miyazakis Nausicaä aus dem Tal der Winde entdeckte er die Kraft der Musik. Hisaishis Kompositionen prägten ihn – ebenso wie die Werke von John Williams und Sergei Rachmaninow.
Chen lernte als Kind Klarinette und Klavier und besuchte zunächst die Shenzhen Arts School, bevor er am Shanghai Conservatory of Music studierte. Dort wechselte er zur Komposition und absolvierte sein Studium später im Fach Musikdesign und -produktion. Unter der Anleitung von Mentoren wie An Dong und, im Rahmen einer Meisterklasse des Konservatoriums, Shinji Tanimura entwickelte Chen einen eigenen Stil. Er verbindet traditionelle Instrumente und eine große Palette musikalischer Elemente aus östlichen Kulturen mit westlichen Harmonien und orchestraler Kompositionskunst.
Nach seinem Studium etablierte Chen rasch eine erfolgreiche Karriere als Komponist von Soundtracks für Fernsehen, Film und Videospiele. 2009 gründete er das Studio Yinxu Culture. In Zusammenarbeit mit An Dong, Chan Kwong-wing und anderen schuf er eine Reihe vielbeachteter Filmmusiken. 2013 wurde er bei den Hong Kong Film Awards für die beste Originalfilmmusik zu The Last Tycoon nominiert. Für den Soundtrack zu Andrew Laus The Founding of an Army erhielt er 2018 den Golden Deer Award (im selben Jahr war er für The Taste of Apple nominiert). Etwa zur gleichen Zeit brachte ihm sein Konzertwerk The Curse of Blood eine Nominierung für den SABAM Award for Best Original Composition by a Young Composer bei den World Soundtrack Awards 2019 ein.
Parallel zu seiner Arbeit für den Film schrieb Chen beliebte Stücke für Spiele wie Moonlight Blade. Weltweite Bekanntheit erlangte er, als er bei HOYO-MiX, dem Musikstudio des Videospielentwicklers miHoYo, als Komponist und Musikproduzent für Genshin Impact einstieg. Für die an verschiedene Kulturen angelehnten Spielwelten komponierte er Musik, die auf westlicher Orchestermusik basiert und durch den gekonnten Einsatz ganz unterschiedlicher Stile und Instrumentierungen eine reiche lokale Färbung erhält – von Renaissance-Laute und Polyfonie über nahöstliche Harmonien auf Ney und Duduk bis hin zur pentatonischen Skala und alten tonalen Melodien chinesischer Klänge.
Die Genshin Impact-Alben und -Konzerte erwiesen sich als außerordentlich populär – ein Livemitschnitt wurde innerhalb von drei Tagen nach seiner Veröffentlichung sechs Millionen Mal gestreamt und mehrere von Chens Kompositionen für das Spiel wurden ausgezeichnet. 2020 gewann er bei den Annual Game Music Awards in der Kategorie Outstanding Artist – Newcomer/Breakthrough. Der weltweite Erfolg des Spiels führte zudem zu Kooperationen mit renommierten Orchestern wie dem Shanghai Symphony Orchestra, Shanghai Philharmonic Orchestra, Tokyo Philharmonic Orchestra, London Symphony Orchestra und London Philharmonic Orchestra.
Heute ist Chen als freiberuflicher Komponist tätig. Er schreibt und produziert weiterhin Musik für Spiele wie Justice und Where Winds Meet, doch sein Augenmerk liegt auf der Komposition großformatiger Orchesterwerke. Er möchte Werke schaffen, so Chen, »die die Hörerinnen und Hörer berühren – Musik, die ohne Worte spricht und dennoch viel sagt«.
7/2025