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Anna Netrebko mit Ihrem neuen Soloalbum ‘Amata dalle tenebre’

Anna Netrebko
© Gregor Hohenberg
05.11.2021
Die wohl berühmteste Sopranistin der Gegenwart, Anna Netrebko, veröffentlicht nach fünf Jahren ein neues klassisches Soloalbum. Es erscheint heute, am 5. November 2021, bei Deutsche Grammophon. Amata dalle tenebre nennt sie es, geliebt von der Dunkelheit, denn es fasst mit seinen leidenschaftlichen Opernarien das dramatische Schicksal von Frauen, die dem Tod ins Augen blicken. Netrebko hat Werke von Cilea, Puccini, Purcell, Richard Strauss, Tschaikowsky, Verdi und Wagner ausgewählt und sie mit dem Orchestra del Teatro alla Scala unter der Leitung seines Musikdirektors Riccardo Chailly an der legendären Mailänder Scala eingespielt. Als Teil dieses aufregenden jüngsten Projekts inszenierte die italienische Filmemacherin Elena Petitti di Roreto Darbietungen von Netrebko in Anna – Stage of Emotions. Der avantgardistische Musikfilm ist auf der Deluxe-Edition des Albums zu sehen (CD + Blu-ray), er verbindet die sinnliche Essenz der Oper mit einem zeitgenössischen visuellen Vokabular. Sowohl Amata dalle tenebre als auch Anna – Stage of Emotions sind im 3D-Surround-Sound-Format Dolby Atmos erhältlich. Es ermöglicht eine Tiefe und Räumlichkeit des Klangs, sodass der Hörer wie von selbst in die Akustik des Auditoriums der Scala versetzt wird.
Zu hören ist auch Repertoire, das die Sängerin nie zuvor eingespielt hat, etwa »Ritorna vincitor! … Numi, pietà« aus Verdis Aida oder die Arie der Lisa aus Tschaikowskys Pique Dame. Sie überrascht mit einem barocken Lamento und interpretiert untröstlich, im schneidenden Schmerz »When I am laid in earth« aus Purcells Dido and Aeneas. »Ich liebe diese Musik, sie ist umwerfend«, sagt sie, »wenigstens einmal in meinem Leben wollte ich Dido singen.« Und nach ihrem Debüt als Elsa in Lohengrin nähert sich Netrebko nun auch drei weiteren großen deutschen Partien: Wagners Elisabeth mit ihrem großartigen Gruß an die Wartburg aus Tannhäuser sowie Isolde in dem ikonischen Liebestod aus Tristan und Isolde. Den Liebestod aufzunehmen »war einer der glücklichsten Momente für mich als Musikerin, ich war vollkommen im Einklang mit der Musik«, schwärmt sie. Nicht weniger spektakulär ist ihre Debütaufnahme des Hohelieds auf den Tod aus Richard Strauss‘ Ariadne aus Naxos.
Die renommierte Filmemacherin Elena Petitti di Roreto hat vier dieser Interpretationen (Aida, Dido, Lisa und Isolde) an der Scala zum Ausgangspunkt ihres visuell beeindruckenden filmischen Porträts der Sängerin und ihres Könnens gemacht. Der von der Berliner Rekorder GmbH produzierte Film Anna – Stage of Emotions ist teils Dokumentation, teils cineastisch abstrakte Antwort auf die kraftvollen Themen des Repertoires, das von Liebe und Hoffnung, Tod und Verzweiflung erzählt. »Die Arien stammen aus vier sehr unterschiedlichen Geschichten«, sagt Petitti di Roreto. »Anstatt sie voneinander abzugrenzen, sollten die Fäden meiner Verfilmung in Anna als Darstellerin zusammenlaufen … Es war mir wichtig, zunächst sie und ihren künstlerischen Prozess zu verstehen.«
Anna Netrebko wird nicht nur auf der Bühne gefilmt, sondern auch in privaten Momenten jenseits aller Rollen. Einblicke ins Selbstverständnis der Künstlerin bietet das mit den Aufführungen verwobene Interview, in dem Anna Netrebko sowohl über die Rollen als auch ihr eigenes Leben spricht. Die einfallsreiche Bildsprache von Petitti di Roreto, die auch virtuell erzeugtes Layering, Verweise auf die Natur, Bilder des Mailänder Alltags und eine sinnlich zeitlose Liebesszene einbezieht, vermittelt die Botschaft, dass die Oper mit ihrer Schönheit, ihrem Spektakel, ihrem Drama und ihrer Möglichkeit zur Weltflucht für jeden etwas zu bieten hat.
Anna – Stage of Emotions wird am 26. November 2021 um 20 Uhr (MEZ) auf DG Stage gestreamt und ist danach eine Woche lang abrufbar. Anna Netrebko ist im Dezember auch live in der Scala zu erleben, in der Rolle der Lady Macbeth in einer neuen Inszenierung von Verdis Macbeth unter der Leitung von Maestro Chailly. Die Oper eröffnet die Spielzeit 2021/22.
Folge der Deutschen Grammophon